Das Wichtigste in Kürze:
- Jahresumsatz 2025 steigt um 16 Prozent auf 45.2 Milliarden US-Dollar, Q4 über Erwartungen.
- Netflix plant 2026 rund zehn Prozent mehr Content-Ausgaben und pausiert Aktienrückkäufe.
- Prognose für das nächste Quartal bleibt vorsichtig, kurzfristiger Margendruck rückt in den Fokus.
Netflix und der schwache Ausblick
Warum ist der Ausblick von Netflix so schlecht bei den Aktionären angekommen? Die Antwort liegt im Ausblick: Die Content-Ausgaben sollen steigen. Im vierten Quartal 2025 setzte Netflix 12.1 Milliarden US-Dollar um und meldete einen Gewinn je Aktie von 0.56 US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2025 steht ein Umsatz von 45.2 Milliarden US-Dollar, das entspricht einem Plus von 16 Prozent. Gleichzeitig wuchs die Kundenbasis um fast acht Prozent auf über 325 Millionen Abonnenten.
Trotzdem reagierte der Markt nachbörslich mit Kursverlusten von zeitweise gut fünf Prozent. Aus Investorensicht ist das nachvollziehbar, weil Netflix den Fokus stärker auf Investitionen legt, die sich erst später auszahlen. Genau dieser Zeithorizont ist für Trader entscheidend, wenn kurzfristige Erwartungen und Bewertung aufeinandertreffen.
Netflix und höhere Ausgaben: Content-Budget und Deal-Kosten
Netflix begründet den vorsichtigen Ausblick vor allem mit steigenden Ausgaben für Filme und Serien. Für 2026 plant das Unternehmen, die Programminvestitionen um rund zehn Prozent zu erhöhen, nachdem im Vorjahr etwa 18 Milliarden US-Dollar in Inhalte geflossen sind. Dazu kommen Sonderkosten im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme des Studio- und Streaminggeschäfts von Warner Bros. Netflix will rund 83 Milliarden US-Dollar für Warner Bros. Discovery zahlen. Neu ist, dass Netflix den gesamten Betrag sofort in bar zahlen will.
Um dafür Liquidität aufzubauen, will Netflix Aktienrückkäufe vorübergehend aussetzen. In der kurzfristigen Rechnung drückt das auf den Gewinn: Für das laufende Quartal stellt Netflix 0.76 US-Dollar Gewinn je Aktie in Aussicht, während am Markt zuvor eher 0.82 US-Dollar erwartet wurden. Beim Umsatz nennt Netflix 12.2 Milliarden US-Dollar, damit liegt die Prognose ungefähr im Rahmen. Anleger reagieren häufig sensibel, wenn Ergebnisziele trotz solider Erlöse unter Erwartung bleiben.
Netflix: Fazit für Investoren zwischen Wachstum und Margenrisiko
Für Investoren ergibt sich ein gemischtes Bild. Auf der einen Seite zeigt Netflix, dass Preismaßnahmen und ein wachsender Werbebereich die Erlöse stützen können, selbst wenn die Dynamik bei neuen Nutzern nicht mehr so hoch ist wie früher. Auf der anderen Seite erhöht der Konzern bewusst den Einsatz: mehr Inhalte, mehr Live-Formate, mehr Produkte rund um Marken und zusätzlich Integrations- und Transaktionskosten. Das kann strategisch sinnvoll sein, belastet aber kurzfristig die Profitabilität und verschiebt Renditeerwartungen nach hinten.
Wer kurzfristig handelt, dürfte vor allem auf die nächsten Quartalszahlen und die Entwicklung der operativen Marge achten. Langfristig orientierte Anleger müssen prüfen, ob die höheren Ausgaben in stärkeres Engagement, zusätzliche Erlösquellen und dauerhaftes Wachstum übersetzen. Entscheidend bleibt, ob Netflix die Investitionen steuert, ohne die Ergebnisqualität zu stark zu verwässern.
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FAQ
Was kommt 2026 auf Netflix?
Im Jahr 2026 kommen bei Netflix unter anderem „Bridgerton“ (Staffel 4), die nächste Runde von „ONE PIECE“ und neue Folgen von „The Gentlemen“ ins Programm. Außerdem sind eine neue „Pride and Prejudice“-Adaption, „Agatha Christie’s Seven Dials“, „Dr. Seuss’s Red Fish, Blue Fish“ sowie Abschieds-Staffeln von „Queer Eye“ und „Outer Banks“ angekündigt.
Hat Netflix auch deutsche Serien?
Ja, Netflix hat deutsche Eigenproduktionen und bietet mehrere deutschsprachige Serien im Programm. Beispiele sind „How to Sell Drugs Online (Fast)“ und weitere deutsche Original-Formate wie „Dark“.



