Was sind Aktien?
Aktien sind Anteile an Unternehmen, die man an der Börse kaufen kann. Sie sind aus der modernen Finanzwelt nicht mehr wegzudenken. Ob als langfristige Geldanlage, für die Altersvorsorge oder als Investment, Aktien spielen eine zentrale Rolle im Vermögensaufbau. Dennoch haben viele Menschen noch Berührungsängste oder kennen die grundlegenden Funktionsweisen nicht. In diesem Artikel erfahren Sie, was genau Aktien sind, wie sie funktionieren, welche Arten es gibt und welche Begriffe Sie kennen sollten, wenn Sie sich mit dem Thema Aktien beschäftigen.
Die wichtigsten Informationen des Artikels auf einen Blick:
- Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen, Käufer werden Miteigentümer und können von Kursgewinnen und Dividenden profitieren.
- Es ist wichtig zu verstehen, was Aktien sind, weil sie eine zentrale Rolle beim Vermögensaufbau spielen. Nur wer die Grundlagen kennt, kann Chancen und Risiken an der Börse richtig einschätzen, fundierte Entscheidungen treffen und langfristig von Kursgewinnen oder Dividenden profitieren.
- Aktienkurse entstehen durch Angebot und Nachfrage und schwanken während der Handelszeiten.
- Der Aktienkauf erfolgt heute meist online über Broker mit einem Wertpapierdepot.
- Unternehmen nutzen Aktien zur Kapitalbeschaffung, z. B. beim Börsengang (IPO), ohne Schulden aufzunehmen.
- Es gibt verschiedene Kategorien von Aktien – z. B. Dividenden-, ETF-, Blue-Chip-, Tech- oder KI-Aktien – mit jeweils unterschiedlichen Chancen und Risiken.
Was sind Aktien einfach erklärt
Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil an einem Unternehmen repräsentiert. Wenn Sie eine Aktie kaufen, erwerben Sie also einen kleinen Teil des jeweiligen Unternehmens. Damit sind Sie Miteigentümer und haben – je nach Aktienklasse und Geschäftsregelungen – beispielsweise das Recht, an Hauptversammlungen teilzunehmen und gegebenenfalls eine Dividende zu erhalten. Der Preis einer Aktie ändert sich ständig und richtet sich nach Angebot und Nachfrage an der Börse. In der Regel sind die Börsen zum freien Handel von Montag bis Freitag geöffnet. Die genauen Handelszeiten variieren von Region zu Region.
Aktien kaufen können Sie heute ganz einfach online: Über sogenannte Broker-Plattformen oder Direktbanken eröffnen Sie ein Wertpapierdepot. Nach der Einrichtung wählen Sie eine Aktie aus, geben die gewünschte Stückzahl ein und bestätigen den Kauf. Der Betrag wird dann direkt von Ihrem Konto abgebucht, und die Aktie erscheint im Depot.
Kurz erklärt:
- Eine Aktie ist ein Unternehmensanteil.
- Sie profitieren, wenn das Unternehmen wächst und die Nachfrage nach der Aktie steigt. Dann steigt auch ihr Preis. Wenn das Unternehmen Verluste macht, steigt häufig der Verkaufsdruck und die Aktie verliert an Wert.
- Der Wert schwankt zu Handelszeiten täglich durch Angebot und Nachfrage.
Beispiel:
Sie kaufen eine Aktie von Unternehmen X für 50 Euro pro Aktie. Wenn der Kurs auf 70 Euro steigt und Sie verkaufen, haben Sie 20 Euro Gewinn gemacht, abzüglich eventueller Steuern und Gebühren. Wenn der Kurs auf 30 Euro fällt und Sie verkaufen, haben Sie einen Verlust von 20 Euro gemacht.
Was sind Hebel bei Aktien?
