US-Newsflash: US/China Handelsdeal, Fed-Chef-Poker, Nvidias Supercomputer für Deutschland
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US-Newsflash: US/China Handelsdeal, Fed-Chef-Poker, Nvidias Supercomputer für Deutschland

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Carlo Schmid

USA und China nähern sich einem Zoll-Deal

Die USA und China haben sich bei zweitägigen Gesprächen in London auf einen gemeinsamen Plan verständigt, um den Handel mit sensiblen Gütern wieder anzukurbeln. Die Einigung sieht vor, dass China den Export seltener Erden beschleunigt und die USA im Gegenzug einige Exportkontrollen lockern. Noch fehlt allerdings die Zustimmung von Donald Trump und Xi Jinping, ohne deren grünes Licht bleibt das Abkommen vorläufig.

Hintergrund der Gespräche ist der sogenannte Genfer Konsens, der im Mai bereits zu Zollsenkungen führte. Sogenannte Exportkontrollen, also staatliche Beschränkungen beim Export bestimmter Technologien oder Rohstoffe, wurden dabei zum zentralen Thema. Während China auf seltenen Metallen wie Neodym sitzt, dominieren die USA bei Hightech-Chips, wie den KI-Chips von Nvidia. Noch ungelöst bleiben grundlegende Streitpunkte wie das Handelsdefizit oder Vorwürfe der Marktverzerrung.

Wird Scott Bessent Powells Nachfolger als Fed-Chef?

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, „sehr bald“ einen Nachfolger für Notenbankchef Jerome Powell zu benennen und Finanzminister Scott Bessent gilt als heißer Kandidat. Zwar steht auch Ex-Fed-Gouverneur Kevin Warsh auf der Liste, doch Bessents Rolle in der wirtschaftlichen Neuausrichtung der USA hat ihm Rückenwind verschafft. Offizielle Interviews stehen zwar noch aus, doch intern laufen die Diskussionen bereits auf Hochtouren.

Powells Amtszeit endet im Mai 2026, doch Trump macht bereits seit seiner Amtseinführung Druck auf den Fed-Chef. So hat er Powell unter anderem mehrfach dazu aufgefordert, die Zinsen zu senken und auch seine Entlassung angedroht. Kritiker hinterfragen, ob Bessent die nötige Distanz zu politischen Interessen wahren könnte, da er ein enger Vertrauter von Präsident Trump ist und dazu noch kaum Erfahrung mit Geldpolitik hat.

OpenAI plant historischen Cloud-Deal mit Google

OpenAI hat im Mai eine überraschende Vereinbarung mit Google geschlossen, um künftig auch Googles Cloud-Infrastruktur für das Training und den Betrieb von KI-Modellen zu nutzen. Das haben Insider der Nachrichtenagentur Reuters verraten. Trotz des direkten Wettbewerbs (ChatGPT ist eine ernst zu nehmende Bedrohung für Googles Suchgeschäft) setzt OpenAI damit auf eine breitere Verteilung seiner Rechenkapazitäten und löst sich weiter aus der Abhängigkeit von Hauptpartner Microsoft.

Der Deal zeigt, wie groß der Bedarf an sogenannter Compute-Leistung in der KI-Branche inzwischen ist, also Rechenkraft für das Training und den Betrieb großer Sprachmodelle. Während Microsoft bisher exklusiv die Cloud-Infrastruktur für ChatGPT stellte, versucht OpenAI mit Partnern wie Google, Oracle und CoreWeave, unabhängiger zu werden. Für Google ist es ein Coup: Das Cloud-Geschäft wächst, auch wenn es intern nun zu Verteilungskonflikten kommen könnte, denn Googles eigene KI-Einheit DeepMind braucht dieselben Ressourcen.

Meta-CEO Zuckerberg sucht nach KI-Masterminds

Mark Zuckerberg hat begonnen, persönlich ein neues Superintelligenz-Team bei Meta aufzubauen, mit dem ehrgeizigen Ziel, Künstliche Allgemeine Intelligenz (AGI) zu entwickeln. Dafür will er rund 50 Top-Leute anwerben und investiert zusätzlich Milliarden in das Datenunternehmen Scale AI. Gespräche mit Kandidaten fanden teils direkt in Zuckerbergs Häusern statt, berichtet die Nachrichtenplattform Bloomberg unter Berufung auf Insider.

AGI steht für Artificial General Intelligence, auf Deutsch Künstliche Allgemeine Intelligenz und ist ein Langzeitziel vieler Tech-Unternehmen. Im Unterschied zur heutigen künstlichen Intelligenz (KI), die meist auf einzelne, klar definierte Aufgaben spezialisiert ist (z. B. Texte schreiben, Bilder erkennen, Schach spielen), soll AGI in der Lage sein, intellektuelle Aufgaben jeder Art genauso gut oder besser als ein Mensch zu lösen – unabhängig vom Thema oder Kontext. Nach interner Kritik an Metas Llama-4-Modell will Zuckerberg nun einen Neustart mit dem neuen Team.

Nvidia baut Supercomputer in Deutschland

Nvidia und der US-Konzern Hewlett Packard Enterprise (HPE) bauen gemeinsam einen KI-Supercomputer namens Blue Lion in Deutschland. Standort wird das Energieeffizienz-Rechenzentrum von Cloud&Heat in Frankfurt sein. Ziel ist es, europäische Firmen und Forschungseinrichtungen beim Training großer KI-Modelle zu unterstützen. Das Projekt wird von Nvidia-Manager Jensen Huang und HPE-CEO Antonio Neri eng begleitet.

Mit dem Bau von Blue Lion reagiert Nvidia auf die wachsende Nachfrage nach Rechenleistung für Künstliche Intelligenz – besonders im Wettbewerb mit US-Cloud-Riesen wie Microsoft und Amazon. Supercomputer wie dieser bestehen aus Tausenden Grafikprozessoren (GPUs), die speziell für parallele Berechnungen optimiert sind. Deutschland soll mit dem Projekt als KI-Standort gestärkt werden, auch weil viele europäische Firmen ungern sensible Daten in die USA auslagern.

Das war's schon mit dem US-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Mittwoch.

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