Na, schonmal einen schlechten Arbeitstag gehabt? Bestimmt! Das kommt immer mal wieder vor, wir hoffen nur für Sie, dass es sich dabei um temporäre Probleme handelt. Falls Sie heute schon schlecht in die Woche gestartet sind, können wir Ihnen unseren Newsletter empfehlen, den wir jeden Montag an alle Interessierten heraussenden, denn heute gab es einen Gastbeitrag von unserem Leiter der Analyseabteilung, Michael Kaiser, welcher einige ermutigende Worte an Sie gerichtet hat. Wer den Newsletter für heute verpasst hat, für den gibt es heute einen Artikel, der die Stimmung deutlich anheben dürfte, wenn man mal sieht, was für Fehler unterlaufen können.
Am 28. März kam heraus, dass die britische Bank Barclays mehr als 3000 Wertpapiere zu einem bis zu 75% höherem Wert verkauft hat und nun Rückkäufe dieser Wertpapiere im Wert von über $17.6 Milliarden tätigen muss. Grund dafür ist eine Überschreitung des nordamerikanischen Börsenabkommens mit der Bank, was Barclays den Handel mit so genannten exchange-traded notes auf ein Volumen von $20.8 Milliarden begrenzt. Auf wessen Mist diese Geschichte gewachsen ist, gibt die Bank natürlich nicht bekannt, klar ist aber, dass dieses Missgeschick den betroffenen Personen quer im Magen liegen dürfte, und das schon seit Februar 2021, wo das überteuerte Verkaufen begann.
Die rechtlichen Konsequenzen sehen nun so aus, dass die Käufer der überteuerten Wertanlagen, welche aus einer Kombination von komplexen und recht undurchsichtigen Finanzinstrumenten bestehen, zurück an die Barclays Bank verkaufen dürfen, mit Zinsen. So kommen dann eben ganz schnell mal $17.6 Milliarden zusammen. Weitere $1.2 Milliarden hat sich die Bank bereits zur Seite gelegt, um die Gerichtskosten und Entschädigungszahlungen zu stemmen. Beginnen sollen die Rückkäufe der Finanzinstrumente am 1. August. 30 Tage haben dann Betroffene Zeit, der britischen Bank ihre Produkte zurück zu verkaufen.
Angenehm sind solche Entwicklungen nicht, aber im Bankenwesen schon lange nicht mehr unüblich. Erst im letzten Wochenrückblick behandelten wir zwei Entwicklungen, bei denen die Schweizer Bank Credit Suisse und der nordamerikanische Fonds Fort ebenfalls große finanzielle Rückschläge erlitten. Bei der Credit Suisse handelte es sich um eine Finanzierung eines maroden Lieferketten-Finanzdienstleisters, was der Bank einige Milliarden kostete. Durch die Pleite von Greenshill Capital, die stark von der Credit Suisse finanziert wurde, musste die Bank große Verluste hinnehmen, welche noch etliche Gerichts- und Entschädigungskosten mit sich zogen. Bei Fort haben dagegen scheinbar die Algorithmen versagt, denn der quantitative Fonds schrumpfte von einem $6.2 Milliarden schweren Asset-Volumen im Januar auf $1.9 im Juli.
Also, wenn Sie demnächst mal einen schlechten Arbeitstag haben, denken Sie daran, dass andere an ihren Schreibtischen Milliarden in den Sand setzen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen erfolgreichen Start in die Woche!




