In der Kalenderwoche 31 (27. Juli bis 3. August 2026) erwartet die Finanzmärkte eine der ereignisreichsten Wochen des Jahres. Im Zentrum stehen die Zinsentscheidungen der US-Notenbank (Fed) und der Bank of Japan (BoJ). Flankiert werden diese geldpolitischen Meilensteine von wichtigen Wachstumsdaten (BIP) aus Deutschland, der Eurozone und den USA sowie Inflationsdaten aus Europa.
Mittwoch: Fed-Zinsentscheid im Fokus
Der Mittwoch steht ganz im Zeichen der US-Geldpolitik. Die US-Notenbank (Fed) gibt ihren Zinsentscheid bekannt. Es wird erwartet, dass der Leitzins unverändert bei 3.75 Prozent bleibt. Der Leitzins ist das wichtigste Instrument der Fed, um die Inflation zu kontrollieren und das Wirtschaftswachstum zu steuern. Begleitet wird die Entscheidung von der Erklärung zur Geldpolitik und der anschließenden FOMC Pressekonferenz, auf der Investoren nach Hinweisen auf mögliche Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf suchen werden.
Donnerstag: Globale BIP-Daten und US-Inflation
Der Donnerstag bringt eine wahre Flut an Konjunkturdaten. Den Auftakt macht Deutschland mit den Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das BIP ist das umfassendste Maß für die wirtschaftliche Aktivität eines Landes und misst den Wert aller produzierten Güter und Dienstleistungen. Für das saisonbereinigte Quartals-BIP wird ein Rückgang des Wachstums von 0.30 Prozent auf 0.10 Prozent erwartet. Das nicht saisonbereinigte Jahres-BIP lag zuletzt bei 0.40 Prozent. Zudem werden die deutschen Verbraucherpreise (VPI) veröffentlicht. Für die Monatsrate wird ein Anstieg von -0.30 Prozent auf 0.70 Prozent prognostiziert. Die Jahresrate lag zuletzt bei 2.30 Prozent, der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) bei 2.40 Prozent.
Auch für die gesamte Eurozone stehen BIP-Daten an. Für das saisonbereinigte Quartals-BIP wird eine Erholung von -0.20 Prozent auf 0.20 Prozent erwartet. Das saisonbereinigte Jahres-BIP notierte zuletzt bei 0.30 Prozent.
Am Nachmittag rücken die USA wieder in den Fokus. Veröffentlicht wird die Kernrate der persönlichen Konsumausgaben (PCE-Preisindex). Dieser Index schließt volatile Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel aus und ist der bevorzugte Inflationsindikator der Fed. Für die Monatsrate wird ein Rückgang von 0.30 Prozent auf 0.10 Prozent erwartet, die Jahresrate lag zuletzt bei 3.40 Prozent. Zeitgleich werden auch die US-Wachstumsdaten gemeldet. Für das annualisierte BIP wird ein starker Anstieg von 2.10 Prozent auf 2.30 Prozent prognostiziert. Der BIP-Preisindex, der die Preisentwicklung aller im BIP enthaltenen Güter misst, lag zuletzt bei 3.60 Prozent.
Freitag: BoJ-Zinsentscheid und Euro-Inflation
Der Freitag beginnt in Asien mit der Zinsentscheidung der Bank of Japan (BoJ). Es wird erwartet, dass der Leitzins bei 1.00 Prozent belassen wird. Begleitet wird die Entscheidung von der Geldpolitischen Erklärung und der Pressekonferenz der BoJ. Zudem werden Inflationsdaten aus Japan veröffentlicht: Der Tokioter Verbraucherpreisindex (Jahr) lag zuletzt bei 1.70 Prozent, die Kernrate ohne Lebensmittel und Energie bei 1.90 Prozent.
Aus China folgen die NBS Einkaufsmanagerindizes (EMI). Diese Indizes basieren auf Umfragen unter Einkaufsmanagern und gelten als verlässliche Frühindikatoren. Ein Wert über 50 deutet auf Wachstum hin. Für das verarbeitende Gewerbe wird ein Rückgang von 50.30 auf 49.90 erwartet, was auf eine leichte Schrumpfung hindeutet. Der Dienstleistungssektor soll von 50.20 auf 50.00 sinken.
Den Abschluss der Woche bilden die Inflationsdaten für die Eurozone. Für den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) auf Jahresbasis wird ein leichter Anstieg von 2.80 Prozent auf 2.90 Prozent erwartet. Die Monatsrate lag zuletzt bei -0.10 Prozent. Der Kern-HVPI, der volatile Preise ausschließt, soll auf Jahresbasis unverändert bei 2.40 Prozent bleiben. Die Monatsrate notierte zuletzt bei 0.20 Prozent.


Eine Terminübersicht der KW31


