Strategiewechsel bei CNPC: Asiens größter Ölproduzent möchte global investieren
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Strategiewechsel bei CNPC: Asiens größter Ölproduzent möchte global investieren

Die China National Petroleum Corporation (CNPC), Chinas größter staatlicher Ölkonzern, plant eine umfassende Neuausrichtung ihrer globalen Strategie, um das Geschäft anzukurbeln. Dies teilte Lu Ruquan mit, der seinerseits als Direktor des Economic and Technology Research Institutes (ETRI) von CNPC fungiert und entsprechend maßgeblich an den strategischen Überlegungen beteiligt ist. Der Konzern fokussiert sich dabei auf Investitionen in Gasverflüssigungen, Tiefseebohrungen und die Erhöhung der Produktion aus alternden Bohrlöchern. CNPC und ihre börsennotierte Tochtergesellschaft PetroChina stehen vor der Herausforderung einer stagnierenden Ölproduktion im Inland und einem globalen Mangel an neuen Projekten zur Reservesteigerung. Trotz des verlangsamten Wirtschaftswachstums und der wachsenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen, die die heimische Nachfrage belasten, erwägt CNPC eine Rückkehr zu großangelegten Investitionen in Öl- und Gasanlagen, ähnlich wie bei den milliardenschweren Akquisitionen der 2000er Jahre, darunter die Übernahme von PetroKazakhstan und Devon Energy in Indonesien. In den 1990er und 2000er Jahren setzte der Konzern stark auf internationale Akquisitionen, bevor er sich nach dem Ölpreisverfall 2014 respektive 2015 wie viele andere chinesische Unternehmen zurückzog.

Investitionen in Katar und Südamerika geplant

„Du musst härter paddeln, sonst fällst du zurück“, betonte Lu, der vor seiner jetzigen Rolle beim ETRI die Strategie- und Entwicklungsabteilung von CNPC International leitete. Damit unterstrich er die Dringlichkeit, dass CNPC verstärkt globale Übernahmen anstreben müsse. Der Konzern ist finanziell gut aufgestellt: Allein PetroChina verfügte 2023 über liquide Mittel von $37.5 Milliarden, was es CNPC ermöglicht, die Öl- und Gasbranche maßgeblich zu beeinflussen. Neue Projekte könnten insbesondere in Katar und Südamerika entstehen. Lu erwähnte, dass CNPC möglicherweise seine Investitionen in Flüssigerdgas (LNG) in Katar ausweiten werde, nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr eine kleinere Beteiligung an den riesigen Gasverflüssigungsanlagen von QatarEnergy erworben und einen mehrjährigen Abnahmevertrag abgeschlossen hatte. Darüber hinaus werde CNPC nach Chancen in südamerikanischen Tiefseegebieten suchen, insbesondere in der Nähe von Feldern in Guyana, wo die chinesische CNOOC Ltd. als Teil eines von ExxonMobil geführten Konsortiums kürzlich bedeutende Funde gemacht hat. Angesichts der Sanktionen gegen kohlenwasserstoffreiche Länder wie Venezuela, Iran und Russland könnte die Verlängerung bestehender Verträge, etwa in Kasachstan und Indonesien, die vor dem Auslaufen stehen, eine praktikablere Option darstellen, so Lu.

Rückkehr zur alten Strategie

PetroChina produziert mehr Öl als der nordamerikanische Ölriese ExxonMobil, doch der Anteil des Unternehmens an der globalen Produktion sank 2023 auf elf Prozent, nachdem er 2019 fast 14 Prozent erreicht hatte. Dieser Rückgang ist teils auf den oben beschriebenen Rückzug chinesischer Firmen von internationalen Übernahmen zurückzuführen. In den zwei Jahrzehnten vor diesem Einbruch investierte CNPC erheblich in internationale Öl- und Gasprojekte, darunter den Erwerb von PetroKazakhstan für $4.1 Milliarden im Jahr 2005 sowie bedeutende Anteile an Projekten in Zentralasien. Zudem tätigte der Konzern große Investitionen in LNG-Projekte in Russland, Offshore-Ölprojekte im Nahen Osten und Erdgasprojekte in Australien sowie in Südamerika, Afrika und Asien. Der dramatische Rückgang der Ölpreise und der wirtschaftliche Druck führten jedoch dazu, dass CNPC und andere chinesische Unternehmen ihre internationalen Investitionen zurückfuhren und sich auf den heimischen Markt konzentrierten, um finanzielle Risiken zu minimieren.

Karte der internationalen Investitionen von CNPC, basierend auf öffentlich zugänglichen Informationen

Es ist derzeit unklar, in welche spezifischen Projekte CNPC oder seine Tochtergesellschaft PetroChina investieren werden. Die konkrete Ausgestaltung des Strategiewechsels bleibt abzuwarten, ebenso wie die Frage, ob und wie er Erfolge bringen wird. Wir analysieren übrigens die Aktie von PetroChina im Rahmen unseres China Titans-Pakets, inklusive lukrativer Einstiegsmöglichkeiten sowohl auf der Long- als auch auf der Short-Seite.

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