Das Wichtigste in Kürze:
- Intuit wächst um 17 Prozent, Ausblick bremst die Aktie.
- Zscaler steigert Umsatz um 26 Prozent, Kurs fällt dennoch.
- Dell profitiert vom KI-Serverboom und hebt Prognose an.
Intuit und Zscaler im Sog der SaaS-Verunsicherung
Die Furcht vor einer „SaaS-Apokalypse“ prägt aktuell die Stimmung an der Wall Street. Fortschritte bei KI-Agenten und Automatisierungslösungen nähren Zweifel an klassischen Abo-Modellen. Vor diesem Hintergrund legte Intuit im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 zwar solide Zahlen vor: Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 4.7 Milliarden US-Dollar, der GAAP-Betriebsgewinn kletterte um 44 Prozent auf 855 Millionen US-Dollar.
Das verwässerte Ergebnis je Aktie erreichte 2.48 US-Dollar. Dennoch verlor die Aktie in den vergangenen 30 Tagen rund 25 Prozent. Belastend wirkt der Ausblick von etwa zehn Prozent Umsatzwachstum im dritten Quartal sowie eine verhaltene Entwicklung bei Mailchimp. Investoren reagieren sensibel auf jedes Signal nachlassender Dynamik.
Zscaler wächst stark – doch Anleger verlangen Beschleunigung
Ähnlich zeigt sich das Bild bei Zscaler. Der Cloud-Sicherheitsanbieter steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 26 Prozent auf 815.8 Millionen US-Dollar. Der jährlich wiederkehrende Umsatz wuchs um 25 Prozent auf 3.4 Milliarden US-Dollar. Der operative Cashflow erreichte 204.1 Millionen US-Dollar. Für das laufende Quartal stellt das Unternehmen Erlöse zwischen 834 und 836 Millionen US-Dollar in Aussicht und übertrifft damit die Markterwartungen.
Trotzdem fiel die Aktie nachbörslich um rund neun Prozent. Marktbeobachter verweisen auf das Umfeld: Seit Jahresbeginn wurden bei großen Softwarewerten hunderte Milliarden US-Dollar an Börsenwert abgebaut. Anleger könnten fürchten, dass KI-gestützte Lösungen klassische Software-Abos teilweise ersetzen könnten. In diesem Klima reichen solide Ergebnisse allein nicht aus, um neue Impulse zu setzen.
Dell als Profiteur der KI-Infrastruktur
Während Softwaretitel unter Druck stehen, profitieren Hardware- und Infrastrukturanbieter von steigenden KI-Investitionen. Dell meldete für das vierte Quartal einen Umsatz von 33.4 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 39 Prozent. Das verwässerte Ergebnis je Aktie stieg um 57 Prozent auf 3.37 US-Dollar. Im Gesamtjahr erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 113.5 Milliarden US-Dollar und einen operativen Cashflow von 11.2 Milliarden US-Dollar. Treiber ist die Nachfrage nach KI-optimierten Servern, mit einem Auftragsbestand von 43 Milliarden US-Dollar.
Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Dell ein Umsatzwachstum von 23 Prozent. Die Aktie legte nachbörslich um mehr als neun Prozent zu. Für Investoren zeigt sich damit eine klare Marktrotation: Kapital fließt verstärkt in KI-Infrastruktur, während abonnementbasierte Softwaremodelle kritischer hinterfragt werden. Entscheidend bleibt, wer vom KI-Zyklus strukturell profitiert – und wer unter Anpassungsdruck gerät.
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