Trotz Mega-KI-Klage: Google knackt 3 Billionen
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Trotz Mega-KI-Klage: Google knackt 3 Billionen

Author

Simeon Koch

Das Wichtigste auf einen Blick

Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, hat erstmals die Marke von drei Billionen Dollar Börsenwert überschritten. Wachstumstreiber sind die hohe Nachfrage nach KI-Produkten, das Gemini-KI-Modell und ein günstiges Kartellurteil in den USA. Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen einer Klage von Penske Media gegenüber, die die unlizenzierte Nutzung von Inhalten in KI-Zusammenfassungen kritisiert. In Europa hat ein Zusammenschluss von Medien-Herausgebern die EU-Wettbewerbsbehörde eingeschaltet. Alphabet investiert parallel fünf Milliarden Pfund in Großbritannien, baut ein Data Center in Waltham Cross aus und unterstützt DeepMind.

Alphabet steigt in Elite der Top-Aktien auf

Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, hat erstmals die Marke von drei Billionen Dollar Marktkapitalisierung überschritten und ist damit nach Apple, Microsoft und Nvidia das vierte börsennotierte Unternehmen mit diesem Wert. Der entsprechende Kursanstieg wurde durch ein günstiges Kartellurteil ausgelöst: Ein US-Richter wies die Forderung des Justizministeriums ab, Google zur Abspaltung des Chrome-Browsers zu zwingen. Präsident Trump lobte die Entwicklung als „sehr guten Tag“. Analysten heben insbesondere die starke Nachfrage nach KI-Produkten und die erwartete Verbreitung von Gemini, Alphabets Flaggschiff-KI-Modellen, hervor.

Klage wegen KI-Übersichten droht Alphabet

Parallel zum Börsenrekord sieht sich Google erstmals einer großen Klage wegen seiner KI-Übersichten gegenüber. Der US-Verlag Penske Media, Herausgeber von Rolling Stone, Billboard und Variety, reichte eine Klage in Washington D.C. ein. Grund ist die Nutzung von Verlagsartikeln in KI-Zusammenfassungen ohne Zustimmung, was zu Traffic-Einbußen und sinkenden Werbe- und Abo-Einnahmen für die geistigen Eigentümer führt.

enske kritisiert, Google nutze seine Marktstellung aus, um Inhalte zu reproduzieren, die direkt mit den Originalartikeln konkurrieren. „Wir haben die Verantwortung, proaktiv für die Zukunft der digitalen Medien zu kämpfen und ihre Integrität zu wahren – all das wird durch Googles derzeitige Maßnahmen bedroht“, heißt es in der Klageschrift. Kritiker befürchten, dass die wirtschaftlichen Anreize für hochwertige Inhalte verschwinden, falls Google die KI-Übersichten weiterhin prominent in Suchergebnissen platziert, ohne die Urheber zu entschädigen.

Die Problematik betrifft nicht nur die USA: In Europa beschwert sich die Independent Publishers Alliance bei der EU-Wettbewerbsbehörde über ähnliche Praktiken. Rosa Curling von der Londoner Non-Profit-Organisation Foxglove erklärt: „Unabhängiger Journalismus ist durch Googles AI-Reviews existenziell bedroht. Wir fordern die EU-Kommission auf, unabhängigen Journalisten die Möglichkeit zu geben, ihre Inhalte von KI-Zusammenfassungen auszunehmen.“

Europa und Großbritannien als strategische Investitionsziele

Trotz dieser rechtlichen Herausforderungen treibt Alphabet seine Expansion im Bereich KI in Europa voran. Das Unternehmen kündigte eine Investition von fünf Milliarden Pfund (6.8 Milliarden Dollar) in Großbritannien über die nächsten zwei Jahre an, verteilt auf Infrastruktur und Forschung. Dazu gehört die Eröffnung eines Data Centers in Waltham Cross für eine Milliarde Dollar sowie Förderung von DeepMind in London. Alphabet-CFO Ruth Porat betonte: „Es gibt jetzt eine US-UK-Spezialtechnologiebeziehung. Das bringt enorme Chancen für wirtschaftliches Wachstum, soziale Dienste und Wissenschaft.“

Das Rechenzentrum wird luftgekühlt betrieben, die Abwärme wird für Schulen und Wohnhäuser genutzt. Zudem liefert ein Vertrag mit Shell 95 Prozent CO₂-freie Energie. Porat hob hervor, dass KI neue Branchen und Arbeitsplätze, etwa in Pflege und Radiologie, schafft: „KI arbeitet mit Menschen zusammen, statt sie zu ersetzen.“ Die Investition fällt zeitlich mit dem Staatsbesuch von Präsident Trump in Großbritannien zusammen.

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Simeon Koch

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