Am Sonntag haben US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein Handelsabkommen bekannt gegeben, das einen einheitlichen Zollsatz von 15 % auf EU-Exporte in die USA vorsieht. Der Deal wurde nach einem Treffen der beiden in Schottland verkündet und markiert eine neue Linie in der amerikanischen Handelspolitik. US-Exporte nach Europa sollen laut Trump hingegen von Zöllen befreit bleiben. Die Vereinbarung folgt auf ähnliche Deals mit Japan, Vietnam, den Philippinen und Indonesien.
Einheitstarif als neue Leitlinie
Trump bezeichnete das Abkommen als „straight-across tariff of 15 %“ – also als pauschalen Zollsatz für alle europäischen Güter, darunter auch Autos. Von der Leyen bestätigte die Angabe und sprach von einem „stabilitätsfördernden“ Schritt in den transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen, der den Handel vorhersehbarer und kalkulierbarer mache. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass es Ausnahmen geben werde: Für strategische Güter wie Flugzeugkomponenten und bestimmte Rohstoffe sei ein „zero-for-zero“-Ansatz vereinbart worden, also ein beidseitiger Verzicht auf Zölle.
Auch Rüstung und Energie betroffen
Laut Trump beinhaltet der Deal auch großvolumige Käufe europäischer Energie und militärischer Ausrüstung durch die USA. Der genaue Umfang dieser Einkäufe wurde bislang nicht offengelegt. Europäische Verhandler hatten zuvor für niedrigere Zölle plädiert, teilweise sogar für eine Rückkehr zum freien Handel oder einen Satz von nur 10 Prozent. Im Vergleich zu den 30 Prozent Zöllen, die Trump Anfang Juli in einem Brief angedroht hatte, stellt die jetzige Regelung jedoch eine deutliche Reduzierung dar.
Teil einer breiteren Handelsstrategie
Die Vereinbarung mit der EU ist Teil einer Serie neuer Handelsabkommen der Trump-Regierung. Während Deals mit Vietnam, den Philippinen und Indonesien Zölle von 19–20 Prozent umfassen, liegt nur das Abkommen mit dem Vereinigten Königreich unterhalb der 15 Prozent-Marke. Trump deutete zudem an, dass weitere Länder in Kürze ähnliche Angebote erhalten könnten – entweder als Deal oder in Form eines Briefes mit festgelegten Zollraten.
Marktreaktionen und Ausblick
Nach Bekanntgabe des Abkommens stieg der europäische Aktienindex Stoxx 600 am Montag um 0.6 Prozent. Trotz einiger offener Fragen zu den Details des Deals zeichnet sich ab, dass der 15-Prozent-Satz künftig als neue Untergrenze für US-Zölle dienen könnte. Präsident Trump erklärte: „Wir werden einfache, klare Tarife zwischen 15 % und 50 % haben.“




