Trump im Müllwagen
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Unterbewerteter Müll? Diese Entsorger-Aktie liefert ein spannendes Einstiegssignal

Author

Robert Fabian

Das Wichtigste in Kürze

  • Waste Management notiert rund 16 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch

  • Umsatzprognose gesenkt, Ergebnis- und Cashflow-Ziele bestätigt

  • Unsere Analyse liefert ein Einstiegssignal für die Aktie


Wer produziert am meisten Müll auf dem Planeten? Ein Schelm, der dabei an Donald Trump denkt. Und doch liegt er damit näher an der Wahrheit, als ihm lieb sein dürfte, denn kaum ein Land der Welt wirft pro Kopf so viel weg wie die USA. Jeder Amerikaner hinterlässt im Schnitt 2.2 Kilogramm Abfall am Tag, dreimal so viel wie der weltweite Durchschnitt. Übers Jahr summiert sich das auf rund 265 Millionen Tonnen.

Irgendjemand muss diesen Berg beseitigen, sortieren und verwerten. In Nordamerika ist das in vielen Fällen Waste Management. Der Konzern aus Houston schickt rund 26 000 Sammel- und Transportfahrzeuge auf die Straße und betreibt über 250 aktive Deponien. Ein Geschäft, das zuverlässig läuft, aber an der Börse zuletzt wenig Freude bereitete. Seit dem Hoch bei 248 US-Dollar hat die Aktie rund 16 Prozent verloren. Und doch sprechen die Fundamentaldaten eine andere Sprache. Deshalb blicken wir mit großen Erwartungen auf das Einstiegssignal, das unser US-Titans-Analysepaket für Waste Management geliefert hat.

Ein Geschäft mit eingebautem Burggraben

Der süße Duft des Geldes steigt bei Waste Management wahrlich nicht von der Ladefläche der Lkw auf, sondern aus dem Boden selbst. Die Genehmigung neuer Deponien ist in den USA ein langwieriger Prozess. Wer bereits über ein dichtes Netz verfügt, hat also einen Vorsprung, den neue Wettbewerber kaum aufholen können. Rund um das Kerngeschäft hat der Konzern weitere Standbeine aufgebaut: Recycling, die Gewinnung von Erdgas aus Deponiegas und seit der Übernahme von Stericycle im Jahr 2024 auch die Entsorgung medizinischer Abfälle.

Diese Stabilität spiegelt sich auch in der Dividende wider. Für 2026 hat Waste Management die Ausschüttung um 14.5 Prozent angehoben, es ist die 23. Erhöhung in Folge.

Müll auf den Straßen der USA
Volle Tonnen, sicheres Geschäft: Rund 2.2 Kilogramm Abfall hinterlässt jeder Amerikaner im Schnitt pro Tag.

Durchwachsene Zahlen: Was ist los bei Waste Management?

Ende Juli legte der Konzern Zahlen für das zweite Quartal vor, die den Markt nicht überzeugen konnten. Der Umsatz stieg um 4 Prozent auf 6.68 Milliarden US-Dollar und lag damit knapp unter den Erwartungen der Analysten. Das bereinigte Ergebnis je Aktie fiel mit 2.02 US-Dollar dagegen besser aus als erwartet. Der Grund für die Enttäuschung: Im Kerngeschäft sammelte Waste Management weniger Müll ein als im Vorjahr. Das lag allerdings nicht daran, dass die Amerikaner plötzlich grüner wurden. Im Vorjahresquartal hatte der Abtransport von Brandschutt nach Waldbränden für Sondermengen gesorgt, zudem verlor der Konzern einige große Gewerbekunden an die Konkurrenz. Dass der Umsatz trotzdem wuchs, lag vor allem an höheren Preisen. Entsprechend senkte das Management seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr.

Bemerkenswert ist allerdings, was nicht gesenkt wurde. Die Ziele für das operative Ergebnis und den freien Cashflow bestätigte Waste Management, die Margenprognose wurde sogar leicht angehoben. Allein im zweiten Quartal stieg der freie Cashflow um rund 35 Prozent auf 1.10 Milliarden US-Dollar. Dennoch setzte die Aktie ihre Talfahrt nach den Zahlen fort. Für zusätzliche Unruhe sorgte Ende August die Ankündigung, dass CEO Jim Fish nach zehn Jahren an der Spitze in den Ruhestand geht. Sein Nachfolger John Morris übernimmt im Januar 2027 und ist seit über 30 Jahren im Unternehmen.

Genau in dieser Skepsis liegt die Chance. Das operative Geschäft läuft profitabler als je zuvor, während die Aktie deutlich günstiger zu haben ist als noch im Frühjahr. Am 26. Oktober legt Waste Management die Earnings für das dritte Quartal vor.

Unser Einstiegssignal bei Waste Management

Mit dem Rückgang seit August hat Waste Management genau den Bereich erreicht, in dem wir das Tief der laufenden Abwärtsphase erwarten und damit unser Einstiegssignal ausgelöst. Kurze Rücksetzer sind zwar noch möglich, bevor die Aktie endgültig dreht, das Chartbild spricht aber für eine baldige Erholung. Diese sollte den Kurs über das bisherige Hoch bei $248.12 hinaus bis an den Widerstand bei $262.75 tragen, rund 26 Prozent über dem aktuellen Kursniveau. Erst dort rechnen wir wieder mit stärkerem Gegenwind. Wer die konkreten Zielzonen und Handelsparameter zu diesem Setup erhalten möchte, findet sie in unserem US-Titans-Analysepaket.

Waste Management Chart
Waste Management im 2-Stunden-Chart: Nach dem Rückgang seit August erwarten wir eine Erholung.


Fazit

Daran, dass die Amerikaner pro Kopf so viel wegwerfen wie kaum ein anderes Land, dürfte sich auch in den kommenden Jahren wenig ändern. Zumindest besteht die Hoffnung, dass die Müllproduktion nach den Midterms Anfang November auf politischer Ebene zurückgeht. Für Waste Management bleibt das Kerngeschäft bestehen: Als größter Entsorger Nordamerikas verdient der Konzern an einem großen Teil des Mülls, der weggeworfen wird und hat sich mit seinem Deponienetz eine Stellung erarbeitet, die kaum zu verdrängen ist. Schwächere Mengen und ein anstehender Chefwechsel haben die Aktie unter Druck gesetzt, an der operativen Stärke ändern sie wenig. Für uns ist die Kombination aus defensivem Geschäftsmodell, starkem Cashflow und charttechnischem Rücksetzer der entscheidende Grund für unser Einstiegssignal.

Waste Management ist zusammen mit weiteren US-Schwergewichten im US-Titans-Analysepaket enthalten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar, sondern eine charttechnische Einschätzung zu Informationszwecken. Börsengeschäfte sind risikobehaftet. Treffen Sie Entscheidungen stets eigenverantwortlich.

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Robert Fabian

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