Hauptaussagen des Artikels:
Ein Broker ist ein Finanzdienstleister, der im Auftrag von Anlegern Wertpapiere oder andere Handelsobjekte an der Börse vermittelt. Er handelt dabei nicht auf eigene Rechnung, sondern nur als Mittler.Wer an der Börse handeln will, braucht einen Broker – das gilt auch für Privatanleger, die ohne Broker keinen direkten Zugang zur Börse haben.
Der Unterschied zwischen einem klassischen Broker und einem Online-Broker liegt in der Art der Dienstleistung: Klassische Broker beraten persönlich, Online-Broker setzen auf digitale Handelsplattformen ohne direkten Kontakt.
Neo-Broker sind eine spezielle Form von Online-Brokern mit besonders günstigen oder gar keinen Handelsgebühren.
Wer an der Börse handeln will braucht einen Broker
Wer an der Börse handeln möchte, kann dies nicht einfach selbst auf dem direkten Wege tun – dazu benötigt man einen Broker, einen Online Broker oder einen Neo Broker. Doch wer oder was genau ist ein Broker und wie sieht seine Arbeit aus und was ist der Unterschied zwischen einem Broker und einem Online Broker? Wir beantworten genau diese Fragen, einfach erklärt, in diesem Artikel.
Was ist ein Broker?
Allgemein gesagt, ist ein Broker ein Finanzdienstleister, der im Auftrag von Anlegern Handelsobjekte an der Börse vermittelt, daher wird er auch als Börsenmakler oder Zwischenhändler bezeichnet. Er kann eine (einzelne) Person sein, als Unternehmen auftreten oder als Teil eines Kreditinstituts arbeiten, unterliegt aber stets der Bankenaufsicht – zumindest in den meisten Ländern. Bei den Handelsobjekten kann es sich um ganz unterschiedliche Dinge handeln – etwa um Aktien, Anleihen, Devisen und Versicherungen, aber auch um Rohstoffe, Waren (commodities) oder elektrischen Strom.
Entstanden ist der Tätigkeitsbereich des Brokers aufgrund des sogenannten Glass-Steagall Acts. Dieser besteht in zwei Gesetzen, die 1933 in den Vereinigten Staaten verabschiedet wurden, um die funktionale Trennung von Banken- und Börsengeschäften zu sichern. So sollte damals die Bankenkrise während der „Großen Depression“ bekämpft werden. Seinen Namen verdankt das Gesetzespaket dem Senator Carter Glass und dem Kongressabgeordneten Henry B. Steagall.
Was ist ein Online Broker?
Ein Online Broker ist ein Broker, der seine Dienstleistungen vollständig über das Internet anbietet. Anleger platzieren ihre Aufträge direkt über eine digitale Handelsplattform, ohne persönlichen Kontakt zu einem Berater. Solche Plattformen bieten schnelle und oft kostengünstige Zugänge zu den Märkten. Die Orders werden direkt elektronisch weitergeleitet, wodurch Anleger jederzeit auf aktuelle Marktbewegungen reagieren können.
Was ist der Unterschied zwischen einem Broker und einem Online-Broker?
Der Unterschied liegt vor allem in der Art der Dienstleistung: Ein klassischer Broker kann auch persönlich beraten und ist oft in einer Bank oder einem spezialisierten Unternehmen tätig. Online-Broker dagegen setzen ausschließlich auf digitale Abwicklung und bieten keinen direkten Kontakt zu einem Berater. Während der klassische Broker häufig mit umfassender Betreuung punktet, stehen bei Online-Brokern Schnelligkeit, einfache Bedienung und niedrigere Kosten im Vordergrund.
Was ist ein Neo Broker?
Neo-Broker sind eine spezielle Form von Online Brokern, die sich durch besonders günstige oder gar keine Handelsgebühren auszeichnen. Sie bieten schlanke Apps, intuitive Bedienung und oft eine eingeschränkte Produktpalette. Viele Neo-Broker legen Kundengelder nicht in eigenen Konten an, sondern arbeiten mit Drittbanken zusammen. Typisch ist das Fehlen persönlicher Beratung – dafür steht die einfache Bedienung im Vordergrund.
Was ist ein Broker Trading?
Broker-Trading bezeichnet den Handel von Wertpapieren oder anderen Handelsobjekten über die Dienstleistungen eines Brokers. Dabei übernimmt der Broker als Vermittler die Abwicklung der Transaktionen. Anleger treffen die Entscheidung, was sie kaufen oder verkaufen wollen, und der Broker setzt diese Orders am Markt um. Egal, ob online oder über traditionelle Kanäle – der Broker bleibt der Dreh- und Angelpunkt für den Zugang zu den Finanzmärkten.
Was macht ein Broker?
Da Anleger also ihre Order nicht direkt an der Börse platzieren können, müssen sie sich an einen Broker wenden. Dieser nimmt die Order entgegen, wobei er ausschließlich im Auftrag und nicht auf eigene Rechnung handelt. Er hält also keine eigenen Handelspositionen und trägt somit auch selbst kein Risiko in Bezug auf Kursbewegungen, Liquidität, Marktentwicklungen oder Zinsen. Eine Ausnahme bilden die sogenannten Broker-Dealer. Diese handeln Wertpapiere mit dem eigenen Unternehmenskapital und können somit auch Verluste machen. Für den Anleger ist dies aufgrund der Geschwindigkeit, in welcher die Transaktionen verbucht werden, in der Regel aber nicht bemerkbar.
