US-Newsflash: EU kontert Trump, Meta macht KI-Politik, Amazon launcht Satelliten
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US-Newsflash: EU kontert Trump, Meta macht KI-Politik, Amazon launcht Satelliten

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Simeon Koch

Apple, X, Alibaba: EU weist Tech-Vorwürfe von Trump zurück

Die EU-Kommission hat Kritik von US-Präsident Donald Trump an europäischen Digitalgesetzen zurückgewiesen und betont, die Regelwerke richteten sich nicht speziell gegen US-Konzerne. Trump hatte am Montag angekündigt, zusätzliche Zölle auf Länder mit Digitalabgaben und Regulierungen erheben zu wollen. Die Brüsseler Behörde stellte klar, dass sowohl das Gesetz über digitale Märkte (DMA) als auch das Gesetz über digitale Dienste (DSA) für alle Anbieter gelten, die im Binnenmarkt tätig sind. Die Kommission verwies darauf, dass die letzten drei DSA-Entscheidungen chinesische Plattformen wie AliExpress, Temu und TikTok betrafen.



Die EU verteidigte zudem die Ausgestaltung des DSA, der große Plattformen verpflichtet, konsequent gegen illegale und schädliche Inhalte vorzugehen. Nach Angaben der Kommission basieren mehr als 99 Prozent der Moderationsentscheidungen in Europa auf den eigenen Nutzungsbedingungen der Plattformen. Anders als von Kritikern behauptet, handle es sich nicht um Zensur, sondern um die Durchsetzung selbstgesetzter Regeln. Parallel laufen weitere Prüfverfahren gegen X (ehemals Twitter) und Meta. Der DMA wiederum soll die Marktmacht großer Technologiekonzerne begrenzen und Wettbewerb im digitalen Raum stärken.

Meta macht Wahlkampf für KI-freundliche Politik

Die Facebook- und Instagram-Mutter Meta hat in Kalifornien ein neues politisches Aktionskomitee gegründet, um Kandidaten zu unterstützen, die sich für eine innovationsfreundliche Regulierung von Künstlicher Intelligenz einsetzen. Das Gremium mit dem Namen Mobilizing Economic Transformation Across California (kurz: Meta AI-PAC) will laut Unternehmen parteiübergreifend Politiker fördern, die KI-Wachstum nicht durch strenge Regeln hemmen wollen. Meta-Manager Brian Rice warnte, das politische Klima in Sacramento könne die Wettbewerbsfähigkeit gefährden. Nach Medienangaben könnte der Konzern mit geplanten Ausgaben in zweistelliger Millionenhöhe zu den größten Wahlkampfspendern im Bundesstaat aufsteigen.

Hintergrund der Initiative ist Metas milliardenschwerer Ausbau seiner KI-Aktivitäten. Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag, allein ein neues Rechenzentrum im US-Bundesstaat Louisiana werde 50 Milliarden Dollar kosten. Meta selbst äußerte sich zu dieser Zahl nicht, hatte aber bereits angekündigt, mehr als zehn Milliarden Dollar in den Standort Richland Parish zu investieren und 29 Milliarden Dollar über institutionelle Investoren zu finanzieren. Konzernchef Mark Zuckerberg kündigte zudem an, langfristig Hunderte Milliarden Dollar in eine Reihe gigantischer KI-Rechenzentren zu stecken, die unter dem Dach von Superintelligence Labs gebündelt werden.

 

SpaceX-Starship schafft ersten Satelliten-Testflug

SpaceX, die Raketenfirma von Tesla-Chef Elon Musk, hat mit seinem zehnten Starship-Flug erstmals Attrappen von Starlink-Satelliten ausgesetzt und neue Hitzeschutzkacheln beim Wiedereintritt geprüft. Die 123 Meter hohe Rakete hob am Dienstagabend vom texanischen Starbase-Gelände ab, bevor die Oberstufe rund 30 Minuten später acht Dummy-Satelliten in den Orbit entließ. Der Test markierte einen wichtigen Fortschritt nach mehreren Fehlschlägen in den vergangenen Monaten. NASA-Chef Sean Duffy sprach von einem „Meilenstein“ auf dem Weg zu Artemis III, der ersten bemannten Mondlandung seit Apollo, die derzeit für 2027 vorgesehen ist.



