Trump-Zölle treten in Kraft: Schlammschlacht mit Russland und Indien
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Trump-Zölle treten in Kraft: Schlammschlacht mit Russland und Indien

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Esma Sakalli

Die neuen Trump-Zölle sind in Kraft – und die diplomatischen Wellen schlagen hoch. Mit seinen jüngsten Importzöllen, die auf zahlreiche Länder zielen, riskiert Ex-US-Präsident Donald Trump eine weitere Eskalation im globalen Handelskonflikt. Besonders Russland und Indien reagieren empfindlich auf die Maßnahmen.

Trumps Wirtschaftsstrategie: Zölle als politisches Werkzeug

Donald Trump verfolgt seit jeher eine protektionistische Wirtschaftspolitik nach dem Motto „America First“. Zölle dienen ihm als zentrales Mittel, um Handelsungleichgewichte abzubauen und amerikanische Industrien vor Konkurrenz aus dem Ausland zu schützen. Bereits in seiner ersten Amtszeit setzte er auf Strafzölle – etwa in den Handelskonflikten mit China und der EU – und stellte die Vorzüge des freien Welthandels in Frage.

Die aktuellen Importzollerhöhungen knüpfen an diese Linie an: Anfang dieser Woche verkündete Trump umfangreiche neue Abgaben auf Waren aus Dutzenden Ländern, darunter Russland und Indien. Offiziell begründet er den Schritt damit, dass die USA jahrelang benachteiligt worden seien und nun die heimische Wirtschaft entschlossen verteidigen müssten.

Scharfe Kritik aus Moskau

Aus Moskau kommen schroffe Töne. Das russische Außenministerium verurteilt die neuen US-Zölle als „neokoloniale Politik“, mit der Washington seine schwindende globale Vorherrschaft sichern wolle. Sprecherin Maria Sacharowa warf den USA vor, mittels wirtschaftlichen Drucks die nationale Souveränität anderer Staaten zu untergraben und den selbst propagierten Prinzipien des freien Handels zu widersprechen.

„Sanktionen und Handelsbeschränkungen sind leider zu einem Merkmal der aktuellen Epoche geworden“, erklärte Sacharowa und betonte, keine Zölle oder Sanktionen könnten den „natürlichen Lauf der Geschichte“ aufhalten. Russland lässt damit keinen Zweifel daran, dass es den Aufstieg neuer Machtzentren – eine multipolare Weltordnung – für unvermeidlich hält, ungeachtet der Versuche der USA, diese Entwicklung zu bremsen.

Russland sieht US-Zölle als Angriff auf BRICS

Ganz konkret sieht Moskau durch Trumps Zolloffensive auch die Interessen befreundeter Länder verletzt. Sacharowa sprach von einem „direkten Eingriff“ in die Angelegenheiten von Russlands Partnerstaaten im Globalen Süden. So haben die Vereinigten Staaten jüngst angedeutet, Staaten könnten mit Handelsbarrieren belegt werden, wenn sie russisches Öl kaufen oder Moskau wirtschaftlich stützen.

Aus russischer Sicht ist dies ein Versuch, gleich das ganze Netzwerk seiner Verbündeten und Handelspartner unter Druck zu setzen. Entsprechend hob Sacharowa hervor, Russland werde den Schulterschluss mit den Ländern des Globalen Südens – vor allem innerhalb der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) – weiter stärken. 

Gemeinsam wolle man US-Sanktionen entgegentreten und eine gerechtere, multipolare Wirtschaftsordnung fördern. Diese Wortwahl macht deutlich: Die neuen Zölle sind nicht nur ein ökonomisches, sondern ein geopolitisches Reizthema.

Indien im Visier: Zwischen Partnerschaft und Konfrontation

Auch Indien gerät ins Visier von Trumps Zollpolitik – ein heikler Fall, denn die Beziehungen zwischen Washington und Neu-Delhi galten zuletzt als relativ freundschaftlich. Doch nun droht ein Bruch, weil Trump der indischen Regierung scharfes Fehlverhalten vorwirft. Konkret stört sich Trump daran, dass Indien weiterhin große Mengen russischen Rohöls importiert.

Auf seiner Social-Media-Plattform beschuldigte er Neu-Delhi, „massive Mengen“ an russischem Öl zu kaufen und einen Großteil mit Gewinn weiterzuverkaufen, anstatt sich an den westlichen Sanktionsbemühungen gegen Moskau zu beteiligen.

Indien weist US-Kritik am Russland-Ölhandel zurück

Die indische Regierung reagierte zunächst zurückhaltend auf die Provokation aus Washington. Kein hochrangiger Minister bezog unmittelbar Stellung. Doch hinter den Kulissen und in Expertenkreisen formierte sich umgehend Widerspruch.

Indiens Außenministerium ließ schließlich durchblicken, dass man die amerikanische Kritik für „ungerechtfertigt und unangemessen“ halte. Neu-Delhi verteidigt sein Recht auf eine unabhängige Energie- und Außenhandelspolitik und verweist darauf, dass die Erdölimporte aus Russland für die nationale Versorgungssicherheit unerlässlich seien.

Tatsächlich begannen indische Unternehmen verstärkt russisches Öl zu beziehen, nachdem westliche Sanktionen im Zuge des Ukraine-Kriegs das Angebot auf den Weltmärkten verknappt und verteuert hatten. Indische Diplomaten erinnern zudem daran, dass die USA selbst noch 2022 signalisiert hatten, höhere Öl-Lieferungen nach Indien seien willkommen, um globale Preissprünge abzufedern. Aus indischer Sicht wirkt Trumps aktuelle Empörung daher vorgeschoben.

Wohin steuert der Handelskonflikt?

In den kommenden Monaten dürften alle beteiligten Seiten ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Strategien weiterentwickeln, um auf die neuen US-Zölle zu reagieren. Russland wird bemüht sein, den Schulterschluss mit Verbündeten zu demonstrieren. Ein Gipfeltreffen der BRICS-Staaten – dem inzwischen erweiterten Bündnis einflussreicher Schwellenländer – könnte als Forum dienen, um eine gemeinsame Antwort auf die US-Politik zu formulieren.

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Esma Sakalli

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