Hebelprodukte ermöglichen es, überproportional von Kursbewegungen zu profitieren – sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen. Allerdings erhöht sich dadurch auch das Risiko eines Totalverlusts. Hebel kommen zum Beispiel bei sogenannten Future-Kontrakten zum Einsatz. Für private Anleger gilt: Hebelprodukte sollten nur mit ausreichender Erfahrung genutzt werden. Eine falsche Einschätzung der Marktlage kann schnell teuer werden.
Hier ein Beispiel: Ein Anleger setzt mit einem fünffachen Hebel von auf die steigende Aktie eines Unternehmens. Steigt der Kurs um zwei Prozent, erzielt er einen Gewinn von zehn Prozent. Fällt der Kurs jedoch um zwei Prozent, verliert er ebenfalls zehn Prozent. Der Hebel verstärkt also sowohl Gewinne als auch Verluste. Wird eine Position liquidiert, ist das gesamte eingesetzte Geld weg. Das kann bereits bei Schwankungen von wenigen Prozent passieren. Kauft man Aktien normal (das bezeichnet man auch als Spot-Käufe), ist die Gefahr eines Totalverlusts nicht annähernd so groß.
Seit wann gibt es Aktien?
Aktien gibt es schon seit mehreren Jahrhunderten. Die erste offiziell anerkannte Aktiengesellschaft war die niederländische Vereinigte Ostindien-Kompanie (VOC), die im Jahr 1602 gegründet wurde. Sie gab Anteile an Investoren aus, um die extrem teuren und riskanten Seereisen nach Asien zu finanzieren. Diese Anteile – also Aktien – ermöglichten es, große Summen Kapital von vielen Geldgebern einzusammeln und gleichzeitig das finanzielle Risiko auf mehrere Schultern zu verteilen.
Wenn Sie im Jahr 1602 also einer der Investoren der VOC waren und eine Aktie erworben haben, haben Sie damit geholfen, eine Handelsreise zu finanzieren. Kam das Schiff erfolgreich zurück – mit Gewürzen, Stoffen oder Tee – wurde die Ware mit hohem Gewinn verkauft. Ein Teil dieses Gewinns wurde dann an die Investoren ausgeschüttet. So konnten Sie mit Ihrem Kapitaleinsatz an den Erträgen beteiligt werden, ohne selbst an Bord gewesen zu sein.
Dieses Prinzip ist bis heute gültig: Unternehmen nutzen Aktien, um neues Kapital einzusammeln, ohne dabei Kredite aufnehmen zu müssen. Stattdessen geben sie Anteile am Unternehmen ab. Geht ein Unternehmen an die Börse – das nennt man Börsengang oder IPO (Initial Public Offering) – öffnet es sich für eine Vielzahl neuer Investoren. Das eingenommene Geld wird dann oft für Wachstum, Forschung oder neue Produkte verwendet.
Kurz gesagt: Aktien wurden eingeführt, um große Projekte zu finanzieren, ohne sich zu verschulden – und genau das ist auch heute noch einer der Hauptgründe für einen Börsengang.
Seit wann gibt es Aktien in Deutschland?
In Deutschland begann die Geschichte der Aktien im 18. Jahrhundert. Die erste deutsche Aktiengesellschaft war die Königlich privilegierte Seehandlung in Berlin, gegründet im Jahr 1772. Die Frankfurter Börse wurde bereits 1585 gegründet, jedoch dauerte es noch eine Weile, bis Aktien dort eine größere Rolle spielten.
Was sind Derivate Aktien?
Derivate sind keine Aktien im klassischen Sinne, sondern Finanzinstrumente, deren Wert von einem Basiswert wie einer Aktie abgeleitet ist. Mit Derivaten können Sie auf Kursveränderungen spekulieren, sowohl nach oben als auch nach unten, ohne die zugrunde liegende Aktie selbst zu besitzen. Typische Derivate sind zum Beispiel Optionen oder Futures. Sie bergen ein höheres Risiko und eignen sich daher eher für erfahrene Anleger.
