Nächste Runde im Fed-Streit: Suche nach Powell-Ersatz beginnt
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Nächste Runde im Fed-Streit: Suche nach Powell-Ersatz beginnt

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Esma Sakalli

Die wichtigsten Punkte 

US-Finanzminister Steven Mnuchin startet am Freitag intensive Interviews mit elf Kandidaten für den Posten des nächsten Fed-Chefs, darunter Waller, Bowman, Hassett und Warsh, bevor er Präsident Trump eine Empfehlungsliste vorlegt. Gleichzeitig gerät Fed-Gouverneurin Lisa Cook unter Druck: Sie wehrt sich mit einer einstweiligen Verfügung gegen Trumps Versuch, sie wegen angeblicher Hypothekenbetrugs-Vorwürfe abzusetzen, die laut ihren Anwälten längst offengelegt und nicht ausreichend für eine Entlassung sind. Der Fall zeigt, wie politisch aufgeladene Angriffe die Unabhängigkeit der Federal Reserve gefährden.

Ein Machtpoker um die Notenbank

In Washington formiert sich ein Machtspiel, das den Kurs der US-Wirtschaft für Jahre prägen könnte. Finanzminister Steven Mnuchin hat angekündigt, am Freitag mit einer Reihe intensiver Interviews zu beginnen, um den nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve auszuwählen. Elf Kandidaten stehen auf seiner Liste – unter ihnen Fed-Gouverneure wie Christopher Waller und Michelle Bowman, der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats Kevin Hassett sowie der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh.

Das Verfahren ist streng getaktet: persönliche Gespräche oder Videokonferenzen sollen bis in die kommende Woche andauern. Im Anschluss will Mnuchin dem Präsidenten eine finale Empfehlungsliste vorlegen. Dass dieser Prozess unmittelbar nach dem Labor-Day startet, ist kein Zufall. Der Präsident möchte Tempo machen, um noch in diesem Herbst Klarheit über die Nachfolge an der Spitze der US-Notenbank zu schaffen. Denn in Zeiten schwankender Märkte und steigender politischer Unsicherheit hängt viel davon ab, wer künftig die Zins- und Geldpolitik der größten Volkswirtschaft lenkt.

Ein Skandal mitten im Auswahlprozess

Doch kaum rücken Namen für den Spitzenposten in den Fokus, erschüttert ein anderer Vorgang die Institution. Fed-Gouverneurin Lisa Cook sieht sich mit massiven Vorwürfen konfrontiert: Mortgage Fraud, Betrug beim Beantragen von Hypotheken. Die Anschuldigungen stammen aus einem Schreiben von Bill Pulte, dem Chef der Federal Housing Finance Agency, der Cook beschuldigt, Dokumente gefälscht zu haben, um günstigere Konditionen für ihre Immobilienfinanzierung zu erhalten.

Nur Minuten nach Publikation der Vorwürfe forderte der Präsident öffentlich ihren Rücktritt – via Truth Social, ohne formelles Verfahren oder Anhörung. Cook reagierte mit einer einstweiligen Verfügung und weist die Anschuldigungen zurück. Ihre Anwälte betonen, alle angeblichen Ungereimtheiten seien bereits während des Nominierungsverfahrens offengelegt worden und stellten keineswegs einen Entlassungsgrund dar. Mehr noch: sie kritisieren den Bruch von rechtsstaatlichen Prinzipien, da Cook nie Gelegenheit zur Stellungnahme erhielt. Der Fall zeigt, wie sehr politische Impulse die Unabhängigkeit der Fed bedrohen – just in einem Moment, in dem sie Stabilität bräuchte.

Die Unabhängigkeit der Fed auf dem Prüfstand

Der Streit um Cook und die gleichzeitige Suche nach einem neuen Fed-Vorsitzenden machen deutlich, wie verletzlich die Institution in diesem Wahljahr ist. Die Federal Reserve war traditionell ein Bollwerk gegen kurzfristige politische Interessen, gestützt auf gesetzlich verankerte Unabhängigkeit. Doch nun drängt die Exekutive offensiv in ihre Reihen, indem sie unliebsame Mitglieder unter Druck setzt und die Wahl des nächsten Vorsitzenden zur Chefsache macht. Juristen verweisen auf den Präzedenzfall Humphrey’s Executor von 1935, der dem Präsidenten klare Grenzen beim Entfernen unabhängiger Behördenvertreter setzt.

Gleichwohl zeigt die Realität: In der Öffentlichkeit genügt ein Vorwurf, um die Reputation eines hochrangigen Notenbankers zu beschädigen. Für die Finanzmärkte, die in den kommenden Wochen auf jede Bewegung im Auswahlprozess blicken werden, bedeutet das eine Phase erhöhter Unsicherheit. Denn ob es Mnuchin gelingt, eine starke, unabhängige Führungsperson vorzuschlagen – oder ob parteipolitische Interessen den Ton angeben –, entscheidet über mehr als Personalien. Es geht um die Glaubwürdigkeit der US-Notenbank und damit um das Vertrauen in die Stabilität des globalen Finanzsystems.

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Esma Sakalli

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