OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, könnte bald in einer völlig neuen Größenordnung bewertet werden – und das, obwohl es sich noch immer nicht an der Börse befindet. Nach Informationen aus mit der Sache vertrauten Kreisen plant die Firma, Anteile im Wert von rund sechs Milliarden Dollar an eine Gruppe handverlesener Großinvestoren zu verkaufen. Unter den Interessenten finden sich namhafte Player wie Thrive Capital, die japanische SoftBank Group und die Dragoneer Investment Group. Dieser Deal würde OpenAI mit einer schwindelerregenden Bewertung von 500 Milliarden Dollar versehen – eine Zahl, die es selbst in der oft überhitzten Tech-Branche nur selten zu hören gibt.
Doch das Geschäft steckt noch in den Kinderschuhen. Das Volumen könne sich noch ändern, heißt es, und es handele sich explizit um den Verkauf sogenannter Sekundäranteile. Das bedeutet, dass keine frischen Mittel in das Unternehmen fließen, sondern bestehende Anteile von Mitarbeitern den Besitzer wechseln. Die Botschaft ist klar: OpenAI will seinen Angestellten eine Möglichkeit geben, die enorm gestiegene Bewertung zu nutzen, ohne selbst an die Börse gehen zu müssen. In einer Branche, in der Tech-Giganten wie Meta mit astronomischen Gehältern um die besten Köpfe buhlen, ist diese Option mehr als nur ein finanzieller Bonus – es ist ein Mittel, um Talente zu halten.
OpenAI setzt auf Mitarbeiterbindung statt frisches Kapital
Damit wird auch der eigentliche Kern des Deals sichtbar: Es geht weniger um Kapitalbeschaffung, sondern um Strategie. Wer die besten Entwickler im Bereich Künstliche Intelligenz an sich binden will, muss heute mehr bieten als spannende Projekte. Der Wettbewerb um Talente ist gnadenlos. In den vergangenen Monaten wechselten mehrere hochkarätige Mitarbeiter von OpenAI zu Meta – darunter Shengjia Zhao, einer der Mitentwickler von ChatGPT. Ein Verlust, der in der Branche aufmerksam registriert wurde. Mit dem geplanten Anteilsverkauf will OpenAI nun gegensteuern. Wer mindestens zwei Jahre im Unternehmen tätig war, soll Anteile veräußern dürfen. Frühe Investoren sind diesmal jedoch ausgeschlossen, was das Signal verstärkt: Diese Runde ist in erster Linie ein Werkzeug für Mitarbeiterbindung.
Gleichzeitig dürfen bestehende Investoren darauf hoffen, dass ihre Anteile mit jeder neuen Bewertung an Wert gewinnen. Bereits jetzt hat OpenAI 8,3 Milliarden Dollar von einem Konsortium eingesammelt, während SoftBank plant, bei einer separaten Runde über 40 Milliarden Dollar eine führende Rolle zu spielen. Schon dieser Schritt hätte das Unternehmen mit 300 Milliarden Dollar bewertet – nun deutet alles darauf hin, dass sich die Zahl in Richtung 500 Milliarden bewegt. Die Differenz zeigt nicht nur die rasante Entwicklung des Unternehmens, sondern auch die Erwartung, dass der Markt für Künstliche Intelligenz weiter explodieren wird.
SoftBank treibt OpenAIs Milliardenbewertung in neue Höhen
Eine besondere Rolle in diesem Geflecht spielt SoftBank. Der japanische Technologiekonzern unter Masayoshi Son hat sich bereits in der Vergangenheit als aggressiver Investor positioniert und wagt mit OpenAI den nächsten großen Schritt. Erst kürzlich schloss SoftBank einen Kauf von Mitarbeiteranteilen im Wert von einer Milliarde Dollar ab, zu einer Bewertung von 300 Milliarden. Dass nun über einen Deal bei 500 Milliarden gesprochen wird, zeigt, wie schnell sich die Dynamik verschiebt. Für SoftBank ist dies mehr als nur eine Finanzwette: Es ist ein strategischer Vorstoß in einem Markt, der als entscheidend für die Zukunft digitaler Technologien gilt. OpenAI selbst arbeitet unterdessen an der Weiterentwicklung seiner KI-Systeme und der Erschließung neuer Märkte.
Das Unternehmen ist zum Synonym für den globalen Wettlauf um Künstliche Intelligenz geworden – und jeder Schritt, jede Finanzierung, jede Bewertung wird international beobachtet. Sollten die Gespräche erfolgreich verlaufen, könnte OpenAI nicht nur seine Position im Wettbewerb festigen, sondern auch eine Blaupause für andere Tech-Firmen liefern, die abseits der Börse enorme Summen bewegen wollen. Doch der Plan birgt auch Risiken: Je höher die Erwartungen steigen, desto größer ist die Gefahr, dass selbst ein Unternehmen wie OpenAI irgendwann an die Grenzen des Machbaren stößt. Ob die Bewertung von einer halben Billion Dollar gerechtfertigt ist, wird sich erst dann zeigen, wenn die Technologie im Alltag hält, was die Investoren heute versprechen.
FAQ
Was ist die SoftBank?
SoftBank ist ein großes japanisches Technologie- und Investmentunternehmen. Es investiert weltweit in Start-ups und Tech-Firmen, besonders im Bereich Internet, KI und Telekommunikation.
Was gehört alles zur SoftBank Group?
Zur SoftBank Group gehören Beteiligungen an vielen Firmen, etwa im Bereich Mobilfunk, Internetplattformen und Künstliche Intelligenz. Bekannt ist auch ihr Vision Fund, einer der größten Investmentfonds für Technologieunternehmen weltweit.
Aus welchem Land kommt Softbank?
SoftBank kommt aus Japan und hat dort seinen Hauptsitz in Tokio. Gegründet wurde das Unternehmen 1981 von Masayoshi Son.