Kurz erklärt: Stellen Sie sich vor, Sie glauben, dass die Aktie von Unternehmen X bald stark steigen wird. Anstatt die Aktie selbst zu kaufen, erwerben Sie eine Kaufoption (Call-Option), die Ihnen das Recht gibt, die Aktie zu einem festen Preis zu kaufen. Steigt der Kurs wie erwartet, können Sie die Aktie zum Stichtag günstiger kaufen, als sie dann eigentlich ist – oder die Option selbst mit entsprechendem Gewinn verkaufen, ohne je die Aktie selbst besessen zu haben. Fällt der Kurs jedoch, verlieren Sie möglicherweise Ihren gesamten Einsatz.
Was sind ADR Aktien?
ADR steht für American Depositary Receipt. Dabei handelt es sich um ein handelbares Zertifikat, das den Besitz von Aktien ausländischer Unternehmen in den USA ermöglicht. Ein ADR repräsentiert dabei eine oder mehrere Aktien des Originalunternehmens.
Diese Form ist besonders für US-Anleger interessant, weil sie dadurch ausländische Unternehmen einfach über ihre heimische Börse in US-Dollar handeln können – ohne ein Depot im Ausland eröffnen oder mit Fremdwährungen arbeiten zu müssen. Doch auch europäische Anleger können ADRs über internationale Broker handeln, um etwa chinesische Unternehmen zu investieren, die in den USA gelistet sind.
Zum Beispiel: Ein chinesisches Technologieunternehmen möchte Anleger in den USA erreichen. Es gibt ADRs aus, die an der New Yorker Börse gehandelt werden. Ein Investor in den USA kann so über den Kauf des ADR-Zertifikats am Unternehmen teilhaben, ohne direkt Aktien an einer chinesischen Börse kaufen zu müssen.
Was sind Dividenden Aktien?
Dividendenaktien sind Anteile an Unternehmen, die regelmäßig einen Teil ihres Gewinns ausschütten, meist vierteljährlich oder jährlich. Der Vorteil: Sie erhalten laufende Erträge, unabhängig vom aktuellen Aktienkurs.
Im Gegensatz dazu steht die thesaurierende Variante: Hier wird die Dividende nicht ausgezahlt, sondern automatisch wieder in neue Anteile reinvestiert. Dadurch steigt der Wert des Investments kontinuierlich an. Der sogenannte Zinseszinseffekt kann langfristig für eine höhere Gesamtrendite sorgen.
Diese Aktien lohnen sich besonders für:
- Anleger, die passives Einkommen suchen.
- Menschen im Ruhestand, die ohne erhöhtes Risiko an der Börse spekulieren möchten.
Beispiel:
Wenn Sie 100 Aktien besitzen und das Unternehmen eine Dividende von 1.50 Euro pro Aktie zahlt, erhalten Sie 150 Euro – oft einmal jährlich oder quartalsweise.
Was sind ETF Aktien?
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist keine einzelne Aktie, sondern ein Fonds, der viele Aktien enthält. Er bildet die Wertentwicklung eines Indexes wie DAX oder S&P 500 nach. Ein Index ist eine Kennzahl, die die Entwicklung eines bestimmten Aktienmarktes oder eines einzelnen Marktsegments abbildet – zum Beispiel die 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands im DAX oder die wichtigsten US-Unternehmen im S&P 500.
Anders als bei einer Einzelaktie investieren Anleger hier nicht in ein einzelnes Unternehmen, sondern in einen ganzen Markt oder ein bestimmtes Segment. Das senkt das Risiko, weil Verluste einzelner Aktien durch Gewinne anderer ausgeglichen werden können. ETFs sind meist passiv verwaltet und deshalb besonders kostengünstig.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von ETFs: ausschüttende und thesaurierende. Bei ausschüttenden ETFs werden etwaige Dividenden regelmäßig an die Anleger ausgezahlt – meist quartalsweise oder jährlich.
