Neue Lithium-Mine in Frankreich
#Rohstoffe und Energie

Neue Lithium-Mine in Frankreich

Author

Louisa Hellmann

Um die „industrielle Souveränität Europas“ zu stärken, plant das französische Bergbau-Unternehmen Imerys für 2027 die Eröffnung einer neuen Lithium-Mine im Département Allier in Zentralfrankreich. Die dortigen Lithium-Vorkommen sollen laut Angaben des Konzerns so groß sein, dass daraus jährlich 34000 Tonnen Lithiumhydroxid für die Ausstattung von 700000 Elektrofahrzeugen hergestellt werden könne. Derzeit ist für die Mine eine Betriebszeit von 25 Jahren geplant, die jedoch verlängert werden könnte, sollten doch umfangreichere Reserven entdeckt werden.

Mit diesem Projekt möchte sich Imerys zum führenden Anbieter von Lithium in Europa entwickeln und hat dafür bereits rund €1 Milliarde investiert. Damit Umweltschäden und vor allem die Staubbelastung möglichst geringgehalten werden, soll der wertvolle Rohstoff unterirdisch abgebaut werden. Für den Transport setzt das Unternehmen auf Rohrleitungen und Schienenwege, um so LKW-Verkehr zu vermeiden. Auch die französische Regierung unterstützt das Projekt – Wirtschaftsminister Bruno Le Maire bezeichnet es sogar als „in Bezug auf Umwelt und Klima beispielhaft“.

Lithium wird bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien benötigt, die nicht nur in Elektroautos, sondern auch in Smartphones, Computern und Tablets verbaut sind. Gefördert wird es insbesondere in Südamerika, Australien und China – wobei China momentan das Zentrum für die Verarbeitung des wichtigen Materials darstellt. Daher warnen immer mehr Experten vor einer Importabhängigkeit bei der zunehmenden Umstellung der Autoindustrie auf batteriebetriebene Fahrzeuge. Die Deutsche Rohstoffagentur schätzt, dass die Lithiumförderung um das 4- oder 7-fache gesteigert werden müsste, damit der vollständige Wandel zur Elektromobilität vollzogen werden kann. Immer mehr Länder und Unternehmen suchen daher nach Möglichkeiten, den wachsenden Lithiumbedarf zu stillen. In Europa existieren aktuell etwa 12 Lithium-Minen-Projekte – neben weiteren in Frankreich, unter anderem in Österreich, Tschechien und auch in Deutschland. So plant das Startup Vulcan aus Karlsruhe gerade die umweltfreundliche und CO2-neutrale Förderung von Lithium im Oberrheingraben, die sich zur größten in Europa entwickeln soll.

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Louisa Hellmann

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