Wirtschaftskalender: Wichtige Wirtschaftsdaten vom 02. bis 06. Juni 2025
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Wirtschaftskalender: Wichtige Wirtschaftsdaten vom 02. bis 06. Juni 2025

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Arcan Askin

Die neue Handelswoche bringt eine Fülle an makroökonomischen Daten, geldpolitischen Signalen und potenziell marktbewegenden Auftritten wichtiger Persönlichkeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem neue Inflationszahlen aus der Eurozone, die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank sowie der US-Arbeitsmarktbericht für Mai – allesamt Ereignisse, die das Marktumfeld maßgeblich beeinflussen können.

Diese Wochenvorschau ordnet alle relevanten Termine strukturiert nach Ländern und erklärt nicht nur die geplanten Veröffentlichungen, sondern auch deren wirtschaftliche Bedeutung – damit Sie nicht nur wissen, was ansteht, sondern auch, warum es wichtig ist.

Deutschland: Konjunktur kommt nur langsam in Schwung

Am Montag startete die Woche mit dem Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe, veröffentlicht von der Hamburg Commercial Bank (HCOB). Der EMI ist ein Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität. Er basiert auf einer Umfrage unter Einkaufsleitern von Unternehmen, die angeben, ob bestimmte Faktoren – wie Auftragslage, Produktion oder Lieferzeiten – besser, schlechter oder gleich geblieben sind. Der Wert blieb konstant auf 49.4: Werte unter 50 deuten auf eine Kontraktion hin, über 50 auf Wachstum. In diesem Fall signalisiert der EMI also weiterhin einen leichten Rückgang in der Industrieproduktion.

Am Mittwoch folgen dann der EMI für den Dienstleistungssektor (letzter Monat: 47.2; erwartet: 47.2) und der gesamte Index für alle Branchen (letzter Monat 48.6; erwartet: 48.6). Auch hier liegt der Wert unter 50 – ein Zeichen dafür, dass einerseits Dienstleister derzeit schwächer wirtschaften und andererseits die Konjunktur in Deutschland branchenübergreifend weiter schwächelt.

Am Donnerstag erscheint der Bericht über die Auftragseingänge in der Industrie. Dieser zeigt, wie viele neue Aufträge Unternehmen aus der Industrie erhalten haben – also eine Art Nachfragebarometer für die nächsten Monate. Im vergangenen Monat lag er bei 3.6 Prozent gegenüber dem Vormonat und wird mit einem Rückgang von einem Prozent erwartet, was wiederum ein negatives Zeichen ist und zukünftige Produktionsengpässe anzeigen könnte.

Am Freitag folgen dann zwei zentrale Daten für die deutsche Wirtschaft: Erstens die Industrieproduktion, also das tatsächliche Volumen an hergestellten Gütern in Deutschland. Sie ist ein zentraler Indikator für die aktuelle Wirtschaftslage und lag zuletzt bei kräftigen 3.0 Prozent im Monatsvergleich. Erwartet wird nun allerdings ein leichter monatlicher Rückgang von 0.5 Prozent. Zudem wird die deutsche Handelsbilanz bekanntgegeben, also die Differenz zwischen Exporten und Importen. Ein erwarteter Überschuss von 20.2 Mrd. Euro bedeutet: Deutschland exportiert mehr als es importiert. Das spricht für eine starke Auslandsnachfrage und eine wettbewerbsfähige Exportwirtschaft. Im Vergleich zu den 21.1 Mrd. Euro des Vormonats gibt es aber wohl auch hier einen kleinen Dämpfer.

Eurozone: Senkt die EZB ihren Leitzins erneut?

Heute, am Dienstag erschienen die Verbraucherpreisdaten für die Eurozone. Gemessen wird die Inflation am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), der EU-weit vergleichbar ist. Die Preisentwicklung  gegenüber dem Vormonat liegt bei 0 Prozent und 1.9 Prozent im Jahresvergleich. Ziel der EZB ist eine Jahresrate nahe, aber unter 2 Prozent. Das bedeutet: Die Inflation liegt im Idealbereich.

Noch wichtiger ist der Kern-HVPI, der besonders schwankende Preise – etwa für Energie oder frische Lebensmittel – ausklammert. Er gilt als verlässlicher Indikator für den mittelfristigen Preisdruck. Mit 2.7 Prozent war dieser noch recht hoch - veröffentlicht wurde heute ein Wert von 2.3 Prozent.

Ebenfalls heute erschien die Arbeitslosenquote, welche bei 6.2 Prozent verblieb. Diese Zahl zeigt, wie viele arbeitsfähige Personen keinen Job haben – bezogen auf die Gesamtzahl der Erwerbsbevölkerung. Für die Eurozone ist das ein historisch niedriger Wert.