Thesaurierende ETFs hingegen schütten die Dividenden nicht aus, sondern reinvestieren sie automatisch innerhalb des Fonds. Dadurch steigt der Wert der Anteile langfristig stärker an, weil der sogenannte Zinseszinseffekt zum Tragen kommt, ganz ohne eigenes Zutun.
Wichtige Aktienformen im Überblick:
Was sind Value Aktien?
Value-Aktien sind unterbewertete Aktien, deren aktueller Marktpreis unter dem geschätzten inneren Wert liegt. Die Idee: Wer heute günstig kauft, profitiert langfristig von einer soliden Kursentwicklung und regelmäßigen Dividenden.
Diese Strategie wurde besonders durch Investoren wie Warren Buffett bekannt. Sie richtet sich vor allem an langfristig orientierte Anleger, die auf Stabilität und verlässliche Unternehmenskennzahlen setzen.
Was sind Blue Chip Aktien?
Blue Chips sind Aktien großer, etablierter Unternehmen mit stabiler Geschäftsentwicklung und hoher Marktkapitalisierung. Sie gelten als besonders zuverlässig, weil sie sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bewähren.
Typische Blue-Chip-Unternehmen sind etwa Apple, Nvidia oder Siemens. Ihre Aktien sind oft Bestandteil großer Indizes wie dem Dow Jones oder DAX und bilden das Rückgrat vieler Depots.
Was sind Meme Aktien?
Meme-Aktien sind Aktien, die vor allem durch Internet-Hypes und soziale Medien bekannt werden. Sie steigen oft sprunghaft im Wert, nicht wegen ihrer Geschäftszahlen, sondern durch das kollektive Handeln von Kleinanlegern, die sich auf Social Media absprechen.
Ein bekanntes Beispiel ist GameStop: Die Aktie schoss 2021 massiv in die Höhe, weil sich Nutzer auf Reddit zusammenschlossen und gemeinsam kauften. Solche Kursbewegungen gelten als spekulativ und sehr riskant.
Was sind Tech Aktien?
Tech-Aktien stammen aus der Technologiebranche, also von Unternehmen, die Software, Hardware, digitale Plattformen oder Internetdienste anbieten. Viele dieser Unternehmen investieren stark in Innovationen und neue Märkte. Bekannte Tech Aktien kommen zum Beispiel von Unternehmen wie Apple, Microsoft, Tesla, Google, Shopify und vielen weiteren visionären Tech Unternehmen.
Was sind KI Aktien?
KI-Aktien sind Anteile an Unternehmen, die sich mit Künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigen. Dazu gehören Firmen, die Software für maschinelles Lernen entwickeln, autonome Systeme programmieren oder große Datenmengen analysieren. Wegen der rasanten technologischen Entwicklung sind KI-Aktien für viele Anleger besonders spannend. Beispiele für bekannte KI-Unternehmen wären etwa Nvidia, Palantir, C3.ai, XPeng oder Alibaba.
Wichtige Fragen rund um das Thema Aktien kurz beantwortet:
Was ist eine Aktie, einfach erklärt?
Ganz einfach erklärt, ist eine Aktie ein Anteil an einem Unternehmen. Aktien können an der Börse mit der Hilfe von Brokern gekauft werden. Wer eine Aktie von einem Unternehmen besitzt, ist Miteigentümer des Unternehmens.
Kann man mit Aktien Geld verdienen?
Ja. Zum Beispiel durch Kursgewinne oder Dividenden.
Wie gewinnt eine Aktie an Wert?
Wenn das Unternehmen gute Geschäfte macht oder in der Zukunft gute Aussichten hat, steigt meist auch der Aktienkurs.
Kann ich mit 100 Euro Aktien kaufen?
Ja. Viele Online-Broker bieten den Kauf von Aktien oder ETF-Anteilen sogar bereits ab einem Euro an.




