Die wichtigsten Punkte
Die USA und China haben eine Grundsatzeinigung erzielt, die TikTok in den USA weiterlaufen lässt. Geplant ist die Überführung der US-Vermögenswerte in ein neues Unternehmen, das zu 80 Prozent US-Investoren gehören soll. Ein Konsortium aus Oracle, Silver Lake und Andreessen Horowitz wird dabei die Mehrheit übernehmen, während chinesische Anteilseigner den Rest halten. Die neue Gesellschaft soll einen amerikanisch dominierten Vorstand haben, in dem auch ein Vertreter der US-Regierung sitzt. Oracle übernimmt die technische Verantwortung für die Speicherung von US-Daten in Texas. Für Nutzer wird eine neue, eigenständige US-App entwickelt. Die Umsetzung soll bis 16. Dezember 2025 erfolgen, möglicherweise mit einer weiteren Fristverlängerung.
Ein neues Unternehmen für TikTok USA
Kern des Plans ist die Gründung einer eigenständigen US-Gesellschaft, die TikTok im amerikanischen Markt betreibt. Dieses Unternehmen soll eine klar getrennte Infrastruktur aufbauen – mit eigenem Algorithmus, eigenen Datenzentren und einer neuen App. Nutzerinnen und Nutzer in den USA sollen künftig auf diese Version umgestellt werden. Das Ziel: volle Trennung von ByteDance und dem globalen TikTok-Angebot.
Wer die Kontrolle übernimmt
Die Kontrolle liegt künftig bei einem US-Investorenkonsortium, das rund 80 Prozent der Anteile halten wird. Zu den Kernakteuren gehören:
Oracle – verantwortlich für Datenmanagement und zentrale technische Infrastruktur.
Silver Lake – ein Finanzinvestor mit engen Verbindungen zur Tech-Branche.
Andreessen Horowitz (a16z) – ein Risikokapitalgeber mit Fokus auf Technologie-Start-ups.
Die restlichen 20 Prozent verbleiben bei chinesischen Anteilseignern, wodurch ByteDance weiterhin eine Minderheitsbeteiligung hält. Ein amerikanisch dominierter Vorstand soll die Geschäfte überwachen, mit einem Sitz, der direkt von der US-Regierung besetzt wird.
Rolle von Oracle: Von Project Texas zur Mehrheit
Oracle war bereits seit 2020 über das Sicherheitsprojekt Project Texas eingebunden. Dieses sah vor, dass alle US-Daten von TikTok auf Servern in den USA gespeichert werden, um Bedenken über Spionage und Einflussnahme aus China zu zerstreuen. Mit dem neuen Abkommen steigt Oracle von einem reinen Technologiepartner zu einem Miteigentümer auf, der sowohl bei der Infrastruktur als auch in der Unternehmensführung eine Schlüsselrolle spielt.
Politische Dimension: Ein Kompromiss zwischen Washington und Peking
China bezeichnete die Vereinbarung als „Win-win-Lösung“, betonte aber, dass Technologie- und Lizenzübertragungen geprüft werden. In den USA gilt der Deal als politischer Durchbruch: Präsident Trump konnte ein vollständiges Verbot verhindern, gleichzeitig wird die Forderung nach US-Kontrolle erfüllt. Entscheidend ist nun das für Freitag geplante Telefonat zwischen Trump und Xi Jinping, in dem die Details bestätigt werden sollen.
Auswirkungen auf Nutzer
Für die rund 170 Millionen US-Nutzer von TikTok bedeutet der Deal zunächst Kontinuität. Kurzfristig bleibt die App online, während im Hintergrund der Übergang vorbereitet wird. Langfristig müssen sie sich jedoch auf eine eigene US-App einstellen, die technisch von der globalen Version getrennt läuft. Diese soll Datenschutzbedenken adressieren, könnte aber auch Unterschiede im Algorithmus oder im Funktionsumfang mit sich bringen.




