Die wichtigsten Erkenntnisse des Artikels auf einen Blick:
US-Präsident Donald Trump hat ein Handelsabkommen mit Vietnam verkündet, das Importzölle von 20 Prozent auf Waren aus dem südostasiatischen Land festlegt – deutlich weniger als die zuvor angekündigten 46 Prozent. Die Ankündigung sorgte für Kursgewinne bei Aktien von Nike, Under Armour und Levi Strauss. Für viele Produkte, etwa Sportschuhe, galten die 20 Prozent Zölle allerdings bereits vorher, sodass sich faktisch wenig ändert. Neu ist ein 40 Prozent Zollsatz auf sogenannte Transshipments, also Waren, die über Drittländer wie China nach Vietnam gelangen und von dort in die USA exportiert werden. Das Abkommen wird in Asien gemischt aufgenommen, da es potenziell neue Spannungen im Handel mit China auslösen könnte.
20 Prozent für Importe aus Vietnam
US-Präsident Donald Trump verkündete am Mittwoch ein Handelsabkommen mit Vietnam, das niedrigere Zölle auf Importe aus dem südostasiatischen Land vorsieht, was zu einem Anstieg der Aktien von Nike und anderen Einzelhändlern führte. Nach monatelangen Verhandlungen einigten sich die USA und Vietnam auf einen Zollsatz von 20 Prozent für Importe aus Vietnam, deutlich weniger als die ursprünglich angekündigten 46 Prozent.
Diese Entscheidung wurde von vielen als Erleichterung aufgenommen, da die Unsicherheit über die Zölle die Planungen der Unternehmen erheblich beeinträchtigt hatte. Analysten wie Simeon Siegel von BMO Capital Markets betonten, dass die Unklarheit über die Zölle möglicherweise größere Probleme verursacht habe als die Zölle selbst.
Nike, Under Armour und Levi Strauss: Aktien steigen
Die Aktien von Nike stiegen nach der Verkündung des Deals um vier Prozent, während andere Unternehmen wie Under Armour und Levi Strauss ebenfalls Gewinne verzeichneten. David Swartz von Morningstar Research deutete an, dass Investoren dies als positives Signal für die Zukunft sehen könnten. Tatsächlich galten für viele dieser Produkte, insbesondere Sportschuhe, bereits vor dem neuen Abkommen Zölle von 20 Prozent.
Kurz nach Bekanntgabe des Vietnam-Abkommens schoss die Nike-Aktie nach oben. Die nächste Korrektur dürfte allerdings schon bald beginnen.
Das bedeutet: Für diese Warengruppen ändert sich nichts an den bestehenden Bedingungen. Der neue Tarif ersetzt also nicht einen niedrigeren Satz, sondern bestätigt weitgehend den bisherigen Zustand. Neu eingeführt wurde lediglich ein Zoll von 40 Prozent auf sogenannte Transshipments, also Produkte, die über ein Drittland nach Vietnam gelangen und dann von dort in die USA exportiert werden. Und das wiederum betrifft hauptsächlich China, welches sich auch schon über die neue Regelung beschwert hat. Dies könnte den Zollkrieg zwischen den USA und China wieder verschärfen.
Reaktionen in Asien und wirtschaftliche Perspektiven
In Asien wurde die Einigung mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Vietnam ist nach China das erste Land, das im Handelsstreit mit den USA eine Einigung erzielt hat. Der US-Präsident hatte zuvor Zölle auf Importe aus mehreren Ländern angekündigt, die jedoch bis zum 9. Juli ausgesetzt wurden. Die Vereinbarung mit Vietnam gewährt den USA zudem zollfreien Zugang zu vietnamesischen Märkten, was Trump als großen Erfolg feierte.
Auch Under Armour zeigte eine deutliche Reaktion. Die Aktie befindet sich im Prozess einer übergeordneten Bodenbildung.
Für deutsche Unternehmen, die in Vietnam produzieren, ist der neue Zollsatz von 20 Prozent eine Erleichterung im Vergleich zu den zuvor angedrohten 46 Prozent. Die Auslandshandelskammer in der vietnamesischen Ho-Chi-Minh-Stadt bezeichnete das Ergebnis als das beste unter den diskutierten Szenarien. Dennoch bleiben viele Fragen offen, insbesondere in Bezug auf die Definition von Transshipment-Waren, die mit einem 40-prozentigen Zoll belegt werden.
USA, Zölle, China: Wie geht's weiter?
In der kommenden Woche wird erwartet, dass die USA weitere Details zu den Transshipment-Regelungen bekanntgeben, die insbesondere auf chinesische Exporte abzielen, die über Vietnam in die USA gelangen. Diese Regelungen könnten erhebliche Auswirkungen auf die Lieferketten in der Region haben und werden von Unternehmen und Analysten genau beobachtet. Die genaue Auslegung dieser Regelungen wird entscheidend dafür sein, wie sich die Handelsbeziehungen zwischen den USA, China und Vietnam weiterentwickeln.




