Ab wann soll es Robotaxis in Deutschland geben?
Start der Baidu-Robotaxis in Deutschland ist für 2026 vorgesehen, zunächst im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit Lyft.
Baidu zieht mit Waymo gleich – Chinas Robotaxis auf dem Vormarsch
Chinas Technologiekonzern Baidu hat mit seiner Robotaxi-Sparte Apollo Go einen Meilenstein erreicht: Ende Oktober überstieg die Zahl der vollständig fahrerlosen Fahrten 250 000 pro Woche – und damit liegt das Unternehmen nun auf Augenhöhe mit dem US-Konkurrenten Waymo, der im Frühjahr dieselbe Marke erreichte.
Apollo Go betreibt seine selbstfahrenden Fahrzeuge in Metropolen wie Wuhan, Peking, Shanghai und Shenzhen. Im zweiten Quartal 2025 hatte der Dienst noch rund 169 000 Fahrten pro Woche absolviert, was die Dynamik des Ausbaus verdeutlicht. Nach Angaben von Baidu haben die Robotaxis bislang 17 Millionen Fahrten durchgeführt und dabei 240 Millionen Kilometer zurückgelegt – davon 140 Millionen Kilometer vollständig autonom.
Besonders bemerkenswert ist die Sicherheitsbilanz: Im Durchschnitt kommt es nur zu einem Airbag-Einsatz auf 10.1 Millionen Kilometer, ohne dass es bislang zu einem Unfall mit Personenschaden gekommen wäre. Damit positioniert sich Apollo Go als einer der sichersten Anbieter im globalen Wettbewerb um autonomes Fahren.
Weltweite Expansion – vom Jangtse bis zur Schweiz
Während Waymo in den USA vor allem in San Francisco, Los Angeles und Phoenix operiert, verfolgt Baidu eine globale Expansionsstrategie. Das Unternehmen testet seine Fahrzeuge inzwischen in Hongkong, Dubai und Abu Dhabi, während in der Schweiz ab Anfang 2027 der Regelbetrieb beginnen soll.
Zugleich bereitet Baidu gemeinsam mit dem US-Fahrdienstleister Lyft den Einstieg in den europäischen Markt vor. Schon 2026 sollen die ersten Robotaxis in Deutschland und Großbritannien starten. Möglich wird das durch Lyfts Übernahme von FreeNow, einer deutschen Mobilitätsplattform mit Präsenz in über 150 Städten.
Die Partnerschaft erlaubt es, Baidus autonome Fahrzeuge direkt in das FreeNow-Netzwerk zu integrieren – ein entscheidender Schritt, um lokale Regularien zu erfüllen und Fahrdienste auf europäische Straßen zu bringen. Baidu will damit seine technologische Führungsrolle im Bereich künstliche Intelligenz und autonomes Fahren festigen und gleichzeitig seine Abhängigkeit vom chinesischen Markt verringern.
Technologische Konkurrenz – Baidu gegen Waymo im globalen Rennen
Der Wettlauf zwischen Baidu und Waymo steht sinnbildlich für den geopolitischen Wettbewerb zwischen China und den USA um technologische Vorherrschaft. Beide Konzerne investieren massiv in KI-basierte Mobilitätssysteme und verfolgen ähnliche Strategien: Skalierung über Großstädte, Partnerschaften mit Fahrdiensten und schrittweise Deregulierung.
Während Waymo vor allem auf dem amerikanischen Markt expandiert und mit Uber in Austin und Atlanta kooperiert, setzt Baidu auf staatliche Unterstützung und internationale Allianzen. Das Unternehmen plant, am 18. November seine nächsten Quartalsergebnisse zu veröffentlichen und am 13. November seine jährliche Technologiekonferenz in Peking abzuhalten. Baidus jüngste Fortschritte unterstreichen, dass die Zukunft des autonomen Fahrens längst nicht mehr allein im Silicon Valley entschieden wird.




