In der letzten Maiwoche stehen zahlreiche bedeutende Konjunkturdaten aus der Eurozone, den USA, Japan, Deutschland, Kanada und China an. Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Ereignisse und deren Bedeutung.
Eurozone
Am Montag, den 26. Mai um 15:20 Uhr, wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine Rede halten. Marktteilnehmer werden genau hinhören, ob sie Hinweise auf baldige Zinssenkungen gibt – besonders vor dem Hintergrund zuletzt nachlassender Inflation.
Am Dienstag, den 27. Mai um 11:00 Uhr, werden folgende Indikatoren veröffentlicht:
- Verbrauchervertrauen: Erwartet wird ein Wert von -15.20, was dem Vormonat entspricht. Dieser Wert misst die Konsumstimmung der Haushalte. Negative Werte deuten auf Pessimismus und Konsumzurückhaltung hin.
- Wirtschaftliches Vertrauen: Der Index soll auf 94.00 steigen (zuvor: 93.60). Werte unter 100 zeigen ein unterdurchschnittliches Vertrauen von Konsumenten und Unternehmen in die Wirtschaft.
- Geschäftsklimaindex der EU-Kommission: Erwartet wird ein Wert von -0.67. Auch hier gilt: Je niedriger der Wert, desto trüber die Stimmung im Unternehmenssektor.
Deutschland
Am Dienstag, 27. Mai um 08:00 Uhr, wird der GfK-Verbraucherklimaindex veröffentlicht. Erwartet wird ein leichter Anstieg auf -19.70 (zuvor: -20.60). Der Index basiert auf Umfragen zu Einkommenserwartung, Konjunkturausblick und Konsumbereitschaft. Ein derart negativer Wert signalisiert weiterhin große Zurückhaltung der Verbraucher.
Am Mittwoch, 28. Mai um 09:55 Uhr folgen die Arbeitsmarktzahlen:
- Veränderung der Arbeitslosenzahl: Ein Zuwachs um +10.000 Personen wird erwartet.
- Arbeitslosenquote (saisonbereinigt): Diese soll stabil bei 6.3 Prozent bleiben – ein Hinweis auf eine gewisse Robustheit trotz konjunktureller Schwäche.
Der Freitag, 30. Mai, bringt mehrere wichtige Veröffentlichungen:
- Einzelhandelsumsätze:
- Monatlich wird ein Anstieg um +0.3 Prozent erwartet (nach zuvor -0.2 Prozent).
- - Im Jahresvergleich soll der Umsatz um +2.2 Prozent gestiegen sein – ein Hinweis auf eine leichte Erholung des privaten Konsums.
- Verbraucherpreise:
- Einzelhandelsumsätze:
- Der Verbraucherpreisindex (VPI) dürfte im Mai +0.4 Prozent monatlich und +2.1 Prozent jährlich betragen.
- Der harmonisierte VPI (HVPI) wird bei +0.5 Prozent m/m und +2.2 Prozent y/y erwartet.
- Diese Inflationsdaten sind für die EZB besonders relevant: Sollte der HVPI höher ausfallen, könnte das die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen dämpfen.
USA
Am Dienstag, 27. Mai um 16:00 Uhr, wird das US-Verbrauchervertrauen veröffentlicht. Der Index zeigt, wie optimistisch Konsumenten die wirtschaftliche Lage einschätzen – ein starker Wert kann den Dollar und die Aktienmärkte stützen.
Am Mittwoch, 28. Mai um 20:00 Uhr, folgt das FOMC-Protokoll der letzten Fed-Sitzung. Anleger hoffen auf Hinweise zur künftigen Zinspolitik – insbesondere auf Signale für mögliche Zinssenkungen im Herbst.
Am Donnerstag, 29. Mai, steht das US-BIP für Q1 im Fokus. Erwartet wird ein annualisierter Rückgang von -0.3 Prozent. Eine solche Schrumpfung würde die Diskussion über eine konjunkturelle Abkühlung und mögliche geldpolitische Lockerungen verstärken.
Am Freitag, 30. Mai um 14:30 Uhr, wird der von der Fed bevorzugte PCE-Kernpreisindex veröffentlicht:
- Monatlich: Erwartet wird ein Anstieg von nur +0.1 Prozent.
- Jährlich: Erwartet werden 2.6 Prozent.
Bleiben die Zahlen moderat, würde das der Fed Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik geben.
Zudem erscheinen am Freitag:
- Chicago Einkaufsmanagerindex (EMI) um 15:45 Uhr – erwartet bei 44.60, also klar unterhalb der Wachstumsschwelle von 50.
- Uni-Michigan-Konsumentenstimmung um 16:00 Uhr:
- Verbrauchererwartungen: 46.50
- Verbrauchervertrauen: 50.80
- Inflationserwartung 1 Jahr: 7.30 Prozent
- Inflationserwartung 5 Jahre: 4.60 Prozent
Besonders die hohen langfristigen Inflationserwartungen könnten die Fed dazu bewegen, bei Zinssenkungen vorsichtiger zu agieren.
Japan
Am Dienstag, 27. Mai um 02:00 Uhr, spricht der BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda. Anleger erhoffen sich Klarheit zur zukünftigen Geldpolitik – etwa ob weitere Zinserhöhungen denkbar sind.
Am Freitag, 30. Mai, werden folgende Daten veröffentlicht:
- Verbraucherpreise in Tokio (ein Frühindikator für die nationale Inflation):
Kernrate (ohne Lebensmittel & Energie): 2.0 Prozent
Gesamtinflation: 3.5 Prozent
- Arbeitslosenquote: Erwartet wird ein stabiler Wert von 2.5 Prozent
- Einzelhandelsumsätze:
- Jahresvergleich: +3.1 Prozent
- Große Einzelhändler: +3.0 Prozent
- Monatlich (saisonbereinigt): -1.2 Prozent
Das zeigt ein gemischtes Bild: Die Jahresvergleiche sprechen für eine robuste Nachfrage, während die Monatsveränderung einen Rücksetzer signalisiert.
Kanada
Am Freitag, 30. Mai um 14:30 Uhr, wird das kanadische Bruttoinlandsprodukt (BIP) veröffentlicht:
- Annualisiert soll das Wachstum im ersten Quartal bei +2.6 Prozent liegen – ein Zeichen konjunktureller Stärke.
- Auf Monatsbasis wird allerdings ein Rückgang von -0.2 Prozent erwartet (nach zuvor +0.1 Prozent).
Diese Diskrepanz zwischen Quartals- und Monatswert deutet darauf hin, dass die Dynamik zum Quartalsende hin nachließ. Das wiederum könnte Einfluss auf die Zinserwartungen an die Bank of Canada haben.
China
Am Samstag, 31. Mai um 03:30 Uhr, folgen die offiziellen NBS-Einkaufsmanagerindizes:
- Industrie (verarbeitendes Gewerbe): Erwartet wird ein Wert von 49.0, also unterhalb der Expansionsgrenze von 50 – ein Zeichen für schrumpfende Industrieproduktion.
- Dienstleistungssektor: Erwartet wird ein Wert von 50.4, also knapp im Wachstumsbereich.
Diese Daten könnten die chinesische Regierung zu neuen Stützungsmaßnahmen bewegen, sollten sich die Konjunktursignale weiter eintrüben.
Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Woche!




