Stärkster Kurssturz seit 2020: Tote nach Grubenunglück bei Freeport McMoRan
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Stärkster Kurssturz seit 2020: Tote nach Grubenunglück bei Freeport McMoRan

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Carlo Schmid

Die wichtigsten Punkte

In der indonesischen Grasberg-Mine von Freeport McMoRan sind nach einem massiven Schlammeinbruch zwei Arbeiter tot geborgen worden, fünf weitere gelten als vermisst. Rund 800.000 Tonnen Nassmaterial fluteten die Stollen; der gesamte Betrieb wurde gestoppt. Der Konzern rief höhere Gewalt aus, senkte die Absatzprognosen und rechnet im vierten Quartal 2025 mit „unerheblichen“ Erlösen; eine schrittweise Wiederaufnahme ist erst für Anfang 2026 geplant. An der Börse fiel die Aktie binnen zwei Tagen um rund 20 Prozent, während der Kupferpreis auf ein Jahreshoch sprang.

Was ist passiert?

Am 8. September drang in der Untertage-Mine „Grasberg Block Cave“ eine Schlammlawine ein und verbreitete sich rasch über mehrere Ebenen. Die Infrastruktur wurde schwer beschädigt. Am 20. September bestätigte Freeport zwei Todesfälle; nach fünf weiteren Mitarbeitern wird weiter gesucht. Der gesamte Bergbaudistrikt Grasberg wurde vorübergehend stillgelegt, um die Rettungs- und Bergungsarbeiten zu priorisieren. Das Unternehmen spricht von einem „beispiellosen“ Ereignis in seiner jahrzehntelangen Block-Cave-Historie.

Produktion, Prognosen und „Force Majeure“

Freeport senkte die Absatzprognosen für das dritte Quartal 2025: Kupfer etwa 4 Prozent und Gold rund 6 Prozent unter den Juli-Schätzungen. Für das vierte Quartal erwartet das Management nur „unerhebliche“ Umsätze. Die Produktion soll Anfang 2026 schrittweise wieder anlaufen und könnte 2026 noch etwa 35 Prozent unter den Vor-Unfall-Schätzungen liegen; ein Niveau wie zuvor wird vor 2027 nicht erwartet. Parallel informierte Freeport Geschäftspartner über das Eintreten höherer Gewalt („Force Majeure“) und will Schäden über seine Sach- und Betriebsunterbrechungs­versicherungen geltend machen (Deckung bis zu 1,0 Mrd. US-Dollar nach 0,5 Mrd. US-Dollar Selbstbehalt).

Reaktion an der Börse und am Rohstoffmarkt

Die Aktie von Freeport McMoRan sackte in der Folge kräftig ab; in zwei Tagen summierte sich das Minus auf rund 20 Prozent. Zugleich sprang der Kupferpreis auf den höchsten Stand seit über einem Jahr – ein Hinweis darauf, wie stark der Markt die Angebotsrisiken aus Grasberg einpreist. Mehrere Analyse-Häuser passten ihre Einschätzungen an. UBS senkte das Kursziel von 50 auf 42.50 US-Dollar (Einstufung „Halten“). JPMorgan reduzierte auf 46 US-Dollar, blieb aber bei „Kaufen“. Die Einschätzungen spiegeln die erhöhte Unsicherheit bei Förderung, Kosten und politischem Umfeld wider.

Politische Risiken in Indonesien

Die Mine wird über die indonesische Gesellschaft PTFI betrieben; der Staat hält über MIND ID 51 Prozent. Bei länger anhaltend geringerer Produktion drohen Spannungen, weil Jakarta auf die Einnahmen angewiesen ist. Bereits 2024 überwies Freeport 462 Mio. US-Dollar an Staat und Region. Historische Sicherheits- und Umweltfragen verschärfen die Lage zusätzlich; 2013 kamen bei einem Tunneleinsturz 28 Arbeiter ums Leben.

Was macht Freeport McMoRan?

Freeport McMoRan ist ein Bergbaukonzern mit Schwerpunkt auf Kupfer und Gold. Herzstück ist unter anderem die Grasberg-Mine in der indonesischen Provinz Papua. Deren Bedeutung ist enorm: Die nun betroffene Mine sollte bis 2029 rund 70 Prozent der zuvor prognostizierten Kupfer- und Goldproduktion von PTFI beitragen.

Ausblick: Darauf kommt es jetzt an

Kurzfristig stehen Such- und Bergungsarbeiten sowie die Ursachenanalyse mit externen Experten im Vordergrund. Für Anleger entscheidend sind drei Punkte: Erstens, wie schnell Freeport beschädigte Infrastruktur wiederherstellt. Zweitens, ob Versicherungsleistungen und „Force Majeure“ operative und finanzielle Belastungen ausreichend dämpfen. Drittens, wie sich das Verhältnis zur indonesischen Regierung in einer Phase niedriger Produktion entwickelt. Bis zur schrittweisen Wiederaufnahme des Betriebs bleibt die Aktie von hoher Nachrichten- und Preisvolatilität geprägt.

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Carlo Schmid

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