Am Mittwoch folgt der HCOB Composite-EMI (ein gewichteter Mittelwert aus Industrie und Dienstleistungen) für die Eurozone. Mit einem erwarteten Wert von 49.5 würde er eine anhaltend schwächelnde gesamtwirtschaftliche Aktivität anzeigen.



Am Donnerstag wird der Erzeugerpreisindex (PPI) veröffentlicht. Der PPI misst die Preisveränderungen für Produkte auf der Herstellerebene, also bevor sie im Einzelhandel landen. Sinkende PPI-Werte – wie der erwartete Wert von -1.8 Prozent zum Vormonat – deuten auf sinkenden Preisdruck in der Wirtschaft hin. Der erwartete Jahreswert von 1.2 Prozent liegt im positiven, aber noch moderaten Bereich.

Wichtiger Höhepunkt ist ebenfalls am Donnerstag die Zinsentscheidung der EZB. Der Leitzins, also der Zinssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen können, soll von 2.40 auf 2.15 Prozent gesenkt werden. Der Einlagezins – also der Zinssatz, den Banken für das Parken überschüssiger Gelder bei der EZB erhalten – zuletzt war der Zins bei 2.25 Prozent und soll laut Prognose auf 2.00 Prozent gesenkt werden. Sinkende Zinsen verbilligen Kredite, fördern Konsum und Investitionen, aber können gleichzeitig die Inflation wieder anfachen – daher ist das Timing entscheidend.

Am Freitag folgen die Einzelhandelsumsätze, also der Umsatz der Geschäfte mit privaten Konsumenten. Sie sind ein wichtiger Indikator für das Konsumklima. Der Monatswert liegt bei -0.1 Prozent, was aktuell noch auf Zurückhaltung beim Einkaufen hindeutet. Erwartet wird in diesem Monat ein zarter Anstieg um 0.1 Prozent. Der Jahreswert von +1.5 Prozent wird mit einem marginal geringerem Wert von 1.4 Prozent erwartet.

Zusätzlich erscheint das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das erste Quartal. Es wird ein Anstieg um 0.4 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 1.2 Prozent im Jahresvergleich erwartet – das zeigt ein solides, aber langsames Wachstum der Eurozonen-Wirtschaft. Zuletzt war das Wirtschaftswachstum auf Monatsebene bei 0.3 und auf Jahresebene bei ebenfalls 1.2 Prozent gelegen.

USA: Arbeitslosigkeit soll im gesunden Bereich bleiben

Am Montag wurden gleich zwei Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht: Der von S&P Global liegt bei 52.0, der vom ISM-Institut bei 48.5. Beide basieren auf Umfragen unter Einkaufsleitern – ähnlich wie in Europa – aber mit unterschiedlichen Methoden und Stichproben. Der ISM-Wert sowie der S&P-Wert signalisieren eine Schrumpfung der Industrie.

Wichtige Teilkomponenten des ISM-Reports sind:

  • Beschäftigungsindex (46.8): Ein Wert unter 50 zeigt, dass Unternehmen Personal abbauen oder weniger einstellen.
  • Preisindex (69.4): Deutlich über 50 – das bedeutet, dass die Einkaufspreise für Materialien und Rohstoffe steigen, was Inflationsrisiken birgt.

Am Dienstag erscheinen die vielbeachteten JOLTS-Stellenangebote: Mit 7.19 Millionen neuen offenen Stellen zeigte sich im letzten Monat, dass der Arbeitsmarkt noch angespannt ist, aber leicht an Dynamik verliert. Hohe JOLTS-Zahlen bedeuten oft Lohnaufwärtsdruck, da viele Unternehmen Personal suchen. Erwartet werden für den aktuellen Monat Stellenzuwächse in Höhe von 7.1 Millionen. Ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vormonat. Zusätzlich werden die Industrieaufträge veröffentlicht – diese messen, wie viele Aufträge amerikanische Unternehmen für langlebige Güter (z. B. Maschinen, Flugzeuge) erhalten haben. Ein erwartetes Minus von drei Prozent zeigt eine schwache Investitionsbereitschaft in der Wirtschaft. Nach einem deutlichen Plus von 4.3 Prozent im Vormonat wird nun ein deutlicher Rückgang von 3.0 Prozent erwartet.

