US-Newsflash: Google darf Chrome behalten, OpenAI kauft Milliarden-Startup
#Global Markets

US-Newsflash: Google darf Chrome behalten, OpenAI kauft Milliarden-Startup

Author

Carlo Schmid

OpenAI greift zu: Statsig für 1.1 Milliarden Dollar übernommen

OpenAI hat am Dienstag die Übernahme des Software-Startups Statsig für 1,1 Milliarden Dollar bekannt gegeben. Statsig ist auf die Entwicklung von Experimentier- und Datentools spezialisiert, die Unternehmen helfen, neue Funktionen in Echtzeit zu testen. Teil des Deals ist auch, dass Statsig-CEO Vijaye Raji künftig als Technologiechef in der Anwendungs-Sparte von OpenAI arbeitet. Das Unternehmen kündigte an, dass Statsig weiterhin eigenständig aus Seattle heraus operieren soll.

Die Übernahme ist ein weiterer Schritt in OpenAIs aggressiver Einkaufstour, mit der das Unternehmen seine Produktpalette erweitert. Bereits im Mai hatte OpenAI das Hardware-Startup IO von Jony Ive für rund 6,5 Milliarden Dollar gekauft. Zuvor war 2024 die Datenbankfirma Rockset übernommen worden. Mit Statsig sichert sich OpenAI nun Werkzeuge, die für datengetriebene Entscheidungen und schnelle Produktentwicklung entscheidend sind. Branchenbeobachter werten den Schritt als Hinweis darauf, dass OpenAI seine Angebote stärker auf Anwendungen für Endkunden und Unternehmen ausrichtet.

Google muss Chrome Browser doch nicht verkaufen: Aktie steigt

Ein US-Bundesrichter hat entschieden, dass Google sein erfolgreiches Chrome-Geschäft nicht verkaufen muss, obwohl das Unternehmen zuvor wegen illegaler Monopolpraktiken im Suchmarkt verurteilt worden war. Stattdessen ordnete das Gericht an, dass Google Suchdaten mit Rivalen wie Microsoft oder DuckDuckGo teilen muss. Zudem dürfen Gerätehersteller künftig den Google Play Store nutzen, ohne alle Google-Apps vorinstallieren zu müssen. Exklusive Verträge sind verboten, Zahlungen an Partner wie Apple für die Voreinstellung der Google-Suche bleiben aber zunächst erlaubt.

Für Google und Apple ist das Urteil ein Erfolg: Die Alphabet-Aktie stieg nachbörslich um bis zu 8.7 Prozent, Apple legte rund 4.3 Prozent zu. Das US-Justizministerium hatte eigentlich härtere Maßnahmen gefordert, darunter den Verkauf von Chrome. Kritiker wie DuckDuckGo-Chef Gabriel Weinberg halten die Auflagen für unzureichend, um Googles Marktmacht effektiv zu brechen. Dennoch gilt die Entscheidung als historisch, da sie den Umgang mit Tech-Giganten wie Meta, Amazon oder Apple künftig maßgeblich beeinflussen könnte.

Zscaler Aktie steigt nach Quartalsbericht

Die Aktie von Zscaler ist nach Veröffentlichung der Zahlen zum vierten Quartal gestiegen. Der US-Cybersicherheitsanbieter meldete berechnete Aufträge („calculated billings“) von 1.2 Milliarden Dollar. Ein Rekordwert, der vor allem durch den Verkauf von KI-gestützten Sicherheitslösungen erreicht wurde. Für das neue Geschäftsjahr erwartet Zscaler einen Umsatz zwischen 3.27 und 3.28 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt 3.2 Milliarden prognostiziert. Der bereinigte Gewinn soll zwischen 3.64 und 3.68 Dollar je Aktie liegen. Nachbörslich legte die Aktie zeitweise um bis zu 11 Prozent zu.

Zscaler setzt dabei auf das Konzept „Zero Trust“, das bedeutet, dass kein Nutzer oder Gerät im Firmennetz automatisch als vertrauenswürdig gilt. Diese Methode gilt als besonders wirksam, um Cyberangriffe abzuwehren. Auch Wettbewerber wie Cloudflare profitieren von einer wachsenden Nachfrage, da Unternehmen weltweit mehr in digitale Sicherheit investieren. Für Anleger ist die Entwicklung ein Hinweis, wie sehr die Branche von neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz beflügelt wird.

Apple Aktie steigt nach Richterbeschluss zu Google Suche

Ein US-Bundesrichter hat am Dienstag entschieden, dass Google weiterhin Milliarden an Apple zahlen darf, um seine Suchmaschine auf iPhones, iPads und Macs vorzuinstallieren. Diese Zahlungen standen im Zentrum eines großen Kartellverfahrens, in dem Google Marktmachtmissbrauch vorgeworfen wurde. Apple selbst war nicht direkt Teil des Prozesses, profitierte aber von der Entscheidung: Die Aktie legte nachbörslich um rund 3 Prozent zu.

Die Entscheidung hat für Aufsehen gesorgt, weil es um sogenannte Default Agreements geht – also Vereinbarungen, die Google als Standardsuchmaschine festlegt. Diese bringen Apple enorme Einnahmen im Servicegeschäft, das deutlich profitabler ist als Hardware. Zwar dürfen exklusive Verträge künftig nicht mehr abgeschlossen werden, doch die bestehenden Zahlungen bleiben vorerst erlaubt. Analysten rechnen damit, dass sich mögliche Änderungen erst in Jahren zeigen werden, da Google zudem auch noch angekündigt hat, Berufung einzulegen.

Nike will 1 Prozent seiner Belegschaft kündigen

Nike hat angekündigt, rund 1 Prozent seiner Konzernmitarbeiter zu entlassen. Betroffen sind ausschließlich Beschäftigte aus dem Unternehmensbereich, während die EMEA-Region (Europa, Nahost, Afrika) und die Tochter Converse verschont bleiben. CEO Elliott Hill begründet den Schritt mit einer umfassenden Neuausrichtung: Statt wie bisher nach Frauen-, Männer- und Kindersegmenten zu arbeiten, sollen die Teams künftig stärker auf Sportarten und Athleten ausgerichtet sein. Die Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitenden sollen bis zum 8. September abgeschlossen sein.

Die Maßnahme hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt, da Nike erst im Februar 2024 rund 2 Prozent seiner Belegschaft, also mehr als 1.500 Jobs, gestrichen hatte. Hintergrund ist ein grundlegender Strategiewechsel: Während Ex-CEO John Donahoe die Marke stärker als Lifestyle-Label positionierte, will Hill den Fokus zurück auf Sport und Innovation legen. Damit reagiert er auf sinkende Umsätze und Kritik, dass die Innovationskraft gelitten habe. Nike spricht von „sport-obsessed teams“, die wieder Produkte speziell für Athleten entwickeln sollen.

Author

Carlo Schmid

Schlagzeilen

Es wurde noch keine Einwilligung erteilt.

Du musst zuerst zustimmen, um Inhalte von TradingView zu sehen.