In der Kalenderwoche 22 (25. Mai bis 1. Juni 2026) richtet sich die Aufmerksamkeit der Finanzmärkte in der zweiten Wochenhälfte auf wichtige Inflationsdaten. Den Höhepunkt bilden der von der US-Notenbank bevorzugte PCE-Preisindex am Donnerstag sowie die deutschen Verbraucherpreise am Freitag.
Mittwoch: Signale aus Japan
Die Woche beginnt ruhig und nimmt erst am Mittwoch an Fahrt auf. In den frühen Morgenstunden hält der designierte Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Kazuo Ueda, eine Rede. Solche Auftritte werden von den Märkten stets genau verfolgt, da sie Hinweise auf die zukünftige geldpolitische Ausrichtung der japanischen Zentralbank geben können, insbesondere im Hinblick auf mögliche Zinsanpassungen.
Donnerstag: Der bevorzugte Inflationsindikator der Fed
Am Donnerstagvormittag wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprechen. Ihre Äußerungen werden von Investoren auf Signale für den weiteren Zinskurs der Europäischen Zentralbank analysiert.
Am Nachmittag rücken dann die USA in den Fokus. Veröffentlicht wird die Kernrate der persönlichen Konsumausgaben (PCE-Preisindex). Dieser Index misst die Preisänderungen von Konsumgütern und Dienstleistungen, klammert aber die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie aus. Er gilt als der von der US-Notenbank (Fed) bevorzugte Inflationsindikator. Der vorherige Wert für die Monatsrate lag bei 0.30 Prozent, für die Jahresrate bei 3.20 Prozent. Diese Daten sind entscheidend für die Einschätzung, ob der Inflationsdruck in den USA weiter nachlässt.
Freitag: Inflation in Japan und Deutschland
Der Freitag ist geprägt von weiteren wichtigen Preisdaten. In Japan wird der Tokioter Verbraucherpreisindex veröffentlicht, der als Frühindikator für die landesweite Inflation gilt. Der vorherige Wert für die Jahresrate lag bei 1.50 Prozent. Die Kernrate (ohne Lebensmittel und Energie) notierte zuletzt bei 1.90 Prozent.
Am Nachmittag folgen die Inflationsdaten aus Deutschland. Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs von Konsumgütern und Dienstleistungen.
Für den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) auf Jahresbasis, der für den europäischen Vergleich berechnet wird, wird ein leichter Rückgang von 2.90 Prozent auf 2.80 Prozent erwartet. Auch für den nationalen Verbraucherpreisindex (Jahr) wird ein Rückgang von 2.90 Prozent auf 2.80 Prozent prognostiziert. Der vorherige Monatswert lag bei 0.60 Prozent.
Zeitgleich wird in Kanada das annualisierte Bruttoinlandsprodukt (BIP) veröffentlicht. Das BIP ist das umfassendste Maß für die wirtschaftliche Aktivität und misst den Wert aller in einem Land produzierten Waren und Dienstleistungen. Der vorherige Wert lag bei -0.60 Prozent, was auf eine wirtschaftliche Schrumpfung hindeutete.
Sonntag: Einkaufsmanagerindizes aus China
Die Woche endet am Sonntag mit Daten aus China. Veröffentlicht werden die NBS Einkaufsmanagerindizes (EMI). Diese Indizes basieren auf Umfragen unter Einkaufsmanagern und gelten als verlässliche Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung. Ein Wert über 50 deutet auf Wachstum hin, ein Wert darunter auf Schrumpfung. Der vorherige Wert für den Dienstleistungssektor lag bei 49.40, was auf eine leichte Kontraktion hindeutet. Für das verarbeitende Gewerbe notierte der Index zuletzt bei 50.30 und signalisierte damit ein minimales Wachstum.
Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche!





