Im zweiten Quartal 2025 gelang Samsung ein Paukenschlag auf dem US-Smartphone-Markt: Der Konzern steigerte seinen Anteil von 23 auf 31 Prozent – ein Sprung, der in einer ansonsten stagnierenden Branche Seltenheitswert hat. Gleichzeitig verlor Apple, unangefochtener Marktführer seit über einem Jahrzehnt, sieben Prozentpunkte und rutschte von 56 auf 49 Prozent. Dass sich die Kräfteverhältnisse so deutlich verschieben, liegt nicht an einem plötzlichen Qualitätsverlust bei den iPhones, sondern an der Strahlkraft von Samsungs faltbaren Smartphones. Modelle wie das Z Fold 7 und das Z Flip haben nicht nur neue Designs eingeführt, sondern auch in sozialen Netzwerken eine Eigendynamik entfacht, die weit über klassische Werbung hinausgeht. Millionenfach geklickte Videos, in denen Nutzer die Geräte spektakulären Härtetests unterziehen, haben die Aufmerksamkeit der breiten Masse geweckt und den Faltmechanismus vom Nischen-Feature zum echten Kaufargument gemacht.
Während Apple seit 2017 kaum grundlegende Designänderungen an seinen iPhones vorgenommen hat, präsentiert sich Samsung als Innovationsmotor – und die Zahlen zeigen, dass dieser Mut belohnt wird. Analysten wie Runar Bjorhovde von Canalys verweisen darauf, dass nicht allein das Design, sondern auch die Vielfalt des Portfolios den Ausschlag gibt: Vom Premiumgerät bis hin zu günstigeren Modellen bietet Samsung für nahezu jede Käufergruppe eine Option. Damit gelingt es dem Unternehmen, nicht nur Trendsetter, sondern auch Massenanbieter zu sein.
TikTok macht Samsungs Falt-Handys zum Trend
Besonders bemerkenswert ist, wie stark soziale Medien den Aufstieg der faltbaren Smartphones beschleunigt haben. Während früher die Fachpresse über technische Innovationen berichtete, reichen heute kurze Clips auf TikTok oder YouTube, um Millionen potenzieller Kunden zu erreichen. Das Bild des Smartphones, das sich mühelos falten lässt, hat einen Sog erzeugt, der weit über Technikbegeisterte hinausgeht. Für viele Käufer ist das Erlebnis, ein solches Gerät im Alltag zu nutzen, inzwischen genauso reizvoll wie die nüchternen Leistungsdaten. Samsung profitiert davon doppelt: Einerseits verstärkt die virale Aufmerksamkeit das Markenimage, andererseits schafft die Produktbreite Vertrauen, dass die Geräte nicht nur futuristische Experimente sind, sondern tatsächlich alltagstauglich.
Apple-Aktie: Prognose zwischen Aufschwung und Rücksetzer
Apple hingegen kämpft mit einem Paradox: Die iPhone-Verkäufe stiegen im Jahresvergleich um 13 Prozent, und dennoch fiel der Aktienkurs um 7.5 Prozent. Investoren zweifeln offenbar daran, dass Apple mit der Innovationskraft von Samsung mithalten kann. Hinzu kommt, dass die Apple-Aktie in den letzten Handelsstunden erneut nachgegeben hat – ein Warnsignal, dass die Anlegerstimmung fragiler ist, als es die Verkaufszahlen vermuten lassen. Zwar überschritt der Kurs zwischenzeitlich die Marke von 230.20 US-Dollar und bestätigte damit ein optimistisches Szenario für einen möglichen Anstieg in Richtung 260.10 US-Dollar, doch nun zeigt sich, wie unsicher der Trend tatsächlich ist.
Der 2-Stundenchart von Apple, Datum: 18.08.2025
Entscheidend wird, ob die Aktie oberhalb von 230.20 US-Dollar Halt findet. Gelingt dies, könnte die Aufwärtsbewegung intakt bleiben und langfristig sogar neue Höhen erreichen. Sollte der Druck jedoch anhalten, droht ein erneuter Rücksetzer – wenn auch mit der Aussicht, dass der langfristige Aufwärtstrend oberhalb von 120 US-Dollar bestehen bleibt.
Wer führt in der Ära nach dem klassischen Smartphone?
Die Marktverschiebungen sind jedoch nicht allein auf Design und Marketing zurückzuführen. Auch externe Faktoren wie Handelszölle und geopolitische Spannungen beeinflussen den Wettbewerb. Ein Unternehmen wie Samsung, das frühzeitig auf Diversifizierung gesetzt hat, ist hier im Vorteil: Es bietet eine breite Palette an Modellen und Technologien, die je nach Marktbedingungen angepasst werden können. Apple hingegen hat seine Produktstrategie bewusst schlank gehalten – ein Ansatz, der im Erfolgsfall Effizienz schafft, im Umbruch jedoch zur Schwäche werden kann. In den kommenden Jahren könnte Apple versuchen, durch ein faltbares iPhone verlorene Marktanteile zurückzugewinnen.
Doch der Erfolg hängt nicht nur vom Produkt selbst ab, sondern auch davon, ob es gelingt, die Erzählung wieder auf die eigene Seite zu ziehen. Denn der Smartphone-Markt ist nicht allein ein Spiel der Technik, sondern auch der Wahrnehmung. Ein Gerät, das als zu spät oder zu vorsichtig gilt, wird es schwer haben, Begeisterung auszulösen. Analysten erwarten daher eine neue Runde im Duell zwischen den beiden Tech-Giganten – eine, die möglicherweise entscheidet, wer in der Post-Smartphone-Ära die Führung übernimmt. Eines ist sicher: Wenn Apple den Sprung wagt, wird der Wettbewerb um die faltbare Zukunft der Smartphones die Dynamik der gesamten Branche neu definieren.
FAQ
Wann kommt ein Fold iPhone?
Apple arbeitet Gerüchten zufolge bereits an einem faltbaren iPhone, offiziell bestätigt ist aber noch nichts. Experten erwarten einen Marktstart frühestens 2026.
Warum kein faltbares iPhone?
Apple setzt traditionell erst auf neue Technik, wenn sie ausgereift und massentauglich ist. Daher wartet das Unternehmen länger ab, während Konkurrenten wie Samsung schon faltbare Geräte verkaufen.
Welches ist das beste Folgable-Handy?
Aktuell gelten Samsungs Galaxy Z Fold 7 und Z Flip 7 als führend, weil sie viel Erfahrung aus früheren Modellen einbringen. Auch Google und Honor haben starke Alternativen, erreichen aber noch nicht dieselbe Marktbreite.
Wie lange halten foldable Smartphones?
Die Hersteller geben an, dass die Scharniere und Displays für mehrere Hunderttausend Faltvorgänge getestet sind. In der Praxis können sie mehrere Jahre halten, wenn man vorsichtig mit dem Gerät umgeht.
Welche Foldables kommen 2025?
Neben den neuen Samsung-Modellen werden auch Geräte von Google, Honor, Oppo und Xiaomi erwartet. Apple könnte 2025 erste Details zu seinem eigenen Foldable zeigen, ein Marktstart wird aber noch nicht angenommen.




