Musik im Herzen und bald im Portfolio? – US-Start-up will Futures-Markt für Musikeinnahmen eröffnen
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Musik im Herzen und bald im Portfolio? – US-Start-up will Futures-Markt für Musikeinnahmen eröffnen

Author

Louisa Hellmann

Schon bald könnte Ihnen ihr Lieblingssong vielleicht nicht nur auf emotionaler, sondern auch auf finanzieller Ebene Freude bereiten. Denn das US-Start-up Clouty will einen Futures-Markt eröffnen, der an die Einnahmen aus der Musikindustrie geknüpft ist. So könnten Investoren zukünftig in der Lage sein, darauf zu spekulieren, welche Songs an die Spitze der Streaming-Charts wandern.

Ein musikalischer Index

Clouty, ein bislang aus 3 Personen bestehendes Unternehmen mit Sitz in Chicago, hat bereits einen handelbaren Index entwickelt: den Musiq 500, der die Streaming-Einnahmen der Top 500 Songs weltweit verfolgt. Und dieser Index, dessen Wert inzwischen auf $10 000 angewachsen ist, darf auch schon über das Terminal des Finanzdatenanbieters Bloomberg veröffentlicht werden. Als nächstes erwägt Clouty die Erschaffung eines ETF, der dann zunehmend Privatanleger anziehen könnte. Zudem ist das ambitionierte Unternehmen wohl im Gespräch mit US-Börsen, um weitere Termingeschäfte in Verbindung mit individuellen Genres, Künstlern und Liedern zu ermöglichen.

Eine unerschlossene Anlageklasse

Der Plan des Start-ups ist somit, die Möglichkeit zu bieten, Kapital daraus zu ziehen, dass im Musikbusiness immer mehr reale Vermögenswerte in Finanzierungsinstrumente verpackt werden. In den vergangenen Jahren haben Beteiligungsgesellschaften wie Blackstone und KKR (Kohlberg Kravis Roberts & Co.) Milliarden von Dollar in die Werke verschiedener Künstler investiert, in der Hoffnung, regelmäßige Einnahmen zu gewinnen, die von ökonomischen Krisen unabhängig sind. Goldman Sachs hatte bereits letztes Jahr vorausgesagt, dass der Umsatz der globalen Musikindustrie zwischen 2021 und 2030 mit einer jährlichen Rate von 12% wachsen und schließlich $150 Milliarden übersteigen würde. Clouty-CEO David Umeh hält die Entstehung von Märkten in Bezug auf Musikrechte daher für „unausweichlich“ und bezeichnet Musik als „Anlageklasse, die sich gut sichtbar in aller Öffentlichkeit versteckt und noch nicht erschlossen wurde“.

Kein einfaches Unterfangen

Trotz dieser vielversprechenden Aussichten – leichtes Spiel dürfte Clouty nicht haben. Gerade führt das Unternehmen eine erste Finanzierungsrunde für Startkapital durch, hat aber noch einiges an Arbeit vor sich. Denn es braucht nicht nur behördlichen Genehmigungen, sondern auch Zeit, um eine so unkonventionelle Anlageklasse zu einem nachhaltigen handelbaren Markt zu machen. So können mitunter Jahre vergehen, bis Futures-Märkte ausreichend Markttiefe und Liquidität entwickelt haben.

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Louisa Hellmann

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