Tränen, Trotz und Trump-Kritik: Jimmy Kimmel erlebt umjubeltes TV-Comeback
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Tränen, Trotz und Trump-Kritik: Jimmy Kimmel erlebt umjubeltes TV-Comeback

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Simeon Koch

Das Wichtigste auf einen Blick

Jimmy Kimmel ist nach einer einwöchigen Suspendierung mit einer emotionalen Sendung zurückgekehrt. Er erklärte seine umstrittenen Kommentare zum Mord an Charlie Kirk, würdigte die Vergebung von Kirks Witwe und betonte, dass Gewalt niemals politisch instrumentalisiert werden dürfe. Im Studio hielt er ein leidenschaftliches Plädoyer für Meinungsfreiheit und kritisierte Präsident Trump scharf, der mit Klagen drohte. Die vorübergehende Absetzung von Jimmy Kimmel Live! durch ABC hatte eine Debatte über Zensur ausgelöst, die auch für Mutterkonzern Disney gefährlich wurde.

„Ich bin glücklich, heute Abend hier zu sein“

Mit diesen Worten eröffnete Jimmy Kimmel gestern seine erste Sendung nach der einwöchigen Suspendierung. Es war ein Abend voller Emotionen, in dem sich der Moderator für missverständliche Aussagen über den ermordeten rechten Aktivisten Charlie Kirk erklärte, die Vergebung von Kirks Witwe würdigte, scharf die Meinungsfreiheit verteidigte und US-Präsident Donald Trump direkt attackierte. Zugleich wurde sichtbar, wie groß der Druck auf ABC und Mutterkonzern Disney im Vorfeld seiner Rückkehr gewesen war.

„Demokraten-Propaganda“: Trump wütet gegen Kimmel-Rückkehr

„Meine Show ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass wir weiterhin in einem Land leben können, in dem solche Shows möglich sind.“ Mit diesen Worten meldete sich Jimmy Kimmel am Dienstagabend vor sein Publikum zurück – nach einer einwöchigen Zwangspause, die Disney wegen seiner umstrittenen Kommentare über das Attentat auf den rechten Aktivisten Charlie Kirk verhängt hatte. Die Zuschauer begrüßten den 57-jährigen Moderator mit stehenden Ovationen. Kimmel sprach sichtlich bewegt und erklärte, es sei nie seine Absicht gewesen, den Mord an einem jungen Mann ins Lächerliche zu ziehen.

Ebenso habe er keine bestimmte Gruppe verantwortlich machen wollen. „Das war genau das Gegenteil von dem, was ich sagen wollte“, betonte er. Noch vor der Ausstrahlung hatte Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social gegen ABC gewettert: Er könne nicht glauben, dass der Sender Kimmel zurück auf Sendung lasse. Der Moderator verbreite „Demokraten-Propaganda“ und setze den Sender einem Risiko aus, schrieb Trump – und deutete mögliche rechtliche Schritte an.

Überraschend aber erhielt Kimmel auch Rückendeckung von Kritikern aus dem konservativen Lager. Kommentatoren wie Ben Shapiro und Candace Owens sowie republikanische Senatoren wie Mitch McConnell und Ted Cruz erklärten, sie lehnten zwar Kimmels Positionen ab, verteidigten aber sein Recht auf freie Meinungsäußerung. „Ich glaube, das habe ich noch nie gesagt, aber Ted Cruz hat recht“, scherzte Kimmel.

Kimmel zu Kirk-Skandal: „Unpassend oder unklar“

Kimmel ging gleich zu Beginn auf die Ursache seiner Zwangspause ein: seine umstrittenen Kommentare zum Attentat auf den rechtskonservativen Aktivisten Charlie Kirk. Mit brüchiger Stimme betonte er, es sei nie seine Absicht gewesen, den Mord zu verharmlosen oder pauschal die Anhänger von Make America Great Again verantwortlich zu machen. Sein Monolog sei im Eifer missverständlich gewesen – „unpassend oder unklar oder vielleicht beides“, wie er es formulierte.

Er habe vielmehr ausdrücken wollen, dass politische Instrumentalisierung von Gewalt zutiefst schädlich sei. Zugleich distanzierte sich der Moderator von jeglicher Relativierung. Gewalt sei niemals eine Lösung, erklärte er, und gerade in einer polarisierten Gesellschaft dürfe man nicht zulassen, dass Morde als politisches Kapital benutzt würden. Damit schloss Kimmel die Episode zwar nicht endgültig, zeigte aber, dass er den Ernst der Lage erkannt hatte.

Lob für Vergebung der Witwe Kirk

Besonders bewegt zeigte sich Kimmel, als er über die Trauerfeier für Charlie Kirk sprach. Dessen Witwe hatte dem Attentäter öffentlich vergeben – ein Schritt, den Kimmel als „Akt der Gnade“ bezeichnete. „Das hat mich tief berührt“, sagte er mit zitternder Stimme und unter lautem Applaus des Publikums. Dieses Beispiel solle ein Vorbild sein: „Wenn es irgendetwas gibt, was wir aus dieser Tragödie mitnehmen können, hoffe ich, dass es das ist.“

Die Szene im Studio war ergreifend: Immer wieder musste Kimmel mit stockender Stimme sprechen, hatte Tränen in den Augen. Viele Zuschauer schilderten später, dass die Sendung ernster und emotionaler gewesen sei als gewohnt. Zwischen Witzen und Seitenhieben auf die Politik blieb vor allem diese Botschaft im Gedächtnis: Versöhnung sei möglich, selbst nach einer so schweren Tat.

Kimmel nennt Trump „antiamerikanisch“

Trotz der teils fast andächtigen Stimmung ließ Kimmel es sich nicht nehmen, Donald Trumps Ausfälligkeiten in seine Richtung zu kontern. Drohungen der Regierung gegen einen Komiker nannte er „antiamerikanisch“. Sein Schauspielkollege Robert De Niro unterstrich die Botschaft mit einem satirischen Auftritt, in dem er den Chef der US-Medienaufsicht als mafiösen Strippenzieher verkörperte. Ebenjener FCC-Chef Brandon Carr hatte in einem Podcast vor einigen Tagen unverblümt angekündigt, Sendern, die Kimmel weiterhin ausstrahlten, könnten Lizenzen entzogen werden.

ABC-Mutterkonzern Disney stand damit zwischen den Fronten. Während Trump öffentlich für die zwischenzeitliche Absetzung von Kimmels Show applaudierte, entfaltete sich ein Sturm der Entrüstung: Bürgerrechtsorganisationen warnten vor Zensur, prominente Hollywoodstars wie Tom Hanks, Meryl Streep und Robert De Niro solidarisierten sich, und selbst Teile der Republikanischen Partei kritisierten die Methoden der FCC. Nach intensiven Gesprächen entschied sich Disney schließlich, Kimmel wieder on air zu lassen. Der Comedian scheint bei seiner Rückkehr nun zumindest vorübergehend ein paar Gräben zugeschüttet zu haben, die die hitzige Debatte der letzten Tage aufgerissen hatte.

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Simeon Koch

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