Die wichtigsten Punkte
Justin Sun, einer der größten WLFI-Investoren mit 75 Millionen US-Dollar, kritisiert World Liberty Financial scharf, nachdem seine 545 Millionen Token eingefroren wurden. Der Ethereum-Entwickler Bruno Skvorc geht noch weiter und nennt das Trump-Krypto-Projekt die "neue Mafia", nachdem auch seine Token gesperrt wurden. WLFI rechtfertigt die Wallet-Sperrungen als Schutzmaßnahme gegen Phishing-Angriffe, doch Krypto-Experten kritisieren die fehlerhaften Compliance-Tools. Der WLFI-Token ist seit dem Handelsstart um 40 Prozent auf 0.18 US-Dollar gefallen.
Justin Sun prangert "unvernünftiges" Vorgehen an
Der Tron-Gründer Justin Sun hat sich öffentlich gegen World Liberty Financial gewandt, nachdem seine WLFI-Token im Wert von mehreren Millionen US-Dollar eingefroren wurden. In einem X-Post an das WLFI-Team schrieb Sun: "Während des Betriebs wurden meine Token unvernünftig eingefroren" und forderte die Entsperrung. Sun hatte insgesamt 75 Millionen US-Dollar in das Trump-Krypto-Projekt investiert und gilt als zweitgrößter bekannter Investor.
Die Blockchain-Daten zeigen, dass Suns Wallet mit 545 Millionen WLFI-Token am Donnerstag von der Guardian-Adresse des Projekts auf die Blacklist gesetzt wurde. Dies bedeutet, dass die Token nicht mehr aus dem Wallet transferiert werden können. Vor der Sperrung hatte Sun 50 Millionen Token im Wert von 9.2 Millionen US-Dollar an eine andere Adresse übertragen – allerdings erst nach dem größten Kurseinbruch des Tokens.
"Neue Mafia": Entwickler erheben schwere Vorwürfe
Noch schärfere Kritik kommt von Bruno Skvorc, einem bekannten Ethereum-Entwickler und Gründer von RMRK. Skvorc beschuldigt WLFI offen des Diebstahls und bezeichnete das Projekt als "neue Mafia". In einem X-Post erklärte er: "Sie haben mein Geld gestohlen. Und weil es die Familie des US-Präsidenten ist, kann ich nichts dagegen tun. Das ist die neue Mafia."
Laut Skvorc ist er einer von sechs Investoren, deren Token von Anfang an zu hundert Prozent gesperrt waren. Sein Wallet wurde als "hochriskant" eingestuft, weshalb ihm der Zugriff auf seine Token verweigert wurde. Der Onchain-Analyst ZachXBT bestätigte die Problematik und erklärte, dass viele Compliance-Tools "tief fehlerhaft" seien und Adressen auch wegen indirekter oder irrelevanter Transaktionen falsch einstuften.
WLFI rechtfertigt Sperrungen als Schutzmaßnahme
World Liberty Financial verteidigte die Wallet-Sperrungen als notwendige Schutzmaßnahme. In einem Statement auf X erklärte das Projekt: "WLFI greift nur ein, um Nutzer zu schützen, niemals um normale Aktivitäten zu unterdrücken." Das Unternehmen gab an, dass 272 Wallets auf die Blacklist gesetzt wurden, wobei etwa 215 davon mit Phishing-Angriffen in Verbindung stehen und 150 über Support-Kanäle kompromittiert wurden.
Doch Krypto-Experten sehen das kritisch. Bereits Interaktionen mit DeFi-Apps, Mixern wie Tornado Cash oder sanktionierten Wallets reichen für ein "High-Risk"-Label aus. Diese automatisierten Compliance-Tools führen häufig zu Fehleinschätzungen und treffen auch legitime Nutzer. Die Sperrung von Justin Suns Wallet verstärkt die Befürchtungen in der Krypto-Community: "Wenn sie es mit Sun machen können, wer ist der Nächste?", so die Sorge unter Großinvestoren.
