Der kriselnde Sportartikelhersteller Under Armour hat am Dienstag seine Geschäftszahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025 veröffentlicht. Dabei verzeichnete das US-Sportunternehmen einen deutlichen Umsatzrückgang und rutschte in die Verlustzone. Trotz der enttäuschenden Zahlen zeigt sich CEO Kevin Plank zuversichtlich und setzt auf eine klar definierte Neuausrichtung des Geschäftsmodells. Auch konnten einige Analystenschätzungen leicht übertroffen werden. Die Aktie steckt weiter in einer langen Korrektur fest, könnte aber schon bald lukrative Einstiegsmöglichkeiten bieten.
Erklärung zu den Quartalszahlen
Auch wenn der Berichtszeitraum vom 1. Januar bis 31. März 2025 reicht, also laut Kalender das erste Quartal 2025, handelt es sich bei den jetzt veröffentlichten Zahlen um das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025 von Under Armour. Das Unternehmen verwendet ein sogenanntes abweichendes Geschäftsjahr, das nicht dem Kalenderjahr entspricht, sondern bereits im April beginnt und im März endet. Daher wird das Quartal von Januar bis März 2025 bei Under Armour als Q4 des FY2025 (Fiscal Year 2025) gewertet.
Umsatz und Gewinn deutlich gesunken
Im Zeitraum von Januar bis März 2025 erzielte Under Armour einen Umsatz von knapp 1.2 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahresquartal lag dieser Wert noch bei 1.3 Milliarden US-Dollar. Die aktuellen Umsätze entsprechen also einem Rückgang von rund 11.4 Prozent. Auch Nettogewinn des Unternehmens drehte ins Minus: Under Armour wies für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025 einen Verlust von 67 Millionen US-Dollar aus. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von sieben Millionen US-Dollar erzielt.
Dementsprechend fiel auch das Ergebnis je Aktie: Nach dem ersten Quartal stand pro Anteilsschein ein Minus 0.08 US-Dollar zu Buche – nach einem leichten Plus von 0.11 Dollar im Vergleichsquartal des Vorjahres. Trotz dieser negativen Entwicklung konnten die aktuellen Zahlen die Erwartungen leicht übertreffen. Angesichts der anhaltenden Turbulenzen in Under Armours Kerngeschäft hatte die Wallstreet mit schwerwiegenderen Verlusten gerechnet: Analysten hatten im Schnitt einen Umsatz von 1.2 Milliarden US-Dollar und einem Verlust von 0.09 US-Dollar je Aktie prognostiziert.
CEO: weniger Produkte, höhere Preise
Besserung ist für Under Armour vorerst nicht in Sicht. Denn die Geschäftsentwicklung in den wichtigsten Regionen ist weiter rückläufig: In Nordamerika sank der Umsatz um 10.7 Prozent auf 689.4 Millionen US-Dollar. Besonders stark war der Einbruch in Asien-Pazifik mit einem Minus von 27.3 Prozent. Auch in Lateinamerika und EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) gingen die Umsätze zurück. Negativ war vor allem das Schuhgeschäft betroffen, das ein Minus von 16.6 Prozent verbuchte.
Seit dem Top Anfang November hat Under Armour zwischenzeitlich die Hälfte an Kurswert verloren. Die Korrektur dürfte sich noch etwas fortsetzen.
Auch Bekleidung, traditionell das Kerngeschäft, lag 11.1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Lediglich Accessoires konnten mit einem Zuwachs von 2.3 Prozent zulegen. Laut CEO Kevin Plank befindet sich das Unternehmen auf der Zielgeraden eines größeren Transformationsprozesses. Teil davon ist eine Reduktion des Produktangebots um rund 25 Prozent. Statt Masse will Under Armour künftig auf ausgewählte Premium-Produkte setzen. Wie etwa ein neuer Rucksack, der 140 US-Dollar kosten soll.
„Ohne ein gutes Produkt schaffen wir es nicht“, betonte Plank in einem Gespräch mit Analysten am Dienstag nach Bekanntgabe der Zahlen. Ziel sei es, durch hochwertige Produkte und weniger Rabattaktionen die Marge zu stabilisieren. Analyst Simeon Siegel von BMO Capital Markets sieht erste Erfolge: Die Bruttomarge lag bei 46.7 Prozent und damit über den Erwartungen von etwa 45 Prozent.
Under Armour schwach: Aktie kaufen?
Für das laufende Quartal rechnet Under Armour mit einem weiteren Umsatzrückgang zwischen vier und fünf Prozent. Gründe dafür sind neben der angespannten Konsumlaune auch neue Importzölle. Das Unternehmen versucht, diesen Herausforderungen laut eigener Aussage mit einer breiteren Lieferkettenstrategie zu begegnen. Mit der Neuausrichtung hin zu Premium-Produkten und der Fokussierung auf margenstarke Segmente versucht Under Armour den Turnaround einzuleiten. Bei der Under-Armour-Aktie ist trotz der zuletzt schwachen Geschäfts- und Kursperformance längerfristig mit deutlicher Erholung zu rechnen.
Längerfristig kann Under Armour neue Allzeithochs erreichen. Zuvor aber muss die Korrektur abgeschlossen werden. Abonnenten erhalten Zielzonen.
Entscheidend dafür wird sein, ob die strategische Neuausrichtung mit Fokus auf Premium-Produkte und einer gestrafften Produktpalette greift. Aktuell steckt die Aktie in einem deutlichen Abverkauf und hat von November letzten Jahres bis Anfang April fast 50 Prozent an Kurswert verloren. Laut unserer Analyse nähert sich das Wertpapier damit einer interessanten Akkumulationszone, für Abonnenten unseres Tech33-Analysepakets haben wir konkrete Kursbereiche für mögliche Einstiege kommuniziert. Mit unserem eigenen Demo-Portfolio haben wir bereits erste Einstiege getätigt. Auch darüber werden Abonnenten in Echtzeit informiert.


Umsatz sinkt deutlich, Gewinn implodiert: Under Armour steckt in der Krise und will sich neu erfinden.

