„Sozialismus“: Home Depot-Gründer sorgt sich um die nordamerikanische Wirtschaft
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„Sozialismus“: Home Depot-Gründer sorgt sich um die nordamerikanische Wirtschaft

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Florian Winter

Bernard „Bernie“ Marcus polarisiert, vertritt der 93-jährige Unternehmer doch mit Nachdruck seine Meinung und spricht die Dinge entsprechend so an, wie er sie sieht. Auch wenn diese unangenehm sind. Beispielsweise löste der milliardenschwere Gründer der nordamerikanischen Baumarktkette Home Depot in den Jahren 2016 und 2019 massive Shitstorms in den sozialen Medien aus, als er sich öffentlich dazu bekannte, die Präsidentschaftskampagnen des ehemaligen US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu unterstützen. Zum Ende des vergangenen Jahres veröffentlichte nun die Financial Times ein Interview mit Marcus – und ein weiteres Mal sorgen dessen kontroverse Aussagen für große Diskussionen. So ließ der Geschäftsmann unter anderem verlauten, dass er sich wirklich „Sorgen um den Kapitalismus“ und somit um die Zukunft der Wirtschaft mache.

Verantwortlich hierfür sei zum einen der zunehmend voranschreitende „Sozialismus“ in den Vereinigten Staaten. In der Gesellschaft habe Marcus in den vergangenen Jahren einen Trend hin zum „Nichtstun“ beobachtet. Viele Menschen in den USA fordern seiner Meinung nach nur noch ein, etwas dafür tun möchten nach nur noch die wenigsten. Zum anderen würde die USA den Unternehmern im Land das Leben unnötig schwer machen. Diese müssen heute – so Marcus – deutlich mehr bürokratische, regulatorische und auch “idealistische” Hindernisse überspringen, als dies bei der Home Depot-Gründung 1979 der Fall gewesen sei.

Auch kritisiert der Unternehmer – als Supporter der Republikanischen Partei wenig überraschend – die Politik Joe Bidens, dem „schlechtesten Präsidenten in der Geschichte“ der Vereinigten Staaten, die die Meinungen der Menschen lenkenden Medien, die seiner Auffassung in den vergangenen Jahren verlorengegangene Meinungsfreiheit respektive Redefreiheit sowie die „Woke“-Bewegung, welche aktuell dabei sei, die Welt zu erobern und Unternehmern in- und außerhalb der USA somit zukünftig noch einige Stöcke zwischen die Beine werfen werde.

Letztlich kann man von Bernard Marcus‘ Aussagen natürlich halten, was man möchte. In Folge des Interviews wurde der Unternehmer in den sozialen Medien teils bitterböse angefeindet. Und auch in der breiten Medienlandschaft erntete der Home Depot-Chef nicht das positivste Feedback auf seine Meinungsbekundung. Unabhängig davon, dass auch ich teils andere Ansichten vertrete als Marcus, halte ich es aber für die Weiterentwicklung einer Gesellschaft für unabdinglich, dass Menschen unangenehme Themen aus Blickwinkeln, die nicht dem öffentlichen Narrativ entsprechen, betrachten und diskutieren. Letztlich wird es uns jedenfalls nur mit einem konstruktiven Diskurs, in welchem unterschiedliche Standpunkte und Einschätzungen berücksichtigt und gegeneinander abgewogen werden, möglich sein, die zweifellos großen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte zu meistern. Hier sei jedoch angemerkt, dass diese Diskussion stets auf respektvollem Niveau geschehen sollte – Sie wissen schon: der Ton macht die Musik. Und hier besteht bei Marcus definitiv Optimierungsbedarf. Der eingeschlagene Ton erschwert es einem nämlich durchaus, die aufgeführten Thesen respektive Argumente überhaupt ernst zu nehmen.

Was man hingegen absolut ernst nehmen kann, ist das Wertpapier des unter anderem von Herrn Marcus aufgebauten Home Depot-Baumarktimperiums. Dieses ist fester Bestandteil unseres DOW30-Aktienpakets. Und wie es der Zufall will, stand just am gestrigen Montag die Analyse der Aktie auf dem Programm. Natürlich ist der volle Einblick in die Analyse unseren Abonnenten vorbehalten, weshalb wir hier auch nicht zu viel verraten können. Da wir aber stets bestrebt sind, Ihnen den größtmöglichen Mehrwert zu bieten, möchten wir Ihnen dennoch einen kleinen Einblick geben: So gehen wir weiterhin davon aus, dass das Wertpapier mitten in einer größeren Korrekturbewegung steckt, im Rahmen welcher es mittelfristig nochmals über 30% an Wert einbüßen sollte.

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Florian Winter

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