Umsatzrückgang bei Under Armour im zweiten Quartal
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Umsatzrückgang bei Under Armour im zweiten Quartal

Author

Esma Sakalli

Under Armour hat im zweiten Quartal einen herben Rückschlag erlitten: Der Umsatz fiel um 4 Prozent auf 1.1 Milliarden US-Dollar – deutlich schlechter als von Analysten erwartet. Besonders problematisch ist die schwache Nachfrage in Nordamerika, die durch anhaltend hohe Inflation und Unsicherheiten bei den Zöllen zusätzlich belastet wird. Hier sanken die Erlöse um 5 Prozent auf 670 Millionen US-Dollar, während das internationale Geschäft leicht um 1 Prozent auf 467 Millionen US-Dollar nachgab.

Ein Blick auf die einzelnen Sparten zeigt, wo es besonders hakt: Das Schuhgeschäft brach um ganze 14 Prozent auf 266 Millionen US-Dollar ein. Auch der Bereich Bekleidung konnte sich nicht behaupten und verlor 1 Prozent auf 747 Millionen US-Dollar. Lediglich die Accessoires-Sparte setzte ein positives Zeichen – mit einem Umsatzplus von 8 Prozent auf 100 Millionen US-Dollar.

Prognosen verfehlt, Verluste gestiegen

Die Unternehmensführung hatte zwar mit einem Umsatzrückgang von 6 bis 7 Prozent gerechnet, doch die Analystenerwartungen waren weitaus milder – sie lagen bei einem Minus von lediglich 2.9 Prozent. Das Ergebnis fiel ebenfalls enttäuschend aus: Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 2.6 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von über 305 Millionen US-Dollar verzeichnet worden war.

Trotz dieser ernüchternden Zahlen versucht CEO Kevin Plank, Zuversicht zu verbreiten. Er verweist auf den seit 2024 laufenden Umstrukturierungsprozess und betont, dass Under Armour zu seinen innovativen Wurzeln zurückkehren wolle – mit Fokus auf sportliche Glaubwürdigkeit, technische Innovation und markanten Stil.

Börse reagiert gnadenlos

Die Anleger ließen sich von Planks Optimismus jedoch nicht überzeugen. An der New Yorker Börse brach die Aktie zeitweise um über 20 Prozent auf nur noch 5.30 US-Dollar ein. Die Kursverluste spiegeln die Sorge wider, dass Under Armour angesichts der anhaltenden Schwäche im Heimatmarkt und des schwierigen Branchenumfelds noch harte Monate bevorstehen könnten. Die Sportartikelbranche steckt insgesamt in der Krise – auch Marktführer wie Nike, adidas und PUMA kämpfen mit ähnlichen Problemen.

Nike zeigt, wie es gehen kann

Ein Blick auf Nike verdeutlicht jedoch, dass es Auswege gibt. Der Branchenprimus musste 2022 ebenfalls einen Umsatzrückgang von 5 Prozent in Nordamerika hinnehmen – ausgelöst durch ähnliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Nike reagierte mit einer konsequenten Stärkung des Direktvertriebs und einer Optimierung der Lieferketten. Diese Maßnahmen halfen, die Kundenbindung zu verbessern und die Effizienz zu steigern.

Under Armour setzt seinerseits auf eine strategische Neuausrichtung, die Innovation und operative Disziplin in den Vordergrund stellt. Ob das Unternehmen damit ähnlich erfolgreich wie Nike auf die Herausforderungen reagieren kann, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: In einem von Unsicherheiten geprägten Marktumfeld wird Flexibilität zum entscheidenden Erfolgsfaktor – und genau hier muss Under Armour jetzt liefern.

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Esma Sakalli

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