Das Wichtigste auf einen Blick
Jimmy Kimmel Live! wurde nach Kommentaren zum Mord an Charlie Kirk auf unbestimmte Zeit pausiert. Kimmel kritisierte die MAGA-Bewegung und Donald Trumps Umgang mit der Tat, während FCC-Chef Brendan Carr regulatorische Konsequenzen androhte. Donald Trump lobte die Absetzung und forderte indirekt weitere Maßnahmen gegen andere Late-Night-Moderatoren. Gewerkschaften, Schauspieler und mehrere hundert Demonstranten protestierten gegen Zensur und politische Einflussnahme. Die Zukunft von Kimmels Show ist offen.
Wegen MAGA-Kritik: Disney-Sender cancelt Late-Night-Show
Walt Disney hat die populäre Late-Night-Show Jimmy Kimmel Live! auf dem hauseigenen TV-Kanal ABC auf unbestimmte Zeit aus dem Programm genommen. Der Schritt erfolgte nach kontroversen Äußerungen des US-Komikers über das Attentat auf den republikanischen Aktivisten Charlie Kirk, der am 10. September bei einem Auftritt auf dem Campus der Utah Valley University erschossen wurde. Kimmel hatte in seinem Monolog kritisiert, dass die MAGA-Bewegung den mutmaßlichen Schützen, den 22-jährigen Tyler R., und dessen Tat politisch zu instrumentalisieren versuchte. Disney und ABC sahen sich vor allem behördlichen Drohungen ausgesetzt, auch Donald Trump schaltete sich ein.
Die Entscheidung hat in den Vereinigten Staaten eine Debatte über Meinungsfreiheit, politische Einflussnahme auf Medien und die Polarisierung der Gesellschaft ausgelöst. Gleichzeitig führte sie zu Protesten von Gewerkschaften, Aktivisten und Zuschauern, die Kimmels Rückkehr fordern. Politologin Clüver Ashbrook kommentierte gegenüber deutschen Medien: „Der Tod von Kirk wird das Land noch stärker spalten, weil er als Symbolfigur für junge Konservative und gleichzeitig als Feindbild für linke Kreise gesehen wird.“
„MAGA hat neuen Tiefpunkt erreicht!“
Kurz nach dem Attentat auf den rechten Aktivisten Charlie Kirk hatte Jimmy Kimmel in seiner Late-Night-Show kommentiert: „Wir haben am Wochenende neue Tiefpunkte erreicht, als die MAGA-Gang verzweifelt versuchte, diesen Jungen, der Charlie Kirk getötet hat, als etwas anderes als einen von ihnen darzustellen und alles Mögliche tat, um daraus politisches Kapital zu schlagen.“ Charlie Kirk, 31 Jahre alt, war einer der bekanntesten rechtsnationalen Aktivisten der USA und Mitbegründer der Organisation Turning Point USA, die sich als Sprachrohr junger Trump-Anhänger versteht. Der Mord an Kirk hat die ohnehin stark gespaltene amerikanische Gesellschaft weiter polarisiert.
Schon unmittelbar nach Kimmels Äußerungen distanzierten sich große ABC-Partner. Sinclair Broadcasting kündigte an, den Sendeplatz der Show für eine Gedenksendung zu nutzen, während der ABC-Mutterkonzern Nexstar erklärte: „Die Kommentare von Herrn Kimmel über den Tod von Herrn Kirk sind beleidigend und unangemessen in einem entscheidenden Moment unserer nationalen politischen Debatte.“ Neben Kritik aus konservativen Kreisen gab es auch massive Unterstützung für Kimmel: Gewerkschaften wie die Writers Guild of America bezeichneten die Suspendierung als Angriff auf die Meinungsfreiheit. Die Medienkünstler-Gewerkschaft SAG-AFTRA sprach von „Unterdrückung und Vergeltung, die die Freiheiten aller gefährdet“.
„Kein Talent“: Donald Trump beleidigt Kimmel
Die Situation verschärfte sich durch die Einmischung der Federal Communications Commission. FCC-Chef Brendan Carr, ein enger Vertrauter Trumps, kritisierte Kimmels Kommentare und drohte den Fernsehsendern mit regulatorischen Konsequenzen bis hin zu möglichen Lizenzentzügen. Carr erklärte in einem Interview: „Wir können es auf die leichte oder harte Weise tun. Diese Unternehmen können Maßnahmen ergreifen und handeln – gegen Kimmel.“ Gleichzeitig erhoben demokratische Politiker Widerspruch: Anna Gomez bezeichnete die Maßnahmen als „Missbrauch von Regierungsgewalt“ und warnte, dass die Regierung zunehmend Meinungsäußerungen unterdrücke.
