Wie funktionieren eigentlich CFDs?
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Wie funktionieren eigentlich CFDs?

Author

Louisa Hellmann

Was sind CFDs?

CFDs (engl. für „Contracts for Difference“) oder auch Differenzkontrakte wurden ursprünglich in den 1980er Jahren von der Schweizer Großbank UBS erfunden, um die britische Stempelsteuer zu umgehen, die jede an der London Stock Exchange ausgeführte Transaktion mit einer Gebühr über 0.5% belegte. Es handelt sich dabei um Finanzderivate, oder genauer gesagt um Kreditderivate, die noch heute außerbörslich, also als sogenannter OTC („Over the Counter“)-Handel getätigt und somit deutlich weniger reguliert werden als börsengehandelte Wertpapiere.

Als Derivate sind CFDs abhängig von der Wertentwicklung eines bestimmten Basiswerts, der in Aktien, ETFs („Exchange Traded Funds“), Indizes, Rohstoffen, Forex (Währungen), Kryptowährungen und Anleihen bestehen kann. So orientiert sich zum Beispiel die Kursentwicklung eines CFDs auf den DAX Index an der des tatsächlichen DAX Index. Die Anleger erwerben also nicht das reale Finanzprodukt, sondern spekulieren lediglich auf dessen Wertentwicklung, wobei die Wertdifferenz des Finanzproduktes zwischen dem Zeitpunkt des Differenzkontrakt-Beginns und dem des Differenzkontrakt-Endes gehandelt wird.

Wie funktionieren CFDs?

CFDs werden in standardisierten Kontrakten, auch Lots genannt, gehandelt. Der Wert eines Kontrakts hängt dabei von dem entsprechenden Basiswert ab und stimmt mit dessen Handelsgröße überein. Silber zum Beispiel wird zu 5000 Freiunzen pro Kontrakt gehandelt, sodass ein Silber-CFD ebenfalls dieser Einheit entspricht. Bei Aktien-CFDs steht ein Kontrakt in der Regel für eine Aktie. Die Preise von CFDs werden bidirektional angegeben, also als Kaufpreis, zu dem man einen Long-CFD eröffnen kann, und als Verkaufspreis, zu dem man einen Short-CFD eröffnen kann, wobei sie sich stets leicht von den tatsächlichen aktuellen Preisen des entsprechenden Basiswerts unterscheiden. Diese Differenz wird Spread genannt und (außer bei Aktien-CFDs) als Gebühr für die Eröffnung des CFDs genutzt.

Eröffnet man einen CFD, bezahlt man nicht den tatsächlichen Preis des entsprechenden Basiswerts, sondern nur einen Bruchteil davon. Bei diesem als „Handeln auf Margin“ bezeichneten Vorgehen hinterlegt man lediglich eine Geldsicherheit bei dem Broker – die Marge oder Margin – und dieser übernimmt den übrigen Anteil. Die Mindestmarginsätze werden dabei je nach Basiswert von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) festgelegt. Liegt der Marginsatz etwa bei 10% des aktuellen Basiswertkurses, müssen bei einem Kursstand von €50 beispielsweise €5 Margin als Sicherheit hinterlegt werden. Durch das „Handeln auf Margin“ kommt ebenso der sogenannte „Hebel“, im Englischen auch als „Leverage“ bezeichnet, zum Einsatz. Denn obwohl man nur einen Bruchteil des tatsächlichen Basiswertpreises bezahlt hat, kann man den vollständigen Ertrag erzielen, der somit „gehebelt“ wurde. So können überproportional hohe Gewinne, aber auch ebenso große Verluste gemacht werden.

Wie wird mit CFDs gehandelt?

CFD-Handel basieren also auf der Vorhersage für die Kursentwicklung eines bestimmten Basiswerts und haben die Differenz zwischen dem Kursstand zur CFD-Eröffnung und dem zum CFD-Ende als Handelsgegenstand. Bei der Eröffnung eines CFDs legt man fest, ob man auf einen steigenden Kurs spekuliert und einen Kontrakt von einem Anbieter kauft, also „long“ geht, oder auf einen fallenden Kurs setzt und einen Kontrakt an einen Anbieter verkauft, also „short“ geht. Geschlossen wird ein CFD-Handel jeweils, indem eine Position in die entgegengesetzte Richtung zu der platziert wird, die bei der Eröffnung ausgewählt wurde. Hat man also 200 Gold-Kontrakte gekauft, müssen dementsprechend 200 Gold-Kontrakte verkauft werden, um den Handel zu schließen. Der Gewinn oder Verlust, zu dem allerdings in der Regel noch Gebühren, Zinsen und Provisionen hinzukommen, wird anschließend folgendermaßen berechnet: Die Anzahl der Kontrakte wird mit ihrem jeweiligen Wert multipliziert. Diese Summe wird dann wiederum mit der Wertdifferenz zwischen Eröffnungs- und Schließungskurs des CFD multipliziert. Im Falle einer Long-Position erzielt der Anleger also Gewinn, wenn der Kurs innerhalb der CFD-Laufzeit gestiegen ist. Im Falle einer Short-Position ist es umgekehrt. Bei der Berechnung kommt dann auch wieder der Hebel ins Spiel. Hat zum Beispiel eine Aktie einen Wert von €66, es wird aber bei der Eröffnung des CFDs nur €1 als Margin hinterlegt, beträgt der Hebel dementsprechend 66. Steigt der Aktienkurs innerhalb der CFD-Laufzeit nun um €1, entspricht dies beim CFD einem Gewinn oder Verlust von 100% – je nachdem, ob es sich um eine Long- oder Short-Position handelt. Würde man in diesem Beispiel mit der tatsächlichen Aktie handeln, würde der Kursgewinn oder -verlust hingegen nur 1.5% betragen.

Vor- Nachteile von CFDs

Trotz des Verlustrisikos bietet der Handel mit CFDs Anlegern auch einige Vorteile. Die Hauptattraktivität dürfte für viele die große Handelssumme bei einem vergleichsweise geringen Kapitaleinsatz sein. Es ist also nicht das gesamte Kapital gebunden, sondern kann aufgeteilt und anderweitig investiert werden. Die Hebelwirkung kann zudem hohe Gewinne bei nur kleinen Kursbewegungen ermöglichen – und das bei Entwicklungen in beide Richtungen. Weiterhin besteht keinerlei Beschränkung auf die Handelszeiten der Börsen, sodass aus einem Handelskonto weltweit Positionen hinterlegt werden können. Auch in Sachen Sicherheit wird immer mehr für die Anleger getan. So ist aufgrund einer Verfügung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) seit August 2017 der CFD-Handel für Privatanleger nur noch ohne Nachschusspflicht erlaubt. Dies bedeutet, dass Broker offene Positionen schließen müssen, sobald die hinterlegte Margin aufgebraucht ist, sodass Anleger nicht mehr als ihr investiertes Kapital verlieren können. Dies kann allerdings gegebenenfalls auch zu Lasten des Anlegers gehen, wenn es sich nur um kurzfristige Kursschwankungen handelt. Wie bei allen Anlageformen gilt es eben auch bei dieser, sich gut zu informieren und seine Optionen abzuwägen, damit man sein volles Handels- und Handlungspotenzial ausschöpfen kann.

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Louisa Hellmann

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