Guten Morgen,
gestern ging ein Beben durch den Kryptomarkt. Der größte börsengelistete Bitcoin-Halter MicroStrategy gab einen Quartalsverlust von satten 12.5 Milliarden Dollar bekannt, aber das war gar nicht das eigentliche Problem. Der Schockmoment kam von Michael Saylor, der zum ersten Mal überhaupt ankündigte, akkumulierte Bitcoin-Bestände auch wieder zu verkaufen. Plötzlich wird wieder heiß diskutiert, ob MicroStrategy nicht doch ein gefährliches Schneeballsystem ist.
"Verkauft Peter Schiffs Niere": Die gefährliche Saylor-Strategie
818 334 Bitcoin. So groß ist der Bestand von MicroStrategy nach dem jüngsten Kauf am 3. Mai (3 273 BTC). Das sind rund 3.9 Prozent der vollen Bitcoin-Umlaufmenge von 21 Millionen und beinahe 4.1 Prozent der aktuell zirkulierenden 20 Millionen BTC. Die ersten Käufe tätigte MicroStrategy im August 2020; so richtig aggressiv wurde Michael Saylors Akkumulation aber erst in den letzten zwei Jahren.
Mehr als 75 Prozent (oder rund 630 000 Bitcoin) der gehaltenen Bestände kaufte MicroStrategy seit Anfang 2024. Damals besaß das Unternehmen 190 000 BTC, seitdem sind knapp 630 000 Bitcoin dazugekommen. In den letzten zwei Jahren hat Saylors Unternehmen also mehr als dreimal so viel Bitcoin gekauft wie in den vier Jahren davor. Allein seit Anfang 2025 (damals stand man bei gut 447 000 BTC) hat sich der Bestand fast verdoppelt.
Saylor kaufte immer intensiver, seine Rhetorik spitzte sich immer weiter zu. Im Februar 2025 etwa schrieb der MicroStrategy-Chef: "Verkauft eine Niere, wenn nötig, aber behaltet eure Bitcoin!" Der notorische Bitcoin-Kritiker und berühmte Börsenmakler Peter Schiff kritisierte Saylor dafür scharf. Saylor antwortete darauf ebenso sarkastisch wie lapidar: "Verkauft halt Peter Schiffs Niere, aber behaltet Bitcoin!" und betonte an mehreren Stellen, dass er selbst nie verkaufen werde.
"Wir werden Bitcoin verkaufen, wenn..."
So aggressiv Saylor sich bisher gegen Bitcoin-Verkäufe positioniert hatte, so plötzlich kam nun die Trendwende. Rund um die Bekanntgabe der MicroStrategy-Quartalszahlen räumte der Milliardär ein: „Wir werden wahrscheinlich etwas Bitcoin verkaufen, um eine Dividende zu finanzieren – einfach, um den Markt zu beruhigen und zu zeigen, dass wir mit unserer Strategie Erfolg haben.“
MicroStrategy-CEO Phong Le setzte noch einen drauf und sagte: "Wir werden uns nicht hinsetzen und sagen, dass wir unsere Bitcoin niemals verkaufen werden" – also genau das, was Saylor seit Jahren getan hat. Vielmehr betrachte man BTC als liquides Asset: "Wir werden Bitcoin verkaufen, wenn es für das Unternehmen von Vorteil ist." Das Eingeständnis von Saylor und Le sorgte im Kryptomarkt für Aufruhr; Kommentarspalten auf Social-Media-Kanälen waren voll Häme und Vorwürfen.
Unmittelbare Gefahr besteht für Bitcoin aber nicht. Saylor verwies auf vorerst ausreichende Bargeld-Rücklagen und betonte, dass man von der BTC-Strategie nicht abweiche, im Gegenteil. Bitcoin-Verkäufe würden gegebenenfalls dem Zweck dienen, neues Kapital für weitere und noch größere Käufe aufzunehmen. Und tatsächlich wäre es nicht das erste Mal, dass Saylor verkauft: Aus Liquiditätsgründen verkaufte MicroStrategy bereits im Dezember 2022 gut 700 BTC. Damals für einen Durchschnittspreis von knapp 16 800 Dollar.
Was passiert jetzt mit Bitcoin und Altcoins?
Bitcoin reagierte auf Saylors Hiobsbotschaft gestern Vormittag erstmal gar nicht und kletterte über 82 000 US-Dollar – der höchste Stand seit Ende Januar. Ethereum und Altcoins hinken nach wie vor hinterher. Mit Blick auf die übergeordnete Kapitalrotation im Finanzmarkt muss das kein Grund zur Sorge sein. Schließlich galt für den Kryptomarkt auch schon in früheren Zyklen: Was zuletzt steigt, steigt am stärksten!
Während S&P 500 und Nasdaq gestern schon wieder auf neue Allzeithochs marschierten und auch der Smallcap-Index Russell 2000 immer aggressiver in Rekord-Terrain vorstößt, verdichten sich auch die bullischen Krypto-Signale. Erstmals seit fünf Jahren leuchten drei wichtige Bullrun-Signale auf. Unterstützt wird die aufkeimende Euphorie von Zurückhaltung bei Gold und Rohöl: Ein Frieden im Iran scheint näher zu kommen.
HKCM-Tops und -Flops
Wertsteigerung am vergangenen Handelstag in Prozent
| Hut 8 Corp. | +35.31 |
AMD | +18.61 |
Keel Infrastructure | +16.71 |
Riot Platforms | +16.46 |
PetroChina | -7.62 |
| Occidental Petroleum | -7.25 |
Earnings (Auswahl)
Vonovia (erw. EPS: 0.39 EUR)
McDonald's (erw. EPS: 2.74 USD)
Coinbase (erw. EPS: 0.06 USD)
Rocket Lab (erw. EPS: -0.07 USD)
Monster Beverage (erw. EPS: 0.53 USD)
Etwas verpasst?
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HKCM-Signal
Heute veröffentlichen wir Analysen zu folgenden Titeln aus unserem Altcoin-Paket: Virtuals Protocol, Decentraland, Fetch.ai und Cardano.




