UnitedHealth senkt Prognose: Hohe Behandlungskosten drücken Gewinn
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UnitedHealth senkt Prognose: Hohe Behandlungskosten drücken Gewinn

Author

Esma Sakalli

UnitedHealth senkt Prognose: Hohe Behandlungskosten drücken Gewinn

UnitedHealth Group, der größte US-Krankenversicherer, hat seine Jahresprognose für 2025 spürbar gesenkt Als Hauptursache nennt das Unternehmen anhaltend hohe Gesundheitsausgaben, insbesondere in den Medicare-Advantage-Plänen für Senioren. Für 2025 erwartet der Konzern nun einen bereinigten Gewinn von mindestens 16 US-Dollar je Aktie und einen Umsatz zwischen 445.5 und 448 Milliarden US-Dollar – beides unter den Erwartungen der Wall Street.

Was belastet UnitedHealth?

Im zweiten Quartal 2025 meldete UnitedHealth einen Umsatz von 111.6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 12.8 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahr. Dieses Wachstum wurde primär von der Versicherungssparte UnitedHealthcare und dem Dienstleister Optum getragen. Allerdings konnte der operative Gewinn das Volumenwachstum nicht vollständig ausgleichen. Die operativen Erträge gingen zurück, und das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 4.08 US-Dollar (Analysten hatten mit etwa 4.45 US-Dollar gerechnet).

Vor allem Senioren holen seit der Pandemie aufgeschobene Operationen und Behandlungen nach, was die Kosten dementsprechend hochtreibt. Gleichzeitig kürzt die US-Regierung Zuschüsse im Medicare-Programm, um die Gesamtkosten zu senken. Das schlägt bei UnitedHealth ins Gewicht: Die geringeren Bundesbeiträge verschlechtern die Bilanz, obwohl die Ausgaben gleich hoch oder höher bleiben.

Auswirkungen auf die Geschäftsbereiche

Differenziert betrachtet zeigen sich in den Geschäftssegmenten klare Verschiebungen. Die Versicherungssparte UnitedHealthcare wuchs stark: Der Q2-Umsatz lag bei 86.1 Milliarden US-Dollar (plus 17 Prozent gegenüber Vorjahr). Dieses Ergebnis spiegelt zu einem Teil mehr Versicherte und höhere Prämien wider.

Demgegenüber fiel das Wachstum von Optum moderater aus: In Summe stieg der Optum-Umsatz um rund 6.8 Prozent auf 67.2 Milliarden US-Dollar (Angaben abrundend auf Basis der Geschäftsberichte). Innerhalb von Optum entwickelte sich der Bereich Optum Health (ambulante Versorgung) jedoch schwächer: Sein Umsatz ging um etwa 7 Prozent auf 25.2 Milliarden US-Dollar zurück.

Trotz starker Einnahmen gab der Konzern rund 4.5 Milliarden US-Dollar an Aktionäre zurück – per Dividende und Aktienrückkäufen. Dennoch reagierte der Markt enttäuscht: Die Aktie fiel im vorbörslichen Handel um rund 5 Prozent.

Wie reagiert das Management?

Trotz der aktuellen Herausforderungen plant UnitedHealth, im Jahr 2026 zu einem Gewinnwachstum zurückzukehren. CEO Tim Noel und CFO John Rex kündigten Einsparungen und eine Fokussierung auf Effizienz an. Rund 1 Milliarde US-Dollar geplanter Portfolioaktionen wurden dafür gestrichen. Zudem sollen unrentable Medicare-Verträge auslaufen. Für 2026 UnitedHealth wieder ein Gewinnwachstum werden – allerdings unter strikter Kostenkontrolle und mit weniger Wachstum bei Optum Health.

Fazit: Branchenprimus unter Druck

UnitedHealths Prognosesenkung ist mehr als ein Einzelfall: Sie spiegelt den Druck im gesamten US-Gesundheitswesen wider – steigende Behandlungsintensität, alternde Patienten, schrumpfende staatliche Mittel. Für Anleger bleibt UnitedHealth ein Schwergewicht mit langfristigem Potenzial, doch kurzfristig dominieren Vorsicht und Kostenkontrolle.

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Esma Sakalli

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