In der Kalenderwoche 20 (11. bis 15. Mai 2026) richtet sich die Aufmerksamkeit der Finanzmärkte auf eine Reihe wichtiger Inflationsdaten aus den größten Volkswirtschaften der Welt. Den Höhepunkt bilden die US-Verbraucherpreise am Dienstag. Im weiteren Verlauf der Woche rücken dann Wachstumsdaten aus Großbritannien und Konsumdaten aus den USA in den Mittelpunkt.
Montag: Inflationsdaten aus China
Die Woche begann bereits heute in den frühen Morgenstunden mit Daten aus Asien. In China wurde der Verbraucherpreisindex (VPI) für das Jahr veröffentlicht. Dieser Index misst die durchschnittliche Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs von Konsumgütern und Dienstleistungen und ist der wichtigste Indikator für die Inflation. Für die Jahresrate wurde ein leichter Anstieg von einem Prozent auf 1.2 Prozent bekanntgegeben. Der Vorwert lag bei einem Prozent.
Dienstag: US-Verbraucherpreise und deutsche Inflation
Der Dienstag ist der wichtigste Tag der Woche für Inflationsdaten. Zunächst wird in Deutschland der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) auf Jahresbasis gemeldet. Dieser Index wird nach einheitlichen europäischen Standards berechnet, um die Inflation innerhalb der Eurozone vergleichbar zu machen. Die Prognose geht von einer konstanten Jahresrate von 2.90 Prozent aus.
Am Nachmittag folgen dann die mit Spannung erwarteten US-Verbraucherpreise (VPI). Für die Jahresrate des Gesamt-VPI wird ein leichter Anstieg von 3.30 Prozent auf 3.40 Prozent prognostiziert, während die Monatsrate voraussichtlich von 0.90 Prozent auf 0.60 Prozent sinken wird.
Besondere Beachtung findet zudem die Kernrate des Verbraucherpreisindex (ohne Lebensmittel und Energie). Diese klammert volatile Komponenten aus und gilt als präziseres Maß für den zugrunde liegenden Inflationstrend. Für die Monatsrate der Kerninflation wird ein Anstieg von 0.20 Prozent auf 0.40 Prozent erwartet. Die vorherige Jahresrate der Kerninflation lag bei 2.60 Prozent.
Mittwoch: US-Erzeugerpreise und EZB-Rede
Am Mittwoch stehen weitere Preisdaten aus den USA auf der Agenda. Veröffentlicht wird der Erzeugerpreisindex exklusive Energie und Nahrungsmittel (Jahr). Dieser Index misst die durchschnittliche Preisveränderung, die inländische Produzenten für ihre Güter und Dienstleistungen erhalten, wobei die volatilen Preise für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden. Er gilt als wichtiger Frühindikator für die Verbraucherinflation. Der vorherige Wert lag bei 3.80 Prozent.
Am Abend wird zudem EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprechen. Ihre Äußerungen werden von den Märkten stets genau analysiert, um mögliche Hinweise auf die zukünftige geldpolitische Ausrichtung der Europäischen Zentralbank zu erhalten.
Donnerstag: Britisches BIP und US-Einzelhandel
Der Donnerstag bringt wichtige Wachstums- und Konsumdaten. In Großbritannien wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) veröffentlicht. Das BIP ist das umfassendste Maß für die wirtschaftliche Aktivität und misst den Wert aller in einem Land produzierten Waren und Dienstleistungen. Für das Quartals-BIP wird eine deutliche Beschleunigung des Wachstums von 0.10 Prozent auf 0.60 Prozent erwartet. Das vorherige Jahres-BIP lag bei ein Prozent. Am Vormittag steht zudem ein weiterer Auftritt von EZB-Präsidentin Lagarde auf dem Programm.
Am Nachmittag rückt der US-Konsum in den Mittelpunkt. Veröffentlicht werden die Einzelhandelsumsätze für den Monat. Sie messen die Veränderung des Gesamtwerts der inflationsbereinigten Verkäufe auf Einzelhandelsebene und sind ein zentraler Indikator für die Konsumausgaben der privaten Haushalte. Hier wird ein Rückgang des Wachstums von 1.70 Prozent auf 0.60 Prozent prognostiziert. Zudem wird die Kontrollgruppe der Einzelhandelsumsätze gemeldet, die bestimmte volatile Komponenten wie Autoverkäufe ausschließt und als präziseres Maß für den zugrunde liegenden Konsumtrend gilt. Der vorherige Wert lag bei 0.70 Prozent.
Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche!