Am Mittwoch folgt der ADP-Arbeitsmarktbericht – ein früher Indikator für die offiziellen Arbeitsmarktdaten. Mit 115 000 erwarteten neuen Stellen scheint das Jobwachstum langsam Fahrt aufzunehmen. Auch der ISM-Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen wird am Mittwoch veröffentlicht – mit erwarteten 52 zeigt er Wachstum, ebenso der Beschäftigungsanteil mit erwarteten 52.3. Das bedeutet: Der Dienstleistungssektor wächst und stellt mehr Personal ein. Das am Mittwochabend erscheinende Beige Book ist ein regionaler Wirtschaftsbericht der Federal Reserve, der in Vorbereitung auf die nächste Zinssitzung erstellt wird. Er enthält Einschätzungen zu Wachstum, Inflation und Beschäftigung in den zwölf US-Notenbankbezirken.

Am Donnerstag erscheint der Challenger-Report mit den geplanten Stellenstreichungen großer Unternehmen. Über 105 000 erwartete Jobabbauten sind ein Warnsignal für den Arbeitsmarkt. Zudem zeigt der Bericht zur Arbeitsproduktivität einen (erwarteten) Wert von 0.8 Prozent, während die Lohnstückkosten – also die Arbeitskosten pro hergestellter Einheit – um 5.7 Prozent steigen. Das bedeutet: Weniger Output bei höheren Löhnen, was Inflationsrisiken erhöht. Die ebenfalls am Donnerstag bekanntzugebenden Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe werden mit 230 000 erwartet (zuletzt noch 240 000) – ein leichter Rückgang  gegenüber dem Durchschnitt der letzten Wochen.

Am Freitag folgt der offizielle US-Arbeitsmarktbericht. Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft soll um 130 000 Jobs steigen, was im Vergleich zu den 140 000 neuen Stellen im Vormonat allerdings eine Verlangsamung des Wachstums im Arbeitsmarkt darstellt. Die erwartete Arbeitslosenquote liegt bei 4.2 Prozent und damit sowohl auf dem Niveau des Vormonats als auch im Rahmen der Erwartungen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne sollten um 0.3 Prozent zum Vormonat steigen und 3.7 Prozent zum Vergleichszeitraum Vorjahr – ein Zeichen für moderates Lohnwachstum, aber kein Inflationsalarm. Die Erwerbsquote soll bei 62.6 Prozent bleiben, das heißt: Rund 63 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung ist aktiv am Arbeitsmarkt beteiligt.

China: Schwache Impulse aus der Industrie

Heute, wurde der chinesische Caixin Manufacturing PMI veröffentlicht und fiel überraschend deutlich auf 48.30 Punkte. Damit wurde nicht nur die Prognose von 50.60, sondern auch der Vormonatswert von 50.40 klar unterschritten. Ein Wert unter 50 signalisiert eine Kontraktion im verarbeitenden Gewerbe – ein Warnsignal für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas, zumal viele Marktteilnehmer mit einer leichten Erholung gerechnet hatten.

Am Donnerstag, dem 5. Juni, folgt um 03:45 Uhr der Caixin Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor. Im Vormonat lag dieser bei 50.70 Punkten – auch hier dürfte die Entwicklung genau beobachtet werden, um besser einschätzen zu können, ob die Schwäche in der Industrie durch stabile Dienstleistungen abgefedert wird.

Am Samstag, dem 7. Juni, werden schließlich die chinesischen Devisenreserven veröffentlicht. Im Vormonat lagen diese bei 3.28 Billionen US-Dollar. Die Zahlen geben Einblick in die Stärke der Währungsreserven und können Hinweise auf Kapitalflüsse und die Währungsstabilität liefern.

Japan

Am Dienstag spricht der japanische Notenbankchef Kazuo Ueda. Die Bank of Japan verfolgt traditionell eine sehr lockere Geldpolitik, doch angesichts steigender Inflation wächst der Druck, Zinserhöhungen ins Auge zu fassen. Märkte hoffen auf klare Aussagen zur strategischen Neuausrichtung, nachdem in den vergangenen Wochen Sorgen um einen möglichen japanischen Staatsbankrott mit gravierenden Folgen für die Weltwirtschaft aufgekommen waren.

Am Donnerstag erscheinen die Zahlen zu den nominalen Löhnen, die im Jahresvergleich um 2.6 Prozent steigen sollen laut Erwartung. Die Entwicklung der Löhne ist für Japan besonders wichtig, da dauerhaft steigende Löhne als Voraussetzung für eine nachhaltige Inflation gesehen werden. Bleiben die Löhne niedrig, ist auch die Inflation schwer verankert – was wiederum geldpolitische Schritte verzögern kann.

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Woche!

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Arcan Askin

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