Johnson & Johnson will Milliardenvergleich erzwingen
Der Pharmariese Johnson & Johnson kämpft um die gerichtliche Zustimmung zu einem 10-Milliarden-US-Dollar-Vergleich, der über 62 000 Klagen wegen krebserregender Talkum-Produkte, die Asbest enthielten, beilegen soll. Der Konzern setzt dabei auf das umstrittene Texas Two-Step – eine Insolvenzstrategie, bei der Verbindlichkeiten auf eine Tochtergesellschaft übertragen werden, die anschließend Bankrott anmeldet.
Zwei frühere Versuche scheiterten bereits vor Gericht. Zahlreiche Kritiker sehen einen Missbrauch dieses Insolvenzrechts, während J&J argumentiert, das Verfahren ermögliche eine gerechte Entschädigung für alle Beteiligten.
Apple könnte neues iPhone vorstellen
Apples’ CEO Tim Cook hat auf X (ehemals Twitter) bekannt gegeben, dass am heutigen Abend beim Apple-Event neue Hardware veröffentlicht wird. Apple könnte das neue iPhone SE 4 vorstellen – ein Budget-Modell mit dem neuen A18-Chip, OLED-Display und USB-C-Anschluss. Mit der neuen leistungsstarken Hardware könnte es den Midrange-Markt aufmischen, in dem das iPhone SE 4 mit anderen Samsung- und Huawei-Modellen konkurriert, denn hier hatte Apple im letzten Quartal Umsatzeinbußen von elf Prozent.
Neben dem SE 4 erwarten Apple-Begeisterte unter anderem Updates für das iPad Air, neue MacBook-Modelle und möglicherweise eine verbesserte Vision Pro. Sicher ist noch keines dieser Produkte, jedoch erhofft sich Apple, mit dem neuen iPhone SE 4 die Umsatzrückgänge aus dem letzten Quartal weitestgehend zu kompensieren.
Occidental Petroleum baut Schulden ab, Exxon expandiert
Der US-amerikanische Ölkonzern Occidental Petroleum treibt seinen Schuldenabbau schneller als geplant voran und erzielt 1.2 Milliarden US-Dollar durch den Verkauf nicht strategischer Vermögenswerte. Das Unternehmen erreichte sein Ziel, 4.5 Milliarden US-Dollar Schulden zu tilgen, bereits Ende 2024 – sieben Monate früher als geplant.
Während Occidental seine Bilanz stärkt, setzt ExxonMobil auf Expansion: Die vierte schwimmende Produktions- und Lagerplattform One Guyana verließ am gestrigen Dienstag Singapur und soll die Ölproduktion in Guyana bis Jahresende auf 940 000 Barrel pro Tag steigern.
Tesla produziert neues Model Y in Berlin
Während Elon Musk stark in die US-Regierung und das Department of Government Efficiency eingespannt ist, treibt Tesla in Europa die Produktion des überarbeiteten Model Y voran. Die Gigafactory in Berlin-Brandenburg hat vergangene Woche mit der Fertigung begonnen, um verlorene Marktanteile zurückzugewinnen.
Das neue Juniper-Facelift-Modell bringt ein überarbeitetes Design, optimiertes Fahrwerk und effizientere Fertigungsmethoden. Tesla setzt auf die Gigacasting-Technologie, ein Fertigungsverfahren, bei dem große Fahrzeugteile aus Aluminiumguss in einem einzigen Stück hergestellt werden, und plant rund 287 000 Einheiten im Jahr 2025.
BlackRock schnürt Milliardendeal im Kreditsektor
BlackRock übernimmt den Kreditmanager HPS Investment Partners für zwölf Milliarden US-Dollar und steigt damit in die Top-5 der globalen Privatkreditfirmen auf. Die Transaktion, vollständig in BlackRock-Aktien abgewickelt, erweitert das verwaltete Privatkreditvermögen auf 220 Milliarden US-Dollar.
HPS verwaltet ein Kundenvermögen von rund 148 Milliarden US-Dollar und ist spezialisiert auf strukturierte Kredite sowie mittelständische Unternehmensfinanzierungen. CEO Larry Fink sieht in der Akquisition einen strategischen Schritt, um alternative Anlageklassen weiter auszubauen und institutionelle Kunden mit neuen Finanzierungslösungen bedienen zu können. Kürzlich hatte BlackRocks bereits den Privatkreditgeber Global Infrastructure Partners für 12.5 Milliarden US-Dollar übernommen.
Boeing streicht Stellen bei NASA-Mondmission
Boeing kämpft mit finanziellen Problemen und hat den Abbau von 200 Stellen im Space Launch System (SLS)-Programm angekündigt. Dabei handelt es sich um einen zentralen Bestandteil der NASA-Mission Artemis, die eine Rückkehr von US-Astronauten zum Mond und eine langfristige Präsenz avisiert.
Die Kürzungen in Boeings Beteiligung an Artemis folgen auf Kostenüberschreitungen, Produktionsverzögerungen und politische Unsicherheiten. Mit Entwicklungskosten von 23.8 Milliarden US-Dollar und einem Startpreis von 4.1 Milliarden Dollar steht das SLS zunehmend in der Kritik. Gleichzeitig setzt die US-Weltraumbehörde NASA verstärkt auf günstigere Alternativen wie das Starship von Elon Musks Firma SpaceX.
Das war's schon mit dem US-Newsflash.
Weiter geht’s, wie gewohnt, am nächsten Mittwoch.






