Nach den Entscheidungen in den USA und Kanada in der Vorwoche, richtet sich der Blick der Finanzmärkte nun auf Europa. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England (BoE) stehen mit ihren Zinsentscheidungen im Mittelpunkt. Diese werden von einer Reihe wichtiger Konjunkturdaten begleitet. darunter Inflationszahlen aus der Eurozone und der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht zum Wochenausklang.
Montag: Einkaufsmanagerindizes zum Monatsstart
Die Woche beginnt mit wichtigen Stimmungsindikatoren aus der Wirtschaft. In der Nacht wird der RatingDog Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe aus China veröffentlicht (Vorwert: 50.10). Ein Wert knapp über der Schwelle von 50 deutet auf ein leichtes Wachstum hin. Dieser Index misst die geschäftliche Aktivität in der Industrie.
Am Morgen folgen die Einzelhandelsumsätze aus Deutschland. die den Konsum der privaten Haushalte abbilden (Vorwert: 1.10 Prozent). Ein positiver Wert signalisiert eine Zunahme der Konsumausgaben im Vergleich zum Vorjahr. Am Nachmittag wird der ISM Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe aus den USA erwartet (Vorwert: 47.90). Werte unter 50 deuten auf eine schrumpfende Aktivität im Sektor hin. Werte über 50 deuten auf Wachstum hin.
Mittwoch: Inflation und Arbeitsmarkt im Blick
Der Mittwoch liefert eine Fülle an Daten. Aus China kommt der RatingDog EMI für den Dienstleistungssektor (Vorwert: 52.00). Ein Wert deutlich über 50 signalisiert eine solide Expansion. Aus der Eurozone werden die neuesten Inflationsdaten veröffentlicht. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) misst die Teuerungsrate auf europäischer Ebene (Vorwert: 1.90 Prozent im Jahresvergleich). Ein Wert unter dem EZB-Ziel von 2 Prozent könnte den Druck für weitere Zinserhöhungen mindern.
Die Kernrate (ohne Energie und Lebensmittel) lag zuletzt bei 2.30 Prozent. Eine Kernrate über der Gesamtrate deutet auf einen hartnäckigen. zugrundeliegenden Preisdruck hin. Aus den USA kommt der ADP-Beschäftigungsbericht. Dieser gilt als Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht und wies zuletzt einen Zuwachs von 41 000 Stellen aus. Ein solch niedriger Wert deutet auf eine deutliche Abkühlung des Arbeitsmarktes hin.
Donnerstag: Super-Donnerstag der Notenbanken
Der Donnerstag ist der Höhepunkt der Woche. Am Mittag gibt die Bank of England (BoE) ihre Zinsentscheidung bekannt. Dabei legt die Zentralbank den Leitzins fest. zu dem sich Geschäftsbanken Geld leihen können. Er lag zuletzt bei 3.75 Prozent. Eine Anhebung würde die Kreditaufnahme verteuern. um die Inflation zu bekämpfen. Nur wenig später folgt die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Der für die Wirtschaft entscheidende Hauptrefinanzierungssatz lag zuletzt bei 2.15 Prozent. Auch hier wird eine Anhebung zur Inflationsbekämpfung erwartet. Die begleitenden Pressekonferenzen beider Notenbanken werden für zusätzliche Impulse sorgen.
Freitag: Der US-Arbeitsmarktbericht
Zum Wochenabschluss steht der offizielle US-Arbeitsmarktbericht im Fokus. Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft wies zuletzt einen Zuwachs von nur 50 000 Stellen auf, was eine deutliche Verlangsamung des Jobwachstums bestätigen würde. Ebenfalls von großer Bedeutung sind die durchschnittlichen Stundenlöhne (Vorwert: 3.80 Prozent im Jahresvergleich), da ein hohes Lohnwachstum den Inflationsdruck verstärken kann. Aus Kanada wird die Arbeitslosenquote veröffentlicht, die den Anteil der Erwerbslosen misst und zuletzt bei 6.80 Prozent lag; eine hohe Quote deutet auf eine schwächere Verfassung des Arbeitsmarktes hin. Den Abschluss der Woche bildet das Uni-Michigan-Verbrauchervertrauen aus den USA (Vorwert: 56.40), ein wichtiger Stimmungsindikator, bei dem ein niedriger Wert eine pessimistische Stimmung unter den Verbrauchern signalisiert.





