Trump verlängert China-Zollpause und dementiert Gold-Zölle
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Trump verlängert China-Zollpause und dementiert Gold-Zölle

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Esma Sakalli

US-Präsident Donald Trump hat am Montag zwei wirtschaftspolitische Entscheidungen bekannt gegeben, die sowohl in Washington als auch auf den internationalen Märkten für Aufmerksamkeit sorgen.

Zum einen verlängert er die bestehende Zollpause im Handelsstreit mit China um weitere 90 Tage. Zum anderen dementiert er Berichte über geplante Zölle auf Goldimporte. Beide Ankündigungen kamen in einer Phase, in der die Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt von Unsicherheit, taktischen Manövern und laufenden Verhandlungen geprägt sind.

Trump verlängert Zollpause bis November

Die Mitteilung erfolgte nur wenige Stunden vor Ablauf der bisherigen Frist. Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, dass die Aussetzung der gegenseitigen Strafzölle nun bis zum 10. November gilt. Offiziell soll diese Verlängerung den USA und China mehr Zeit verschaffen, um ein umfassendes Handelsabkommen auszuhandeln.

Schon im Mai hatten beide Staaten nach Gesprächen in Genf ihre geplanten Zollerhöhungen für 90 Tage ausgesetzt, um einen offenen Konflikt zu vermeiden. Die jetzt beschlossene Verlängerung ist also nicht nur ein weiterer Aufschub, sondern auch ein Indikator dafür, dass die Gespräche zwar andauern, aber noch keine abschließende Einigung erzielt wurde.

Die Entscheidung wirkt sich direkt auf den Handelsfluss zwischen den beiden Ländern aus. Die derzeit geltenden Abgaben – 30 Prozent auf chinesische Importe in die USA und zehn Prozent auf US-Exporte nach China – bleiben vorerst bestehen.

Ohne die Verlängerung wären bereits ab diesem Dienstag Zölle von über 100 Prozent auf bestimmte Waren fällig gewesen, eine Maßnahme, die Lieferketten abrupt unterbrochen und Preise in beiden Ländern in die Höhe getrieben hätte. Mit der Pause verschaffen sich beide Regierungen Luft, um heikle Punkte in den Verhandlungen auszuarbeiten, ohne dass die wirtschaftliche Eskalation sofort einsetzt.

Chinas Reaktion auf Trumps Etntscheidung

Das chinesische Handelsministerium reagierte schnell und positiv auf die Ankündigung aus Washington. Peking erklärte, dass auch die eigenen Zollpläne für US-Waren für die Dauer von 90 Tagen ausgesetzt bleiben. Zudem kündigte China an, die Zölle auf US-Produkte bei zehn Prozent zu belassen und gleichzeitig einige nichttarifäre Handelshemmnisse abzubauen.

Diese Zusagen sollen nicht nur ein Signal des guten Willens senden, sondern auch den Handlungsspielraum für US-Unternehmen in China erweitern. Der Schritt Pekings deutet darauf hin, dass beide Seiten bemüht sind, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen – auch wenn die Interessen in vielen Bereichen weiterhin weit auseinanderliegen.

Parallel zu diesen handelspolitischen Entwicklungen stand am Montag auch der Goldmarkt im Fokus. In den Tagen zuvor hatten Berichte über mögliche Zölle auf Goldimporte für erhebliche Unruhe gesorgt. Medien meldeten, die US-Zollbehörde CBP prüfe, ob künftig Importabgaben auf die meistgehandelten Goldbarren erhoben werden sollen.

Ein solcher Schritt hätte vor allem die Schweiz getroffen, die allein im vergangenen Jahr Gold im Wert von 61.5 Milliarden Dollar in die USA exportiert hat. Die Spekulationen ließen den Goldpreis zeitweise um rund 50 Dollar pro Feinunze fallen, bevor sich die Märkte wieder etwas beruhigten.

Trump nutzte seine Erklärung zur Zollpause mit China auch, um diese Gerüchte entschieden zurückzuweisen.

Es werde keine Zölle auf Gold geben, betonte er, und bezeichnete die vorangegangenen Berichte als „Falschmeldungen“. Mit diesem Dementi reagierte er auf eine wachsende Unsicherheit in der Branche, die dazu geführt hatte, dass einige Händler ihre Lieferungen in die USA vorübergehend aussetzten. Die meisten Marktteilnehmer waren bislang davon ausgegangen, dass Edelmetalle wie Gold zollfrei eingeführt werden können – eine Annahme, die durch die Meldungen der CBP in Frage gestellt worden war.

Goldmarkt entspannt – Trump und Xi nähern sich an

Die Klarstellung des Präsidenten brachte spürbare Erleichterung an den Märkten. Der Goldpreis, der sich bereits nahe seines historischen Höchststands von 3 350 Dollar pro Feinunze befand, stabilisierte sich wieder.

Branchenexperten halten es für möglich, dass die Verwirrung auf ein internes Missverständnis oder einen administrativen Fehler innerhalb der Zollbehörde zurückzuführen ist. Unabhängig von der Ursache hat die Episode gezeigt, wie sensibel Rohstoffmärkte auf politische oder regulatorische Signale reagieren – und wie schnell Unsicherheit zu realen Marktbewegungen führen kann.

Während der Goldmarkt vorerst zur Ruhe gekommen ist, richtet sich der Blick wieder auf die Handelsgespräche zwischen den USA und China. Trump selbst erklärte, die Gespräche liefen „ziemlich gut“ und das Verhältnis zu Chinas Präsident Xi Jinping sei „sehr gut“. Beobachter sehen die Verlängerung der Zollpause daher nicht nur als rein wirtschaftliche Maßnahme, sondern auch als diplomatisches Signal. Sie könnte den Weg für ein persönliches Treffen zwischen Trump und Xi noch in diesem Jahr ebnen, das im besten Fall zu einem substanziellen Handelsabkommen führt.

Fazit: Zollpause als taktische Atempause im Machtpoker

Dass die Gespräche weiterhin von strategischen Interessen geprägt sind, machte zuletzt auch der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer deutlich. Er betonte, dass Trump selbst das „letzte Wort“ über eine weitere Verlängerung oder Beendigung der Zollpause haben werde.

Analysten wie William Yang von der International Crisis Group weisen darauf hin, dass China in den Verhandlungen möglicherweise seinen Vorsprung bei der Produktion und dem Export von Seltenen Erden als Druckmittel einsetzen könnte. Diese Rohstoffe sind für viele Hightech-Produkte unverzichtbar – von Smartphones über Elektrofahrzeuge bis hin zu Rüstungsgütern – und könnten im Ernstfall als politisches Druckinstrument genutzt werden.

Damit wird klar, dass die Zollpause zwar kurzfristig Stabilität bringt, langfristig aber nur ein Zwischenschritt in einem viel komplexeren geopolitischen Wettbewerb ist. Sowohl Washington als auch Peking nutzen die Atempause, um ihre Positionen zu festigen und strategische Optionen auszuloten. Für Unternehmen bedeutet das: Die jetzige Ruhephase ist wertvoll, aber sie sollte nicht als dauerhafte Entspannung missverstanden werden.

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Esma Sakalli

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