US-Tech News: Coinbase kämpft um Tokenisierung, Oracles Nvidia-Enttäuschung
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US-Tech News: Coinbase kämpft um Tokenisierung, Oracles Nvidia-Enttäuschung

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Carlo Schmid

"Streit und Liebe": Trump verspricht faire Kanada-Zölle

Donald Trump hat bei einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney zugesichert, Kanada in den laufenden Gesprächen über US-Zölle fair zu behandeln. Gleichzeitig hielt sich der US-Präsident mit klaren Aussagen zur Zukunft des nordamerikanischen Handelsabkommens USMCA zurück. Beide Seiten bezeichneten das Treffen im Weißen Haus als positiv, betonten aber, dass ein konkreter Durchbruch noch ausstehe. Besonders betroffen von den US-Zöllen sind Kanadas Stahl-, Aluminium- und Autoindustrie.

Das Treffen hat gezeigt, wie eng wirtschaftliche Abhängigkeit und politische Spannungen zwischen den Nachbarn verwoben sind. Kanada liefert rund 75 Prozent seiner Exporte in die USA und ist daher empfindlich für Handelsmaßnahmen aus Washington. Während Trump betonte, man werde „fair, aber hart“ verhandeln, fordern Politiker in Kanada ein entschlosseneres Vorgehen gegen die US-Zölle. Trotz des rauen Tons sprachen beide Staatschefs von gegenseitigem Respekt – und sogar von „Liebe“ zwischen den Ländern.

Coinbase vs. Citadel: Streit über Tokenisierung von Aktien

Die Pläne von Coinbase, Robinhood und anderen Kryptofirmen, Aktien in digitaler Form auf der Blockchain handelbar zu machen, haben einen Streit mit der Wall Street ausgelöst. Während die Unternehmen von schnelleren Abwicklungen und 24/7-Handel schwärmen, warnt Citadel Securities in einem Brief an die US-Börsenaufsicht SEC vor erheblichen Risiken für Anleger und die Stabilität der Finanzmärkte. Coinbase führt laut Reuters Gespräche mit der SEC, um eine Genehmigung für vollständig regulierte tokenisierte Aktien zu erhalten, die denselben Schutz wie traditionelle Wertpapiere bieten sollen.

Der Konflikt hat gezeigt, wie unterschiedlich die Lager die Zukunft der Finanzmärkte sehen. Kryptofirmen sehen in der Tokenisierung einen Innovationsschub – Anleger könnten Aktien wie Bitcoin rund um die Uhr handeln. Citadel hingegen warnt, dass viele dieser Produkte eher riskante Derivate als echte Aktien seien und wichtige Rechte wie Stimmrechte oder Dividenden fehlten. Der Streit markiert einen neuen Frontverlauf zwischen traditioneller Finanzwelt und Kryptoindustrie, bei dem es um nicht weniger geht als die Frage, wer die Regeln für den Handel der Zukunft bestimmt.

Boeing geschlagen: Airbus A320 erfolgreichster Jet der Welt

Der Airbus A320 hat die Boeing 737 als meistverkauftes Flugzeug der Welt überholt. Mit der Auslieferung der 12 260. Maschine an die saudische Airline Flynas sicherte sich Airbus den Rekord, wie Daten der Luftfahrtexperten von Cirium zeigen. Seit dem Erstflug 1987 wurden über 25 000 Maschinen der beiden Modelle ausgeliefert. Während Airbus die Produktion seiner A320-Familie in den USA und China ausbaut, kämpft Boeing weiterhin mit Qualitätsproblemen und Verzögerungen bei der 737 MAX.

Airbus hat sich damit endgültig als Nummer eins im zivilen Flugzeugbau etabliert. Der Erfolg der A320-Familie, die 1988 mit moderner Fly-by-Wire-Steuerung auf den Markt kam, steht symbolisch für Europas Aufstieg in der Luftfahrt. Während Airbus steigende Auslieferungen meldet, steckt Boeing nach den Abstürzen 2018 und 2019 sowie anhaltenden Produktionsmängeln in einer tiefen Krise. Beide Hersteller planen zwar neue Modelle, doch erst, wenn effizientere Triebwerke verfügbar sind.

Nvidia investiert 20 Milliarden in Musks xAI-Chips

Elon Musks KI-Unternehmen xAI hat eine gigantische Finanzierung über 20 Milliarden Dollar aufgestellt, doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Wie Bloomberg berichtet, beteiligt sich Nvidia mit bis zu 2 Milliarden Dollar an der Eigenkapitalrunde. Die übrigen Mittel kommen über Kredite und werden in den Ausbau des Rechenzentrums Colossus 2 in Memphis investiert. Über eine spezielle Finanzierungsgesellschaft soll xAI die Nvidia-Chips kaufen und anschließend mieten, um seine KI-Modelle weiterzuentwickeln.

Der Deal zeigt, wie eng die Verbindung zwischen Chip-Herstellern und KI-Startups inzwischen ist. Nvidia nutzt seine Finanzkraft, um Partnern beim Aufbau von KI-Infrastruktur zu helfen und sich selbst langfristig Absatz zu sichern. xAI, das Musk 2023 als Alternative zu OpenAI gegründet hat, verbrennt laut Bloomberg derzeit rund 1 Milliarde Dollar pro Monat. Der Schritt soll das Projekt stabilisieren und den Wettlauf um die leistungsfähigsten KI-Modelle beschleunigen.

Oracle-Aktie fällt nach Minus-Geschäft mit Nvidia-Chips

Die Aktie von Oracle ist am Dienstag um rund drei Prozent gefallen, nachdem ein Bericht gezeigt hatte, wie gering die Gewinne aus dem Geschäft mit Nvidia-Chips ausfallen. Interne Daten zufolge erzielte Oracle in den drei Monaten bis August nur 14 Prozent Bruttomarge auf 900 Millionen Dollar Umsatz mit dem Verleih von Nvidia-Grafikprozessoren an Cloud-Kunden wie OpenAI – weit unter der Konzernmarge von etwa 70 Prozent. Die Nachricht ließ Anleger an der Rentabilität von Oracles teuren KI-Investitionen zweifeln.

Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren stark als Cloud- und KI-Anbieter neu positioniert. Doch das Geschäft mit Nvidia-Chips ist teuer: Die GPUs sind stark gefragt, und Oracle bietet sie zu aggressiven Preisen an, um im Wettbewerb mit Microsoft und Amazon mithalten zu können. Experten sehen darin ein Risiko für die Gewinnziele, auch wenn Oracle auf langfristige Projekte wie das sogenannte Stargate-Vorhaben mit OpenAI setzt – ein Netz aus riesigen Rechenzentren für KI-Anwendungen.

Und das war es schon wieder mit unserem Tech/US-Newsflash. Der nächste kommt wie gewohnt am nächsten Mittwoch. Bis dahin viel Erfolg an den Märkten.

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Carlo Schmid

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