Haben Sie schon einmal was vom Zeigarnik-Effekt gehört? Nicht? Dieses Phänomen beschreibt die „Vorgehensweise“ unseres Gehirns, uns so lange an Unerledigtes zu erinnern, bis wir es auch endlich erledigt haben. Dementgegen „streicht“ das Gehirn erledigte Aufgaben in der Regel sofort aus dem Gedächtnis. Ob dieses Phänomen ebenfalls bei großen US-Indizes auftritt, konnten wir auf die Schnelle nicht recherchieren. Falls dies aber der Fall ist, könnte das Gehirn des S&P500 nun eine weitere – im Sinne unseres Primärszenarios – erledigte Aufgabe aus seinem Gedächtnis streichen…
Der S&P500 setzte nämlich ab gestern Mittag zu einem fulminanten Sprung nach oben an, welcher ihn wieder deutlich zurück über die 3950er-Marke beförderte. Somit sendete uns der Massenindex das Signal, auf das wir gewartet haben. Entsprechend kann der S&P nun das To-Do Hinterlegen eines Zwischentiefs in Form der blauen Welle [a] abhaken und sich seiner nächsten Aufgabe widmen. Diese sieht vor, dass der Kurs nochmals einige Punkte mehr im Chart nach oben wandert, um die blaue Welle [b] abzuarbeiten. Daran anknüpfend sehen wir den Index dann nochmals unter die 3950 Punkte zurückkehren. Nachdem er dort aber dann das Tief der blauen [c] respektive der übergeordneten weißen Welle (2) ausgebaut hat, sollte es für ihn zielstrebig in Richtung des Widerstands bei 4328 Punkten gehen. Noch längst nicht vom Tisch respektive vom Chart ist aber unsere zu 40% wahrscheinliche Alternative auf der Unterseite: Rutscht der Kurs nämlich unter das bisherige Korrekturtief bei 3639 Punkten ab, sehen wir ihn nochmals einen Umweg über die türkisfarbene Zielzone zwischen 3597 und 3353 Punkten nehmen. Hat er dort die alternative Welle alt.C in Grün abgeschlossen, geht es auch in diesem Szenario wieder auf der Oberseite weiter.
Der S&P500 45-Minuten-Chart.
Der S&P500 signalisierte uns gestern also mit seinen zielstrebigen Anstiegen, dass die blaue Welle [a] durch und das Zwischentief entsprechend drin ist. Imminent rechnen wir mit weiteren Anstiegen, ehe es nochmals final nach unten gehen sollte. Weiterhin bleibt es aber auch möglich, dass der Kurs unsere alternative Route nimmt und nochmals ein neues Korrekturtief ausbaut.





