In der Kalenderwoche 17 (20. bis 27. April 2026) richtet sich die Aufmerksamkeit der Finanzmärkte auf eine Reihe wichtiger Frühindikatoren. Den Höhepunkt der Woche bildet der Donnerstag mit einer Flut an Einkaufsmanagerindizes aus Europa und den USA. Zuvor stehen jedoch Inflationsdaten aus Kanada und Konsumdaten aus den USA auf der Agenda.
Montag: Kanadische Inflation und EZB-Rede
Die Woche beginnt am Montag mit wichtigen Inflationsdaten aus Kanada. Veröffentlicht wird der Verbraucherpreisindex (VPI) für das Jahr. Dieser Index misst die durchschnittliche Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs von Konsumgütern und Dienstleistungen. Für die Jahresrate wird ein Anstieg von 1.80 Prozent auf 2.50 Prozent erwartet. Zeitgleich wird der BoC Kern-Verbraucherpreisindex (Jahr) gemeldet, der volatile Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel ausschließt. Der vorherige Wert lag hier bei 2.30 Prozent.
Am Abend wird zudem EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprechen. Ihre Äußerungen werden von den Märkten stets genau analysiert, um mögliche Hinweise auf die zukünftige geldpolitische Ausrichtung der Europäischen Zentralbank zu erhalten.
Dienstag und Mittwoch: US-Einzelhandel und weitere EZB-Signale
Am Dienstag rückt der US-Konsum in den Mittelpunkt. Veröffentlicht werden die Einzelhandelsumsätze für den Monat. Sie messen die Veränderung des Gesamtwerts der inflationsbereinigten Verkäufe auf Einzelhandelsebene und sind ein zentraler Indikator für die Konsumausgaben der privaten Haushalte. Hier wird ein deutlicher Anstieg des Wachstums von 0.60 Prozent auf 1.30 Prozent prognostiziert. Zudem wird die Kontrollgruppe der Einzelhandelsumsätze gemeldet, die bestimmte volatile Komponenten wie Autoverkäufe ausschließt und als präziseres Maß für den zugrunde liegenden Konsumtrend gilt. Der vorherige Wert lag bei 0.50 Prozent.
Am Mittwochabend steht ein weiterer Auftritt von EZB-Präsidentin Lagarde auf dem Programm, der erneut für Aufmerksamkeit an den Märkten sorgen dürfte.
Donnerstag: Flut an Einkaufsmanagerindizes
Der Donnerstag ist der wichtigste Tag der Woche, geprägt von der Veröffentlichung zahlreicher Einkaufsmanagerindizes (EMI). Diese Indizes basieren auf Umfragen unter Einkaufsmanagern und gelten als verlässliche Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung. Ein Wert über 50 deutet auf Wachstum hin, ein Wert darunter auf Schrumpfung.
Den Auftakt macht Deutschland mit den HCOB Einkaufsmanagerindizes. Der vorherige Wert für den Gesamtindex lag bei 51.90, für den Dienstleistungssektor bei 50.90 und für das verarbeitende Gewerbe bei 52.20. Alle drei Werte deuteten zuletzt auf eine Expansion hin.
Kurz darauf folgen die entsprechenden Daten für die gesamte Eurozone. Hier lag der vorherige HCOB Composite EMI bei 50.70, der EMI für Dienstleistungen bei 50.20 und der EMI des verarbeitenden Gewerbes bei 51.60. Auch hier befanden sich alle Sektoren zuletzt im Wachstumsbereich.
Am Nachmittag rücken dann die USA in den Fokus. Veröffentlicht werden die S&P Global Einkaufsmanagerindizes. Der vorherige Wert für das verarbeitende Gewerbe lag bei 52.30, was auf Wachstum hindeutet. Der EMI für Dienstleistungen notierte zuletzt bei 49.80 und signalisierte damit eine leichte Schrumpfung in diesem Sektor.