Heutzutage gibt ein Broker die Handelsaufträge nicht mehr physisch an die jeweilige Börse weiter, sondern er stellt vielmehr die nötige digitale Infrastruktur, also eine digitale Handelsplattform, zur Verfügung. Dabei bieten manche Broker ihre eigene Plattform an und andere bedienen sich einer übergreifenden Plattform, die verschiedene Broker gemeinsam nutzen. Letztere werden auch Meta Trader genannt.
Welche Broker gibt es?
Je nach gehandelten Objekten, oder auch je nach Fachgebiet, gibt es verschiedene Arten von Brokern. Aktienbroker (stock broker) für Wertpapiere, Warenbroker (commodity broker) für Waren, Versicherungsbroker (insurance broker) für Versicherungen und so weiter.
Allerdings gibt es auch Allround Broker, welche den Handel mit fast allen marktverfügbaren Finanzprodukten anbieten. Allgemeinere Gruppen bilden noch Carrying Broker, die Aufträge kleinerer Broker sammeln, Prime-Broker, die Vermögen von Hedgefonds verwalten und sich somit an institutionelle Anleger richten und schließlich Direktbroker, bei denen Anleger über die zur Verfügung gestellte Handelsplattform direkten Zugang zu den Märkten erhalten. Zu letzterer Gruppe gehören auch die Discountbroker, die hin und wieder auch Neo-Broker genannt werden. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie besonders niedrige Gebühren verlangen, dafür aber auch nur wenig bis gar keine Beratung anbieten.
Erste deutscher Discountbroker
Der erste deutsche Discountbroker entstand im Jahr 1994 mit der Direkt Anlage Bank, die heute unter dem Namen DAB BNP Paribas weiter existiert. Einige Discountbroker lassen ihre Verrechnungskonten von einer anderen Bank verwalten und manche führen gar keines, sondern legen stattdessen das nicht investierte Geld selbst am Kapitalmarkt an. Das Gegenteil vom Discountbroker ist der Full-Service-Broker, der sowohl Verwaltung als auch Beratung anbietet.
Was kostet ein Broker?
Je nach Broker sind die beim Handeln zu erwartenden Kosten unterschiedlich. Bei manchen wird schon für die Eröffnung eines Handelskontos eine Gebühr fällig. In jedem Fall muss aber mit der Brokergebühr (brokerage), also einer Art Provision, gerechnet werden, die mitunter auch als Handelsentgelt, Maklercourtage oder Transaktionsgebühr bezeichnet wird. Dazu kommen Trading-Gebühren oder Orderentgelte. Diese unterscheiden sich je nach gewählter Börse und werden manchmal in Form eines Festpreises berechnet und manchmal als prozentualer Anteil des jeweiligen Handelsvolumens (meist zwischen 0.01% und 0.05%). Schließlich fallen noch Kosten für Clearing & Settlement an, die meist unter 1€ liegen. Dabei handelt es sich um die einzelnen Schritte, in denen das Geld beim Handel bewegt wird. Clearing wird die Annahme der jeweiligen Transaktion durch die entsprechende Bank genannt und Settlement umfasst den Eingang des Geldes beim Empfänger.
Welchen Broker auch immer Sie nutzen – die nötigen Informationen zu den Kursentwicklungen Ihrer gewählten Märkte liefern wir Ihnen gerne mit unseren zahlreichen Analysen, die in unterschiedlichen Paketen direkt bei uns buchbar sind.
Die wichtigsten Fragen rund um das Thema Broker einfach erklärt:
Was genau macht ein Broker?
Ein Broker ist ein Finanzdienstleister, der im Auftrag von Anlegern Wertpapiere oder andere Handelsobjekte an der Börse vermittelt. Dabei tritt er als Vermittler oder Zwischenhändler auf und handelt nicht auf eigene Rechnung, sondern ausschließlich im Auftrag der Kunden. Somit trägt er kein eigenes Risiko für Kursbewegungen oder Marktveränderungen.
Wann braucht man einen Broker?
Wer an der Börse handeln möchte, benötigt zwingend einen Broker. Ohne dessen Vermittlungsleistung ist es für Privatanleger nicht möglich, direkt an der Börse tätig zu werden. Broker übernehmen also die Rolle des Türöffners zu den Finanzmärkten und ermöglichen den Zugang zu den unterschiedlichen Handelsobjekten.
Kann ich auch einen Online-Broker nutzen?
Ja, heute ist der Online-Broker die gängigste Variante, um an der Börse zu handeln. Er stellt eine digitale Handelsplattform zur Verfügung, über die Anleger ihre Orders bequem online platzieren können. Diese Plattformen bieten in der Regel eine große Auswahl an Handelsobjekten und sind meist günstiger als Full-Service-Broker, da sie auf Beratung verzichten und rein auf den Handel fokussiert sind.
Ist Broker ein Beruf?
Ja, Broker ist ein anerkannter Beruf. Er kann sowohl von Einzelpersonen als auch von Unternehmen oder Kreditinstituten ausgeübt werden. Dabei unterliegt er stets der Bankenaufsicht, die für die Einhaltung rechtlicher Vorschriften sorgt. Der Begriff „Broker“ beschreibt also sowohl die Tätigkeit als auch die Berufsbezeichnung.
Wie wird ein Broker bezahlt?
Ein Broker erhält für seine Dienstleistungen eine sogenannte Brokerage-Gebühr, die auch als Maklercourtage, Handelsentgelt oder Transaktionsgebühr bekannt ist. Diese kann entweder als fester Betrag pro Order oder als prozentualer Anteil am Handelsvolumen erhoben werden, meist zwischen 0.01% und 0.05%. Hinzu kommen in der Regel noch Orderentgelte und Kosten für die Abwicklung der Transaktion.