Auch US-Präsident Donald Trump bezog Stellung. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er gewohnt unverblümt: „Gute Nachrichten für Amerika: Die Jimmy Kimmel Show mit schlechten Einschaltquoten ist ABGESETZT. Glückwunsch an ABC, dass ihr endlich den Mut hattet, das Notwendige zu tun. Kimmel hat KEIN Talent.“ Während eines Staatsbesuchs in Großbritannien fügte Trump hinzu, Kimmel sei für das Sagen „einer schrecklichen Sache“ über Kirk bestraft worden. Trump nutzte die Gelegenheit, um NBC und andere Sender indirekt aufzufordern, auch andere kritische Moderatoren wie Jimmy Fallon oder Seth Meyers abzusetzen, und bezeichnete sie als „totale Verlierer“.
Die Absetzung steht zudem in einem größeren Kontext: Erst im Juli 2025 hatte CBS angekündigt, die Late-Night-Show von Stephen Colbert einzustellen. Kimmel und Colbert waren seit Jahren wiederholt ins Visier der Republikaner geraten, die den Moderatoren Voreingenommenheit und linke Propaganda vorwerfen. Beobachter wie Senator Chris Murphy warnten, dass der Mord an Kirk und die Reaktionen auf Kimmels Kommentare als Vorwand genutzt werden könnten, „mithilfe der Macht des Weißen Hauses Trumps Kritiker und politische Gegner auszuschalten.“
Massive Proteste gegen Disney
Die Suspendierung führte zu massiven Protesten. In Los Angeles demonstrierten 200 bis 300 Menschen vor Disneys Hauptquartier in Burbank, in New York weitere hundert vor ABC. Viele Schilder trugen Slogans wie „un-American“ oder „ABC bent the knee“ („ABC unterwirft sich“). Die Writers Guild of America erklärte: „Das Recht, unsere Meinung zu äußern und zu widersprechen – sogar zu stören – ist das Herz dessen, was es bedeutet, ein freies Volk zu sein. Dies darf nicht verweigert werden, weder durch Gewalt noch durch Machtmissbrauch der Regierung noch durch unternehmerische Feigheit.“
Vor der Absetzung hatten Kimmel und Disney noch versucht, ein gemeinsames Statement zu verfassen, die öffentliche Wut war aber bereits übergekocht. Disney-CEO Bob Iger und Co-Chair Dana Walden entschieden, die Show vorerst zu pausieren, mit dem Ziel, Kimmel später zurückzubringen. Wann genau das sein soll, steht noch nicht fest. Vertreter von Nexstar und Sinclair Media unterstützten die Entscheidung, wobei Sinclair eine Entschuldigung bei Kirks Familie forderte. Kimmel äußerte sich bisher nicht zu den Forderungen.
FAQ
Wer ist Charlie Kirk?
Charlie Kirk ist ein konservativer Aktivist aus den USA und Gründer der Organisation Turning Point USA, die vor allem junge Menschen für rechte Politik gewinnen will. Er zählt zu den einflussreichen Stimmen der amerikanischen Rechten und gilt als enger Unterstützer von Donald Trump.
Wie hat Charlie Kirk sein Geld verdient?
Kirk hat sein Geld hauptsächlich durch Spendenkampagnen, Vorträge und Medienauftritte rund um Turning Point USA verdient. Zudem tritt er regelmäßig als Kommentator in konservativen Medien auf und hat mehrere Bücher veröffentlicht.
Warum wurde die Jimmy Kimmel Show abgesetzt?
Die „Jimmy Kimmel Live“-Show wurde nach dem versuchten Attentat auf Charlie Kirk aus Sicherheitsgründen abgesetzt. Hintergrund war die Befürchtung, dass spöttische Kommentare über Kirk oder die Tat die Lage zusätzlich anheizen könnten. Mittlerweile ist über die Entlassung von Jimmy Kimmel aber massive Kritik ausgebrochen, sogar aus den eigenen Reihen von Trumps Parteikollegen.
Was sagte Kimmel über Kirk?
Jimmy Kimmel hatte in seiner Show wiederholt satirische Kommentare über Kirk gemacht und ihn zum Ziel von Witzen über die rechte Szene in den USA erklärt. Kritiker werfen Kimmel vor, er habe mit seiner Ironie ein feindseliges Klima befördert.
Was passierte mit Charlie Kirk?
Charlie Kirk wurde im September 2025 bei einem öffentlichen Auftritt Opfer eines Attentatsversuchs, als ein Schütze das Feuer eröffnete. Kirk starb bei dem Attentat an den Folgen der Schusswunde (überarbeitet am: 22.09.2025). Der Vorfall hat die politische Debatte über Hass, Gewalt und die Rolle der Medien in den USA neu entfacht.




