JPMorgan launcht Stablecoin auf Coinbase-Blockchain
Die US-Großbank JPMorgan hat erstmals einen eigenen digitalen Dollar auf einer öffentlichen Blockchain herausgebracht. Der sogenannte JPMD-Token ist ein Abbild klassischer Bankeinlagen und wurde auf der Ethereum-Layer-2-Blockchain Base lanciert, die von der Krypto-Börse Coinbase betrieben wird. JPMD soll institutionellen Kunden ermöglichen, Geldtransfers rund um die Uhr digital abzuwickeln und dabei auch Zinsen zu erhalten. Der Token ist nicht frei handelbar, sondern ausschließlich für ausgewählte Geschäftskunden gedacht. JPMorgan sieht darin einen Fortschritt gegenüber bisherigen Stablecoins, da JPMD eng an bestehende Bankinfrastruktur angebunden ist.
Hinter dem JPMD steht das Konzept eines sogenannten Deposit Token. Anders als klassische Stablecoins wie USDT oder USDC, die meist unreguliert sind, basiert JPMD direkt auf Einlagen bei einer Geschäftsbank. Das bedeutet: Für jeden ausgegebenen JPMD-Token steht eine echte Bankeinlage bei JPMorgan im Hintergrund, ähnlich wie bei einem klassischen Bankkonto. Das soll laut JPMorgan für mehr Sicherheit und eine bessere Integration in bestehende Finanzprozesse sorgen – etwa für internationale B2B-Zahlungen. Entwickelt wurde der Token von JPMorgans Blockchain-Einheit Kinexys. Die Wahl der Coinbase-Blockchain Base begründet die Bank mit deren Marktstellung und der bestehenden Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen.
Stablecoin-Gesetz: USA beschließen GENIUS Act
Mit 68 zu 30 Stimmen hat der US-Senat erstmals ein bundesweites Gesetz zur Regulierung von Stablecoins beschlossen. Der sogenannte GENIUS Act soll klare Leitplanken für digitale Dollar schaffen, die an die US-Währung gekoppelt sind, und ermöglicht es privaten Unternehmen, unter staatlicher Aufsicht eigene Stablecoins herauszugeben. Die Entscheidung gilt als bedeutender Erfolg für die Krypto-Branche, die rund 250 Millionen Dollar in den aktuellen US-Wahlzyklus investiert hat. Das US-Finanzministerium geht davon aus, dass der Markt für Stablecoins in den kommenden Jahren auf über zwei Billionen US-Dollar anwachsen könnte. Das äußerte Finanzminister Scott Bessent bei einer Anhörung vor einem Senatsausschuss.
Der GENIUS Act (Guiding and Establishing National Innovation for U.S. Stablecoins) sieht unter anderem eine vollständige Reserve-Deckung, monatliche Prüfungen und Maßnahmen gegen Geldwäsche vor. Stablecoins dürfen demnach keine Zinsen für Verbraucher bringen, was Spekulationen begrenzen soll. Neben Banken dürfen künftig auch Fintechs und große Händler regulierte Stablecoins anbieten. Die Kontrolle liegt beim Finanzministerium, das von einem rasanten Marktwachstum ausgeht. Laut der Deutschen Bank beliefen sich Stablecoin-Transaktionen im vergangenen Jahr auf 28 Billionen US-Dollar und lagen damit über dem kombinierten Zahlungsvolumen von Mastercard und Visa. Der Gesetzentwurf muss nun noch im Repräsentantenhaus abgestimmt werden.
Trump erntet Spott für geplantes MAGA-Smartphone
Mit seiner Ankündigung des Trump Phone erntet US-Präsident Donald Trump harsche Kritik und Spott. Das Smartphone soll ab Herbst für 499 Dollar erhältlich sein und mit einem Mobilfunktarif namens 47-Plan für 47.45 Dollar im Monat angeboten werden. Der Preis ist eine Anspielung auf Trumps Amtszeiten als 45 und 47. Präsident der Vereinigten Staaten. Donald Trumps Sohn Eric stellte das Projekt als Teil einer Strategie vor, konservative Werte mit Technologie zu unterstützen. Dazu soll das Gerät vollständig Made in America sein und besondere Services bieten. Experten bezweifeln jedoch, dass das Gerät wirklich in den USA produziert wird und bemängeln unklare sowie widersprüchliche technische Angaben.