Beim Wiedereintritt über dem Indischen Ozean erprobte SpaceX neuartige hexagonale Kacheln, die weitgehend wiederverwendbar sein sollen – eine Schlüsseltechnologie für die angestrebte Seriennutzung. Zwar explodierte die Oberstufe nach einer kontrollierten Wasserlandung planmäßig, doch gilt der Flug als voller Erfolg in Elon Musks Testkampagne. Starship ist zentral für SpaceX‘ Ziele: Es soll künftig größere Satellitenchargen für das milliardenschwere Internetprojekt Starlink starten, gleichzeitig NASA-Astronauten zum Mond bringen und langfristig Flüge zum Mars ermöglichen.

Amazon plant Satelliten-Internet

Amazon-Gründer und Weltraum-Fan Jeff Bezos sieht der Konkurrenz von Elon Musk nicht untätig zu: Der US-Konzern will mit seinem Kuiper-Programm künftig auch in Vietnam Satelliten-Internet anbieten. Wie das vietnamesische Wissenschaftsministerium am Dienstag mitteilte, plant Amazon Investitionen von 570 Millionen Dollar bis 2030, unter anderem in bis zu sechs Bodenstationen und eine Fabrik für Empfangsterminals in der Provinz Bac Ninh. Über die Tochtergesellschaft Amazon Kuiper Vietnam Co., Ltd. hat der Konzern in Ho-Chi-Minh-Stadt bereits eine offizielle Präsenz gegründet und eine Lizenz für den Betrieb von Satellitendiensten im erdnahen Orbit beantragt.

Das Projekt Kuiper setzt wie Musks Starlink auf ein Netzwerk von sogenannten Low-Earth-Orbit-Satelliten – also Satelliten in vergleichsweise niedriger Umlaufbahn, die schnellen Internetzugang auch in abgelegene Regionen bringen sollen. Die Pilotlizenz für Vietnam ist zunächst auf fünf Jahre angelegt und richtet sich an Privatnutzer, Unternehmen und Behörden. Bereits im April hatte Amazon die ersten 27 Kuiper-Satelliten von Florida aus gestartet. Vietnam hat parallel auch Starlink den Marktzugang erlaubt, sodass ein intensiver Wettbewerb um den Internetmarkt des südostasiatischen Landes erwartet wird.

Anthropic verhindert KI-Missbrauch für Hacker-Angriffe

Anthropic hat Hackerangriffe auf sein KI-System Claude erkannt und abgewehrt, die darauf abzielten, Phishing-Mails zu erstellen, Schadcode zu entwickeln und Sicherheitsfilter zu umgehen. Das Unternehmen berichtete am Mittwoch, dass seine internen Systeme die Versuche gestoppt und die betroffenen Konten gesperrt hätten. Ziel der Veröffentlichung ist es, andere Firmen und Forscher für die zunehmenden Risiken durch den Missbrauch von künstlicher Intelligenz zu sensibilisieren. Laut Anthropic versuchten die Angreifer unter anderem, gezielt täuschend echte E-Mails zu verfassen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen für unerfahrene Hacker zu liefern und Einflusskampagnen in großem Maßstab zu automatisieren.



Claude ist ein KI-Sprachmodell, das ähnlich wie ChatGPT Texte generiert, und kann theoretisch für legitime Anwendungen wie Textgenerierung oder Datenanalyse genutzt werden. Sicherheitsforscher warnen, dass die Gefahr der missbräuchlichen Nutzung steigt, je leistungsfähiger solche Systeme werden. Auch andere große Entwickler wie OpenAI, Google und Microsoft stehen im Fokus, während Regierungen versuchen, mit Regulierung und freiwilligen Sicherheitsstandards gegenzusteuern. Anthropic kündigte an, weiterhin regelmäßig Berichte über potenzielle Bedrohungen zu veröffentlichen, um frühzeitig auf Missbrauch zu reagieren.

Das war's schon mit dem US-Newsflash. Der nächste erscheint, wie gewohnt, am kommenden Mittwoch.

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Simeon Koch

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