Sabotage im Roten Meer? Microsoft meldet Azure-Probleme nach Kabelbrüchen
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Sabotage im Roten Meer? Microsoft meldet Azure-Probleme nach Kabelbrüchen

Author

Esma Sakalli

Die wichtigsten Punkte

Unterseekabel im Roten Meer wurden beschädigt und führten zu Störungen bei Microsofts Azure-Diensten sowie zu langsamem Internet in Teilen Asiens und des Nahen Ostens. Microsoft konnte zwar Umleitungen einrichten, doch Latenzen bleiben spürbar. Die Ursache ist unklar, Sabotage durch Houthi-Rebellen wird nicht ausgeschlossen – und das Ereignis zeigt erneut, wie verletzlich die globale Internet-Infrastruktur ist.

Microsofts Wolke im Störfeuer der Tiefe

Es ist ein unsichtbares Drama, das sich unter der Wasseroberfläche des Roten Meeres abspielt – und doch spüren Millionen Menschen die Folgen unmittelbar. Microsoft meldete am Wochenende Störungen seiner Azure-Cloud-Dienste, ausgelöst durch Unterseekabel, die plötzlich durchtrennt wurden. Nutzer in Teilen des Nahen Ostens, Indiens und Pakistans berichteten von verlangsamten Verbindungen, während Microsoft eilig betonte, Datenverkehr außerhalb der Region sei nicht betroffen.

Unterseekabel gelten als unscheinbare Lebensadern der digitalen Welt, unsichtbar auf dem Meeresboden verlegt, doch für die globale Wirtschaft unverzichtbar. Dass nun gleich mehrere Stränge beschädigt wurden, rückt erneut die Fragilität einer Infrastruktur ins Licht, die selten Aufmerksamkeit erfährt – außer, wenn sie bricht.

Unsichtbare Adern, sichtbare Machtspiele

Noch schweigt Microsoft über die Ursachen, doch die Lage ist brisant. Bereits im Februar 2024 waren Kabel im Roten Meer beschädigt worden, kurz nachdem Jemens international anerkannte Regierung vor möglichen Angriffen der Houthi-Rebellen gewarnt hatte. Offiziell dementierten die Houthis damals, doch der Verdacht blieb. Auch jetzt fällt der Blick auf dieselben Gewässer vor Jeddah, wo laut NetBlocks die Systeme SMW4 und IMEWE lahmgelegt wurden.

Solche Kabel lassen sich durch einen unachtsam geworfenen Anker zerstören – oder gezielt angreifen. Beides ist denkbar, doch in Zeiten geopolitischer Spannungen wirkt Zufall weniger wahrscheinlich. Dass Saudi-Arabien den Vorfall bislang nicht kommentiert, verstärkt die Spekulationen. Parallel melden Provider in den Emiraten gedrosselte Geschwindigkeit, während Pakistans Telekom offen vor Engpässen warnt.

Ein Schauplatz im globalen Konflikt

Das Rotmeer ist längst mehr als eine Handelsroute: Es ist ein geopolitisches Pulverfass. Seit Beginn des Israel-Hamas-Kriegs haben die Houthis dort über hundert Schiffe attackiert, mehrere versenkt. Nun treffen die Angriffe – direkt oder indirekt – eine andere Dimension: die digitale Infrastruktur. Unterseekabel sind empfindlich, ihre Reparatur dauert Wochen, oft unter schwierigen Bedingungen.

Für Microsoft, das seine Cloud-Dienste global vermarktet, ist dies nicht nur ein technisches, sondern ein politisches Risiko. Denn jeder Ausfall erinnert daran, wie abhängig die Weltwirtschaft von unsichtbaren Netzen ist, die auf wenigen Routen verlaufen. Noch laufen die Systeme dank Umleitungen weiter, doch die Latenzzeiten steigen – und mit ihnen die Sorge, dass ein Konflikt am Meeresgrund die vernetzte Welt ins Wanken bringen könnte.

FAQ

Was ist Microsoft Azure?
Microsoft Azure ist eine Cloud-Computing-Plattform von Microsoft. Sie stellt Rechenleistung, Speicher, Datenbanken, Netzwerke, KI-Tools und viele weitere Dienste über das Internet bereit. Azure gilt neben Amazon Web Services (AWS) und Google Cloud als einer der größten Anbieter weltweit.

Was macht man mit Azure?
Mit Azure können Unternehmen und Entwickler Anwendungen entwickeln, bereitstellen und verwalten – ohne eigene Server betreiben zu müssen. Typische Einsatzfelder sind das Hosten von Webseiten, das Speichern und Analysieren großer Datenmengen, die Nutzung von KI- und Machine-Learning-Diensten, die Absicherung von IT-Infrastrukturen sowie der Betrieb von Geschäftsanwendungen.

Für wen lohnt sich Azure?
Azure lohnt sich vor allem für Unternehmen, die flexibel skalieren, international agieren oder hohe IT-Sicherheits- und Compliance-Anforderungen erfüllen müssen. Auch Start-ups und Entwickler profitieren, weil sie Infrastruktur nicht selbst aufbauen müssen und schnell Zugang zu modernsten Technologien haben.

Ist Azure gratis?
Azure ist grundsätzlich kostenpflichtig, bietet aber ein kostenloses Startguthaben (in der Regel 200 US-Dollar für 30 Tage) sowie dauerhaft kostenlose Basisdienste wie bestimmte Datenbanken, Speicher- oder KI-Funktionen in eingeschränkter Form. Für den produktiven Einsatz entstehen jedoch je nach Nutzung laufende Kosten.

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Esma Sakalli

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