Michael Schumacher, Sebastian Vettel, Niki Lauda: Die Liste legendärer Ferrari-Fahrer ist lang. Das Unternehmen dahinter blüht seit Jahren. Ist die Aktie jetzt ein heißer Kandidat fürs Portfolio?
Ferrari. Seit mehr als 100 Jahren steht diese Marke wie keine andere für schnelle Autos, globales Prestige und harte Konkurrenzkämpfe in der Sportwagen-Branche. Dabei begann die Geschichte der Luxuskarossen mit dem springenden Pferd unscheinbar – und endete fast, bevor sie richtig begonnen hatte. Heute schreibt Ferraris Kerngeschäft Rekorde, die Aktie des Sportler-Giganten analysieren wir ab sofort im brandneuen Euro-Titans-Paket. Wie wurde Ferrari zu dem, was die Marke heute ist? Warum beschleunigte sich der Aufstieg der Firma zuletzt? Und wie geht es weiter?
„Als hätte ich meine Mutter getötet“: Ferraris harter Anfang
Enzo Ferrari begann 1919 als Rennfahrer und schloss 1920 einen Vertrag bei Alfa Romeo ab. Sein Debüt bei der Targa Florio brachte einen Klassensieg und einen zweiten Gesamtplatz. „Mit dem Preisgeld und allem anderen verdiente ich zwölftausend Lire. Aber entscheidend war, dass meine Aufnahme ins Alfa-Romeo-Team offiziell wurde“, erinnerte er sich später. In den 1920er-Jahren stieg Ferrari schnell auf, leitete die Alfa-Corse-Abteilung und wurde zu einem der erfolgreichsten Fahrer Italiens.
1929 gründete Ferrari die Scuderia Ferrari, zunächst als Team für Amateur-Rennfahrer. Alfa Romeo lieferte ältere Wagen, während Ferrari unabhängig agierte. Nach der staatlichen Übernahme von Alfa 1933 entwickelte Ferrari eigene Fahrzeuge wie den zweimotorigen Bimotore. Als Alfa die Scuderia 1937 seinerseits aufkaufte, trennte sich Enzo 1939 und gründete Auto Avio Costruzioni, den Vorgänger der heutigen Sportwagenmarke Ferrari. Seinen eigenen Namen durfte er wegen vertraglicher Klauseln noch nicht verwenden.
Schon bald standen sich Ferraris neue Marke und Alfa bei Sportwagenrennen gegenüber. Nach dem ersten Sieg gegen seine alte Liebe gestand Ferrari emotional: „Ich fühle mich, als hätte ich meine eigene Mutter getötet“. 1945 nahm das Unternehmen seinen heutigen Namen Ferrari an und begann die Entwicklung des V12-Motors für den 125 S, der 1947 erste Rennen gewann. Anfangs entstanden Fahrgestelle ohne einheitliches Design, die Karosserien wurden von anderen Firmen gebaut.
In den 1950er-Jahren wurden die ersten Serienwagen gebaut, beliebte Linien wie Monza und 250 entstanden. Ferrari gewann zahlreiche Rennen, während die Roadcars bei zahlungskräftigen Käufern aus aller Welt immer begehrter wurden. Nach gescheiterten Gesprächen mit Ford übernahm Fiat 1969 50 Prozent der Anteile, nach Enzo Ferraris Tod 1988 sogar 90 Prozent. 2015 wurde Ferrari von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) wieder abgespalten und ging als eigenständige Aktiengesellschaft im Jahr 2015 an die Börse.
Rekorde über Rekorde: Das Ferrari-Pferd galoppiert
Nach Enzos Tod erlebte Ferrari einen kometenhaften Aufstieg. Unter Geschäftsführer Luca di Montezemolo (1991–2014) verzehnfachte sich die Profitabilität der Straßenwagen, die Modellpalette wurde erweitert, Limitierungen der Produktionszahlen eingeführt und die Formel-1-Abteilung modernisiert. Ferrari brachte zudem die Flagship-Supercars F50, Enzo und LaFerrari auf den Markt. Große Formel-1-Erfolge wie jene des deutschen Serien-Weltmeisters Michael Schumacher stärkten das Image zudem.
Nach Montezemolo folgten mehrere CEO-Wechsel: Sergio Marchionne leitete den Börsengang und die Abspaltung von Fiat Chrysler Automobiles, danach Louis Camilleri als CEO und John Elkann als Chairman. 2021 übernahm Benedetto Vigna als CEO und kündigte die Entwicklung des ersten vollelektrischen Ferraris an. Ferrari erweiterte seine Produktion, blieb selektiv bei Lizenzvereinbarungen und festigte seine Position als eine der wertvollsten Luxus- und Sportwagenmarken weltweit.