Auch beim Mobilfunkangebot fehlen Details zu Netzbetreibern und Leistungen – Rückerstattungen sind ausgeschlossen. Für Misstrauen sorgt auch, dass die offizielle Website wichtige Details zur Funktionalität des Smartphones offen lässt: Technische Angaben sind fehlerhaft oder widersprüchlich, etwa bei Arbeitsspeicher und Kamera. Fachleute halten eine US-Produktion zu diesem Preis für nahezu unmöglich, Hinweise deuten auf ein chinesisches Rebranding – also Fertigung in Fernost und Verkauf unter neuem Label in den USA. Negativ fällt auch auf, dass Trumps Mobilfunkvertrag bietet nur einen Tarif bietet und Zusatzleistungen wie Telemedizin verspricht, ohne konkretere Angaben zu machen. Kritiker warnen außerdem vor der Vermischung von Geschäft und Politik.
Oracle integriert Elon Musks KI xAI auf der Cloud
Der Software-Entwickler Oracle hat angekündigt, das neueste KI-Sprachmodell Grok 3 von Elon Musks Unternehmen xAI in seine Cloud-Dienste zu integrieren. Die Kooperation richtet sich an Geschäftskunden, die moderne KI-Funktionen nutzen wollen, ohne dabei auf Sicherheitsstandards und bestehende Dateninfrastrukturen verzichten zu müssen. „Unsere Strategie ist es, eine breite Auswahl führender Modelle bereitzustellen – wir entwickeln keine eigenen“, sagte Karan Batta, Senior Vice President bei Oracle. Grok 3, das im Februar veröffentlicht wurde, gilt als leistungsstarkes Modell mit Stärken in Mathematik, Programmierung und Textverständnis und war bisher nur über Musks Plattform X verfügbar.
xAI wird künftig auch die Rechenleistung und Skalierbarkeit der Oracle Cloud zur Weiterentwicklung eigener Modelle nutzen. „Grok 3 steht für einen Sprung in den KI-Fähigkeiten“, sagte xAI-Mitgründer Jimmy Ba. „Mit der Oracle-Plattform können wir seine Wirkung für Unternehmen massiv verstärken.“ Oracle betont die besondere Datensicherheit der neuen Lösung: Alle Anfragen an die Grok-Modelle werden über sogenannte Zero Data Retention-Endpunkte verarbeitet. Das bedeutet, dass Nutzerdaten nach der Verarbeitung nicht gespeichert werden. Auch externe Partner wie der Telekommunikationsanbieter Windstream prüfen bereits konkrete Anwendungen – etwa zur Automatisierung von Arbeitsprozessen durch multimodale KI.
Microsoft entwickelt neue Xbox mit AMD
Microsoft hat am heutigen Dienstag die nächste Generation seiner Xbox-Konsolen vorgestellt – in enger Zusammenarbeit mit dem Chiphersteller AMD. In einem Video kündigte Xbox-Präsidentin Sarah Bond die Fortsetzung der langjährigen Partnerschaft an. AMD werde künftig sowohl für die neue Konsole als auch für mögliche Handhelds, Zubehör und Cloud-Anwendungen liefern. Bond betonte: „Es geht darum, ein Xbox-Erlebnis zu bieten, das nicht an einen einzelnen Store oder ein bestimmtes Gerät gebunden ist.“ Damit setzt Microsoft seine Strategie fort, Spiele plattformübergreifend verfügbar zu machen – etwa auf PC, Cloud, Smartphone oder künftig auch auf Steam-fähiger Xbox-Hardware.
Technisch dürften die neuen Geräte auf AMDs aktueller RDNA-5-Architektur und Zen-6-Prozessoren basieren – ähnliche Komponenten wie bei Sonys kommender Playstation 6. Während Sony offenbar weiter auf eine klassische stationäre Konsole setzt, will Microsoft flexibler werden. Besonders bemerkenswert: Die Rückwärtskompatibilität zur bestehenden Xbox-Spielebibliothek soll erhalten bleiben. „Wir wollen, dass eure Spiele mit euch mitkommen“, sagte Bond. Auch das Handheld-Segment spielt eine wachsende Rolle: Mit Asus arbeitet Microsoft bereits an ersten Geräten, die Ende 2025 erscheinen sollen. Der genaue Name und Release-Termin der neuen Xbox bleiben vorerst offen.
Das war's schon mit dem US-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Mittwoch.




