Morning-Briefing: Das steckt hinter dem Bitcoin-Crash auf 65 000 Dollar!
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Morning-Briefing: Das steckt hinter dem Bitcoin-Crash auf 65 000 Dollar!

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Simeon Koch

Guten Morgen,

Bitcoin ist am Mittwoch zeitweise unter 65 400 Dollar gefallen und damit erstmals seit Wochen wieder deutlich unter die Marke von 66 000 Dollar gerutscht. Seit dem 31. Mai summiert sich der Verlust auf rund zwölf Prozent. Ethereum gab im selben Zeitraum um gut zehn Prozent von etwa 2000 auf knapp über 1800 Dollar nach. Während BTC auf ein Viermonatstief fiel, wurden in den letzten Stunden so viele Long-Positionen liquidiert wie zuletzt beim Flashcrash am 10. Oktober. Bemerkenswert: Die Bitcoin-Dominanz sank gleichzeitig von knapp 60 auf 58.8 Prozent, weil sich viele Altcoins gut hielten. Im Fokus steht rund um diese Krypto-Korrektur allem ein Name: Strategy.

Strategy verkauft Bitcoin: Wird Saylors Schwert jetzt stumpf?

Der frühere Softwarekonzern, besser bekannt unter seinem alten Namen MicroStrategy, hatte Anfang Juni erstmals seit Ende 2022 wieder Bitcoin verkauft. Zwischen dem 26. und 31. Mai trennte sich das Unternehmen von 32 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 77 135 Dollar und nahm damit rund 2.5 Millionen Dollar ein. Gemessen an einem Bestand von mehr als 843 000 Bitcoin ist die Transaktion zwar verschwindend klein. Dennoch gilt sie vielen Marktteilnehmern als symbolischer Tabubruch, weil Firmenchef Michael Saylor über Jahre hinweg die kompromisslose „Never Sell“-Strategie zum Kern seiner Bitcoin-Erzählung gemacht hatte.

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Die Nervosität wurde zusätzlich durch die Entwicklung der neuen STRC-Vorzugsaktie verstärkt. Das Papier fiel infolge des Krypto-Ausverkaufs unter seinen angestrebten Kurs von 100 Dollar. Da Strategy zuletzt Bitcoin verkaufen musste, um Dividendenzahlungen für STRC zu finanzieren, wächst die Sorge vor weiteren Veräußerungen. Mathematisch erscheint das Modell weiterhin tragfähig. Psychologisch jedoch entsteht die Befürchtung, dass ein anhaltend niedriger Bitcoin-Kurs zusätzliche Verkäufe erzwingen könnte. Genau diese Angst belastet derzeit sowohl Bitcoin als auch die Aktien des Unternehmens.

Hinzu kommt ein zweiter Effekt: Solange STRC unter seinem Zielwert notiert, wird die Ausgabe neuer Aktien für Strategy gebremst. Das Unternehmen kann dann nur eingeschränkt frisches Kapital aufnehmen und damit auch seine bislang aggressiven Bitcoin-Käufe nicht wie gewohnt fortsetzen. Für den Markt bedeutet das vorübergehend den Ausfall eines der wichtigsten strukturellen Nachfragetreiber der vergangenen Monate. Aus einer Kaufmaschine wird zumindest vorübergehend ein Zuschauer – ein Szenario, das viele Investoren bislang kaum eingepreist hatten.

Iran-Angst und institutionelle Verkäufe: Bitcoin-ETFs erleben Rekord-Abflüsse

Parallel dazu verschlechtert sich die Stimmung im institutionellen Lager. Die in den USA zugelassenen Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten seit dem 15. Mai zwölf Handelstage in Folge Nettoabflüsse und verloren insgesamt rund 3.58 Milliarden Dollar. Es handelt sich um die längste Abflussserie seit dem Start der Produkte Anfang 2024. Besonders aufmerksam verfolgt wurde ein einzelner Handelstag Ende Mai, als allein aus BlackRocks IBIT-Fonds rund 528 Millionen Dollar abzogen. Gleichzeitig reduzierten mehrere große Marktteilnehmer ihre Engagements in Bitcoin-ETFs deutlich, darunter die Harvard-Uni, Jane Street und Goldman Sachs.

Verstärkt wurde die Bitcoin-Panik durch neuerliche geopolitische Eskalation im Mittleren Osten. Die Waffenruhe zwischen Iran und den USA lässt auf sich warten, zuletzt fielen laut Medienberichten wieder Bomben. Rund 1.3 Milliarden Dollar an gehebelten Long-Positionen wurden allein bei BTC und ETH in den letzten 24 Stunden liquidiert. Im Verhältnis dazu hielten sich Altcoins überraschend gut: Die Bitcoin-Dominanz fiel in den letzten Stunden unter 58.5 Prozent, was während starken Bitcoin-Korrekturen sehr ungewöhnlich ist.

Während der Kryptomarkt gestern unter die Räder kam, stiegen die US-Aktienmärkte unbeeindruckt weiter. Der S&P 500 erreichte seinen höchsten Tagesschluss knapp über 7600 Punkten, der Nasdaq-100 beendete den Handelstag bei 30 660 Punkten. In Deutschland fiel der DAX wieder knapp unter 25 000 Punkte, die US-Ölsorte WTI kletterte still und heimlich wieder in Richtung 98 Dollar. Auffällig war gestern vor allem die Marvell-Aktie, die nach einem überraschenden Auftritt des Firmenchefs gemeinsam mit Nvidia-Boss Jensen Huang um gute 30 Prozent nach oben schoss.


HKCM-Tops und -Flops

Wertsteigerung am vergangenen Handelstag in Prozent

 

Marvell

+32.52

Freeport McMoRan

+6.98

Cisco

+5.50

Lam Research

+5.45

Intuit

-8.94

Snowflake

-6.79

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HKCM-Signal

Heute veröffentlichen wir Analysen zu folgenden Titeln aus unserem Altcoin-Paket: Stellar, VeChain, Polygon und Sui.

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