Tesla-Aktie fällt trotz Verkaufsrekord - Cybertruck bald in Deutschland?
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Tesla-Aktie fällt trotz Verkaufsrekord - Cybertruck bald in Deutschland?

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Punkte

Tesla hat im dritten Quartal 2025 einen neuen Auslieferungsrekord aufgestellt: 497 099 Fahrzeuge wurden weltweit an Kunden übergeben, 7.4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Erfolg ist vorwiegend auf das Auslaufen einer wichtigen US-Kaufprämie für Elektroautos zurückzuführen, die viele Kunden noch rechtzeitig nutzen wollten. Trotz dieses Rekords reagierten die Investoren skeptisch, die Aktie verlor an Wert.

Grund dafür sind Sorgen über die Nachfrage nach dem Ende der Förderungen, schwache Verkaufszahlen in Europa und ein enger Fokus auf die Modelle Model Y und Model 3. Gleichzeitig wächst Teslas Geschäft mit Energiespeichern rasant. Der Cybertruck bleibt dagegen in Deutschland und der EU außen vor, Sicherheitsauflagen verhindern eine Zulassung.

Rekordquartal dank Kaufprämie in den USA

Tesla konnte im dritten Quartal 2025 mehr Fahrzeuge ausliefern als je zuvor. Mit 497 099 Fahrzeugen lag das Ergebnis deutlich über den Erwartungen der Analysten, die mit einem schwächeren Quartal gerechnet hatten. Grund für den starken Schub war eine besondere Situation in den USA: Dort endete zum 30. September die staatliche Förderung für Elektroautos in Höhe von 7.500 Dollar.

Viele Käufer wollten sich diesen Bonus noch sichern, weshalb die Bestellungen in den letzten Wochen vor Fristende sprunghaft anstiegen. Ohne diese Sonderkonjunktur hätte Tesla das Rekordergebnis laut Bloomberg Analysten wohl kaum erreicht.

Für die kurzfristigen Geschäftszahlen ist das positiv, denn es verbessert Umsatz und Gewinn. Langfristig stellt sich jedoch die Frage, wie sich die Nachfrage ohne Förderprogramme entwickeln wird.

Aktie im Minus – warum Anleger skeptisch sind

Obwohl Tesla neue Höchstwerte bei den Auslieferungen meldete, verlor die Aktie am Tag nach der Veröffentlichung an Wert. Sie fiel zwischenzeitlich um mehr als drei Prozent. Der Grund: Investoren schauen weniger auf die Zahlen des vergangenen Quartals, sondern auf die Aussichten für die Zukunft. Ohne die US-Prämie könnte die Nachfrage nachlassen, und auch die Gewinnspannen könnten unter Druck geraten, wenn Tesla mit Preissenkungen gegensteuern muss.

Zudem ist der Börsenwert von Tesla schon seit einiger Zeit weniger vom Autogeschäft abhängig. Viele Investoren setzen stattdessen auf Teslas Zukunftsprojekte, etwa selbstfahrende Robotaxis, künstliche Intelligenz oder den humanoiden Roboter Optimus. Doch diese Visionen sind noch weit von einem massentauglichen Einsatz entfernt. Deshalb bleibt Skepsis, ob Tesla die Erwartungen an Wachstum und Gewinne kurzfristig erfüllen kann.

Schwache Zahlen in Europa und Abhängigkeit vom Modellmix

Der größte Teil der Verkäufe entfiel auch im dritten Quartal wieder auf die beiden Volumenmodelle Model Y und Model 3. Zusammen machten sie mehr als 480 000 Fahrzeuge aus. Die höherpreisigen Modelle Model S, Model X und auch der Cybertruck lagen dagegen rund 30 Prozent unter dem Vorjahr.

Damit bleibt Tesla stark abhängig von nur zwei Baureihen. Sollte die Nachfrage dort schwächeln, fehlt dem Unternehmen ein stabiler Ausgleich durch andere Modelle.

Besonders problematisch ist derzeit die Entwicklung in Europa. Im August brachen Teslas Neuzulassungen in der EU um mehr als ein Drittel ein, der Marktanteil sank auf gerade einmal 1.2 Prozent. Gründe dafür sind die gestiegene Konkurrenz durch europäische und chinesische Hersteller, schwächere Kaufkraft und das Auslaufen nationaler Förderprogramme. Diese Entwicklung zeigt, dass Tesla zwar weltweit Rekorde aufstellen kann, in einzelnen Märkten aber unter erheblichen Druck gerät.

Energiespeicher als zweites Standbein

Neben dem Autogeschäft wächst Teslas Energiesparte derzeit besonders stark. Im dritten Quartal wurden 12.5 Gigawattstunden an Speichersystemen ausgeliefert, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Diese Batterielösungen kommen vorwiegend in großen Energieprojekten zum Einsatz, etwa zur Stabilisierung von Stromnetzen oder zur Zwischenspeicherung von Solar- und Windstrom.

Mit neuen Produkten wie dem Megablock, das Energiespeicher mit Transformatoren und Schalttechnik kombiniert, will Tesla dieses Geschäftsfeld weiter ausbauen. Für das Unternehmen ist das eine wichtige Ergänzung: Sollte die Nachfrage nach Autos schwanken, könnten Energiespeicher langfristig zu einer stabileren Einnahmequelle werden.

Ausblick: Neues Model Y und wichtige Termine

Um die Nachfrage auch nach Ende der US-Förderung anzukurbeln, plant Tesla eine günstigere Version des Model Y. Die Vorproduktion hat im Sommer begonnen, der Marktstart wurde jedoch ins vierte Quartal verschoben. Der Hochlauf dürfte langsam erfolgen, soll aber mittelfristig neue Käuferschichten ansprechen. Ob dieses Modell den Rückgang nach dem Ende der Kaufprämie auffangen kann, bleibt abzuwarten.

Wichtige Termine stehen ebenfalls an: Am 22. Oktober legt Tesla seine offiziellen Quartalszahlen vor. Dort wird sich zeigen, wie sich der Absatz auf Umsatz und Gewinn ausgewirkt hat. Zudem soll bei der nächsten Hauptversammlung über ein milliardenschweres Vergütungspaket für Elon Musk abgestimmt werden, ein Punkt, der ebenfalls für Schlagzeilen sorgen dürfte.

Cybertruck: In Deutschland nicht zugelassen

Viele Tesla-Fans in Europa hoffen auf den Cybertruck, doch eine Zulassung in Deutschland oder der EU ist derzeit nicht in Sicht. Das Bundesverkehrsministerium hat bereits klargestellt, dass der Wagen wegen massiver Abweichungen von europäischen Sicherheitsstandards nicht zugelassen werden kann.

Besonders problematisch ist der Fußgängerschutz: Scharfe Kanten an der Edelstahl-Karosserie sind in der EU verboten. Zudem müsste das Fahrzeug mit zusätzlichen Sicherheitssystemen wie einem Geschwindigkeitsbegrenzer ausgestattet werden, da es über 3.5 Tonnen wiegt.

Auch Ausnahmeregelungen, etwa für Angehörige der US-Streitkräfte, wurden abgelehnt. Damit bleibt der Cybertruck in Europa auf absehbare Zeit außen vor.

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Carlo Schmid

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