Seit den 2000er-Jahren sind Ferraris Verkaufszahlen stetig gestiegen, besonders nach der Fiat-Abspaltung 2016. Nachdem die Marke im Jahr 2000 erstmals mehr als 4000 Fahrzeuge verkaufte, überschritt sie 2011 die Marke von 7000 Einheiten. Nach einer Phase der Stagnation kletterten die Verkäufe 2016 wieder über 8000 Fahrzeuge und erreichten 2019 erstmals mehr als 10 000 Einheiten. Seit 2020 liegt Ferrari konstant über 13 000 ausgelieferten Autos pro Jahr.
Das zurückliegende Geschäftsjahr 2024 beendete Ferrari mit einem deutlichen Umsatzanstieg von 11.8 Prozent auf 6.7 Milliarden Euro. Das Ergebnis profitierte vor allem von einer starken Modellpalette und hoher Nachfrage nach Individualisierung. Insgesamt lieferte Ferrari 13 752 Fahrzeuge aus, etwas mehr als 2023. Während die Verkäufe in China zurückgingen, legten die Amerikas sowie Europa, Afrika und der Nahe Osten spürbar zu.
Aktienrückkäufe, Elektro und Krypto: Ferraris goldene Zukunft?
Auch im laufenden Geschäftsjahr befindet sich Ferrari finanziell in einer sehr starken Position. Nachdem der Konzern bereits 2024 Umsatz- und Gewinnrekorde meldete, übertraf er im dritten Quartal 2025 erneut die Erwartungen. Die Nettoverschuldung sank weiter, während das Unternehmen dank hoher Margen, stabiler Nachfrage und konsequenter Kostenkontrolle robuste Cashflows generierte. Ferrari bestätigte zudem seine nach oben korrigierte Jahresprognose für 2025 und sieht sich klar auf Kurs für die langfristigen Ziele bis 2030.
Im dritten Quartal 2025 erzielte Ferrari einen Nettogewinn von 382 Millionen Euro und steigerte den Umsatz auf 1.77 Milliarden Euro, ein Plus von sieben Komma vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Auslieferungen lagen mit 3401 Fahrzeugen nahezu konstant, doch ein hochwertigerer Produktmix sowie stark wachsende Personalisierungen führten zu höheren Margen. Die EBITDA-Marge lag bei siebenunddreißig Komma neun Prozent, und der operative Gewinn erreichte 503 Millionen Euro. Parallel setzte Ferrari sein großes Aktienrückkaufprogramm fort, unter anderem mit Rückkäufen im Wert von 126 Millionen Euro im Oktober.
Gleichzeitig treibt Ferrari zentrale Zukunftsprojekte voran. 2025 eröffnete das Unternehmen das neue Elektro-Testgelände und präsentierte das fertige Chassis seines ersten vollelektrischen Modells, das 2026 auf den Markt kommt und ein zentrales Element der langfristigen Technologie-Strategie darstellt. Zudem baut Ferrari seine Partnerschaften weiter aus, darunter eine neue Kooperation mit der Kryptobörse BingX ab 2026.
Ferrari rast in die Euro-Titans: Jetzt auch in Ihr Portfolio?
Ferrari ist nur eine von 16 brandneuen Top-Aktien, die frisch in unser runderneuertes Euro-Titans-Paket aufgenommen wurden. Hier ist ab dieser Woche nur die Crème de la Crème des europäischen Börsenparketts vertreten. Tech-Giganten wie ASML und Accenture, Pharma-Stars wie Novo Nordisk und Roche oder auch Luxus-Riesen wie LVMH und Christian Dior geben sich die Klinke in die Hand. Dafür weichen charttechnisch weniger aussichtsreiche DAX-Titel, die wir in einer großen Abschluss-Analyse verabschiedet haben. Zum neuen Euro-Titans-Paket gelangen Sie hier.


Enzo Ferrari auf einer italienischen Briefmarken-Edition «Esposizione Mondiale di Filatelia» (1998). Symbolträchtig für den Beginn einer Marke, die später zur Ikone des Motorsports wurde.
Ferrari in der Formel 1 – sportlicher Erfolg als Markenmotor: Siege auf der Rennstrecke stärkten Image, Absatz und den Kommerzerfolg der Roadcars.