Token-Crash durch Marktmanipulation, nicht Sun-Verkäufe
Die Blockchain-Analyse zeigt, dass Justin Suns Token-Transfers nicht für den WLFI-Kurseinbruch verantwortlich waren. Nansen-Gründer Alex Svanevik wies darauf hin, dass Suns Transfers nicht mit dem Zeitplan des Token-Rückgangs übereinstimmten. Die 50 Millionen WLFI-Token wurden am 4. September um 09:18 UTC übertragen – drei bis fünf Stunden nach dem steilsten Kursrückgang.
Marktexperten führen den Crash stattdessen auf breit angelegtes Shorting und Dumping von WLFI durch Market Maker und Trading Desks an mehreren Börsen zurück. Ein 12-Millionen-Dollar-Transfer von HTX zu Binance durch einen Drittanbieter-Market-Maker fiel zeitlich mit den schärfsten Kursrückgängen zusammen. Bei einem täglichen Handelsvolumen von über 700 Millionen US-Dollar war dieser Transfer jedoch zu klein, um den Markt allein zu bewegen.
Trump-Familie unter Beschuss wegen Krypto-Geschäften
Die Kontroverse um WLFI wirft ein Schlaglicht auf die umstrittenen Krypto-Geschäfte der Trump-Familie. Donald Trump wandelte sich vom Krypto-Kritiker zum Befürworter, verkaufte eigene NFTs und bewarb den Memecoin TRUMP. Sein Sohn Eric Trump unterstützt aktiv World Liberty Financial und tritt regelmäßig mit Justin Sun bei Krypto-Events in Dubai und Hongkong auf.
Die Trump-Familie hat durch ihren Anteil an WLFI bereits hunderte Millionen Dollar durch Token-Verkäufe verdient. Diese Geschäfte erfolgen zu einer Zeit, in der Donald Trump öffentlich die Krypto-Industrie unterstützt, was zu Interessenkonflikten führt. Die US-Börsenaufsicht SEC unter der Trump-Administration prüft beispielsweise eine Einigung in einem Zivilverfahren gegen Justin Sun.
FAQ
Wer ist Justin Sun in der Kryptowelt?
Justin Sun ist der Gründer von Tron und einer der bekanntesten Krypto-Unternehmer weltweit. Er ist Berater bei World Liberty Financial und mit 75 Millionen US-Dollar der zweitgrößte bekannte Investor des Trump-Krypto-Projekts.
Was hat Justin Sun ersteigert?
Justin Sun ist bekannt für spektakuläre Auktionskäufe, darunter ein Mittagessen mit Warren Buffett für 4.6 Millionen US-Dollar und verschiedene NFT-Kunstwerke. Er nutzt solche PR-Aktionen zur Vermarktung seiner Krypto-Projekte.
Wie viel TRX besitzt Justin Sun?
Justin Sun hält einen erheblichen Anteil an TRX, dem nativen Token der Tron-Blockchain. Die genaue Menge ist nicht öffentlich bekannt, aber als Gründer und Hauptentwickler besitzt er einen signifikanten Anteil am Gesamtangebot.
Was ist WLFI?
WLFI ist der Token von World Liberty Financial, einem DeFi-Projekt mit engen Verbindungen zur Trump-Familie. Das Projekt bietet Stablecoin-Services und andere Finanzdienstleistungen im Krypto-Bereich.
Wann kommt WLFI Coin?
Der WLFI-Token ist bereits seit Montag öffentlich handelbar. Der Handel begann bei über 0.30 US-Dollar, der Kurs ist jedoch auf etwa 0.18 US-Dollar gefallen.
WLFI Token ab wann handelbar?
Der WLFI-Token ist bereits handelbar und wird an verschiedenen Krypto-Börsen gehandelt. Frühinvestoren können bis zu 20 Prozent ihrer Token-Bestände verkaufen.





