Das Wichtigste in Kürze:
- Die Nasdaq plant, den Aktienhandel an fünf Tagen pro Woche auf 23 Stunden auszudehnen.
- Hintergrund ist die wachsende internationale Nachfrage nach US-Aktien.
- Für Anleger könnten sich flexiblere Handelsmöglichkeiten und geringere Kosten ergeben.
Fast rund um die Uhr: Nasdaq reagiert auf globale Nachfrage
New York gilt als die Stadt, die niemals schläft. Bald könnte das auch für den Aktienhandel an der Nasdaq gelten. Der Börsenbetreiber will die Handelszeiten für Aktien und börsengehandelte Produkte von bisher 16 auf 23 Stunden pro Tag ausweiten. Geplant ist lediglich eine einstündige Pause für Wartung und Abwicklung.
Mit dem Schritt reagiert die Nasdaq auf die steigende Nachfrage nach US-Aktien, insbesondere aus dem Ausland. Immer mehr Investoren wollen unabhängig von Zeitzonen handeln. An der Nasdaq sind große Technologiewerte wie Nvidia, Apple und Amazon notiert, die weltweit stark nachgefragt sind. Die Börse hat angekündigt, dafür einen Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC einzureichen.
Technische und regulatorische Hürden bleiben hoch
Die Ausweitung der Handelszeiten ist jedoch kein Selbstläufer. Neben der Zustimmung der SEC sind umfangreiche technische Anpassungen nötig. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Clearingstelle, die für die Verrechnung der Geschäfte zuständig ist. Diese plant, eine ununterbrochene Abwicklung von Aktiengeschäften bis Ende 2026 zu ermöglichen.
Auch Wettbewerber ziehen nach. Die New York Stock Exchange hat bereits die Genehmigung für einen 22-Stunden-Handel erhalten, während weitere Börsen ähnliche Modelle prüfen. Schon heute weichen Anleger auf außerbörsliche Handelsplätze aus, um rund um die Uhr handeln zu können. Dort fallen jedoch oft höhere Kosten an, etwa durch größere Spreads zwischen Kauf- und Verkaufskursen.
Was bedeutet der Nonstop-Handel für Investoren?
Die Pläne stoßen nicht nur auf Zustimmung. Große US-Banken warnen vor geringer Liquidität in den Nachtstunden und stärkeren Kursschwankungen. Zudem rechnen Institute wie JPMorgan, Bank of America und Morgan Stanley mit Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe für Technik, Personal und Risikosteuerung. Garantierte Mehreinnahmen seien dabei nicht sicher.
Für Anleger bietet der fast durchgehende Handel dennoch Vorteile. Sie könnten schneller auf Nachrichten reagieren, Orders flexibler platzieren und möglicherweise Kosten im Vergleich zum OTC-Handel senken. Langfristig könnte der Schritt den US-Aktienmarkt weiter internationalisieren und die Attraktivität der Nasdaq für globale Investoren erhöhen.
FAQ
Wie funktioniert der Börsenhandel?
Beim Börsenhandel treffen Kauf- und Verkaufsaufträge für Wertpapiere aufeinander. Börsensysteme gleichen diese Aufträge automatisch ab und stellen Preise auf Basis von Angebot und Nachfrage fest.
Was genau macht ein Broker?
Ein Broker ist der Vermittler zwischen Anleger und Börse. Er nimmt Kauf- oder Verkaufsaufträge entgegen, leitet sie weiter und sorgt für die technische und rechtliche Abwicklung.






