In der Kalenderwoche 15 richten sich die Blicke der Finanzmärkte fast ausschließlich auf die USA. Eine regelrechte Flut an Inflationsdaten wird veröffentlicht, die entscheidend für den weiteren Kurs der US-Notenbank (Fed) sein könnten. Flankiert werden diese Zahlen von wichtigen Daten aus Europa und Kanada.
Montag und Mittwoch: US-Dienstleistungen und Euro-Einzelhandel
Die Woche beginnt am Montag mit dem ISM Einkaufsmanagerindex (EMI) für den Dienstleistungssektor in den USA. Dieser Indikator basiert auf einer monatlichen Umfrage unter Einkaufsmanagern und misst die geschäftliche Aktivität im Dienstleistungsbereich. Ein Wert über 50 deutet auf Wachstum hin. Für diesen Monat wird ein leichter Rückgang von 56.10 auf 55.00 erwartet, was weiterhin auf eine solide Expansion hindeutet.
Am Mittwoch stehen die Einzelhandelsumsätze der Eurozone im Fokus. Sie messen die Veränderung des Gesamtwerts der inflationsbereinigten Verkäufe auf Einzelhandelsebene und sind ein wichtiger Indikator für die Konsumausgaben. Hier wird ein leichter Rückgang des Jahreswachstums von 2 Prozent auf 1.80 Prozent prognostiziert. Am Abend wird zudem das FOMC-Protokoll der US-Notenbank veröffentlicht, das tiefere Einblicke in die jüngsten geldpolitischen Diskussionen gewährt.
Donnerstag: Der bevorzugte Inflationsindikator der Fed
Der Donnerstag bringt den ersten Teil des US-Inflations-Doppelschlags. Veröffentlicht wird die Kernrate der persönlichen Konsumausgaben (PCE-Preisindex). Dieser Index misst die Preisänderungen von Konsumgütern und Dienstleistungen, klammert aber die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie aus. Er gilt als der von der Fed bevorzugte Inflationsindikator. Für die Jahresrate wird ein leichter Rückgang von 3.10 Prozent auf drei Prozent erwartet, während die Monatsrate voraussichtlich konstant bei 0.40 Prozent bleibt.
Freitag: Globale Inflationsdaten und US-Verbrauchervertrauen
Der Freitag ist vollgepackt mit weiteren wichtigen Daten. Aus China wird der Verbraucherpreisindex (VPI) gemeldet, der die durchschnittliche Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs misst. Hier wird ein leichter Rückgang der Jahresrate von 1.30 Prozent auf 1.20 Prozent erwartet. In Deutschland wird der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) veröffentlicht, der für den europäischen Vergleich berechnet wird. Die Prognose geht von einer konstanten Jahresrate von 2.80 Prozent aus.
Am Nachmittag folgen die mit Spannung erwarteten US-Verbraucherpreise (VPI). Für die Jahresrate des Gesamt-VPI wird ein deutlicher Anstieg von 2.40 Prozent auf 3.40 Prozent prognostiziert, auch die Monatsrate soll von 0.30 Prozent auf 0.90 Prozent steigen. Bei der Kernrate (ohne Lebensmittel und Energie) wird ebenfalls ein Anstieg erwartet: Die Jahresrate soll von 2.50 Prozent auf 2.70 Prozent klettern, die Monatsrate von 0.20 Prozent auf 0.30 Prozent. Diese Zahlen könnten die Fed unter Druck setzen.
Zeitgleich veröffentlicht Kanada wichtige Arbeitsmarktdaten. Die Nettoveränderung der Beschäftigung soll sich von -83 900 auf +12 600 Stellen verbessern, während die Arbeitslosenquote voraussichtlich leicht von 6.70 Prozent auf 6.80 Prozent steigen wird. Den Abschluss der Woche bildet das Uni-Michigan Verbrauchervertrauen aus den USA, ein wichtiger Stimmungsindikator, für den ein Rückgang von 53.30 auf 52.50 erwartet wird.
Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche!





