Clark Griswold entführt in der Kult-Komödie „Schöne Bescherung“ seinen Chef, weil er nicht die einkalkulierte Weihnachtgratifikation erhält, um den bereits bestellten Swimmingpool zu bezahlen. Ist diese üblich? Laut der Hans Böckler Stiftung erhalten in Deutschland etwa die Hälfte der Arbeitnehmer Weihnachtsgeld, was oft einem 13. Gehalt entspricht. Unter Tarifbeschäftigten sind es sogar fast 86 Prozent.
In manchen Fällen ist der Bonus sogar deutlich höher als ein Monatsgehalt. Wer zum Jahresende plötzlich flüssig wird, hat viel sinnvollere Möglichkeiten das Geld anzulegen als in einen Swimmingpool oder in überteuerte Geschenke. Hier sind fünf Ideen für den Segen des Weihnachtsgelds.
1. Weihnachtsgeld als Einmal-Anlage investieren
Eine Einmal-Anlage in Fonds oder ETFs bedeutet, dass ein Anleger einmalig einen festen Geldbetrag investiert. Dieser Betrag wird sofort in den Fonds oder ETF angelegt, sodass das Kapital direkt an der Marktentwicklung teilnimmt, ohne regelmäßige Nachzahlungen. Anleger können ihrem Sparplan und ihrem Sparziel damit einen Boost geben.
2. Weihnachtsgeld nutzen, um Sparrate zu erhöhen
Andels als bei der Einmalanlage, teilen sie das Weihnachtsgeld in zwölf Teile und erhöhen ihren bestehenden monatlichen Sparplan um diesen Betrag. Das hat den Vorteil, dass sie das Geld zeitlich gestreuter anlegen und geben falls einen positiveren Durchschnittskosteneffekt mitnehmen. Auf die Marktschwankungen im kommenden Jahr können sie zudem flexibler reagieren, wenn sie auf günstige Kaufgelegenheit warten und dabei dann doch mehr Geld nachschießen.
3. Weihnachtsgeld für neue breite Investment-Ideen
Anleger können das zusätzliche Geld für neue Investmentideen nutzen, die von ihrem Sparplan abweichen. Sie können in neue Assets wie beispielsweise Gold oder in Themenmärkte über ETFs investieren, die sie spannend finden. Es gibt Themen-ETFs für die Luxusbranche bis hin zur Rüstungsindustrie. Damit diversifizieren Investoren ihr Depot und haben vielleicht das gute Gefühl sich etwas Neues gekauft zu haben.
4. Weihnachtsgeld als Spielgeld
Anleger sehen das frische Geld als Spielgeld und versuchen sich an für sie neuen Assets, die risikoreicher sind wie Kryptowährungen oder setzen verstärkt auf Einzelwerte als angehender Stock Picker. Vielleicht ist dieses Weihnachtsgeld sogar der Startschuss zu einer Trading-Karriere mit Zertifikaten beziehungsweise Optionsscheinen: „no risk, no fun“?
Konservative und ungeübte Anleger sollten wirklich nur diesen Betrag oder weniger als Grenze für ihren neuen Aktivitäten auf den Märkten verwenden, um keine böse Überraschung zu erleben. Weitere schöne Bescherungen, sind jedoch auch möglich. Schließlich ist mehr Rendite immer mit mehr Risiko verbunden.
5. Weihnachtsgeld für die Spardose
Wenn Aktien, ETFs und Fonds nicht den Wünschen entsprechen, kann das Weihnachtsgeld natürlich sicher beim niedrigverzinsten Tagesgeld geparkt werden oder beispielsweise als Sonderzahlung den Hauskredit tilgen. Jeder Anleger sollte nach seinem Risikoprofil handeln und versuchen sein Weihnachtsgeld besser zu verwenden als Clark Griswold, denn ein Swimmingpool ist nur im Sommer cool und hat natürlich zusätzliche Unterhaltungskosten.
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10,5 Millionen Bundesbürger haben Fonds oder ETFs. Etwa 4,2 Millionen Menschen haben Einzelwerte im Depot.


